Deutschland schickt Strom nach Belgien – auf Umwegen

Über die Energieunion redet die EU schon seit Jahren. Doch die dafür nötige Infrastruktur ist immer noch nicht fertig. Deshalb können sich die EU-Länder auch kaum gegenseitig helfen – wie nun wieder das Beispiel Belgien zeigt.

Im belgischen Königreich droht ab November der Blackout – weil die Atomkraftwerke marode sind und für Wartungs- und Reparaturarbeiten stillgelegt werden. Zwar will Deutschland nun Hilfe leisten.

In Belgien dürften nicht die Lichter ausgehen, sagte Bundeswirtschaftsminister Altmaier nach einem Treffen mit der belgischen Energieministerin Marghem in Berlin. Marghem sprach von einer ernsten Lage.

Doch da es keine Stromtrassen von NRW nach Belgien gibt, muss die Hilfe auf Umwegen fließen – über die Niederlande, vielleicht auch über Luxemburg oder Frankreich. Zusammen habe man genug Strom, so Altmaier.

Eine direkte Stromleitung soll aber erst bis Ende 2019 oder Anfang 2020 fertig werden. Offenbar hat man bei der Energieunion zu spät geschaltet – oder den Osten bevorzugt. Meist ging es um Gas aus der Ukraine…

Ähnlich schlecht ist es übrigens um die Bahnverbindungen bestellt. Während die Belgier ihre Hochgeschwindigkeitstrasse bis zur deutschen Grenze ausgebaut haben, ist die Bahn immer noch nicht so weit.

Ab Aachen geht es deshalb nur im S-Bahn-Tempo nach Köln, der ICE aus Köln nach Brüssel macht immer wieder an der Grenze schlapp oder endet schon im Brüsseler Nordbahnhof, statt wie geplant in der Gare du Midi…

 
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