Der Haken an der Quote
Falls jemand hofft, dass die geplante EU-Flüchtlingsquote zu einer Entlastung Deutschlands führt, so dürfte er sich täuschen. Die Sache hat nämlich zwei Haken, wie die EU-Kommission einräumt.
Zum einen können sich die EU-Staaten, die die Quote ablehnen, wahrscheinlich freikaufen. Das so eingesammelte Geld soll dann in die Flüchtlingshilfe fließen. Doch die Migranten bleiben.
Zum anderen können Flüchtlinge, die z.B. Polen zugeteilt werden, das Land danach nicht mehr verlassen. Da niemand nach Polen und fast alle nach Deutschland wollen, kann man sich das Ergebnis ausmalen.
Immerhin hat Frankreich angekündigt, “seine” Quote erfüllen und Deutschland einige Flüchtlinge abnehmen zu wollen. Doch ansonsten darf Berlin keine spürbare Entlastung erwarten…
Mehr zur Flüchtlingskrise hier, meine Kritik an der Quote hier

Peter Nemschak
7. September 2015 @ 21:20
@GS Europa muss sich die Arbeitsmigranten sorgfältig aussuchen. Denken Sie an die Hugenotten, die aus religiösen Gründen aus Frankreich vertrieben wurden und in Deutschland Heimat gefunden haben. Eine kluge Sozialpolitik kann helfen, Spreu vom Weizen zu trennen. Frankreich war nach der Entkolonialisierung nicht sehr selektiv und zahlt heute den Preis dafür. Wenn es Länder wie Kanada und Australien einigermaßen geschafft haben, warum soll es Europa nicht auch schaffen?
ebo
7. September 2015 @ 21:48
@Nemschak Und die Syrer sind nun Deutschlands erhofft Arbeitsmigranten? Sie sprechen nicht einmal deutsch, da hatten es FR, UK und BE mit ihren Kolonien deutlich “besser”…
OXIgen
8. September 2015 @ 01:02
@ebo
In einem Land wie D mit Millionen von – oft hochqualifizierten – H4-Beziehern, Aufstockern und Leiharbeitern sollte es solange überhaupt keine Arbeitsmigranten geben dürfen, bis die eigene Bevölkerung Arbeit hat, von der man auskömmlich leben kann. Solche Meinungen werden zwar heutzutage und hierzulande in der Schublade mit der Aufschrift “Pack” abgelegt, sind in anderen Ländern aber völlig selbstverständlich. Man möge nur mal versuchen, nach Kanada, Australien oder Neuseeland auszuwandern (egal, was Herr Nemschak dazu fabuliert).
Was die ehemaligen Kolonien für FR, UK und BE betrifft: die sind denen schon lange gewaltig auf die Füße gefallen, besonders F kann ein Lied davon singen.
Da helfen auch keine Sprachkenntnisse.
Peter Nemschak
8. September 2015 @ 08:00
Die Sprache kann man erlernen. Wer sie erlernen muss, bekommt auch einen nicht zu unterschätzenden kulturellen Transfer mitgeliefert, der bei der Integration hilft. Viele Syrer werden wieder zurückkehren müssen, andere werden bleiben dürfen. Klare Bleibekriterien und konsequente Umsetzung sind gefragt. Ewig wird Assad nicht an der Macht bleiben.
DerDicke
8. September 2015 @ 06:30
Ich sehe nicht, dass irgendwo irgendwer “ausgesucht” würde – was bei Kriegsflüchtlingen auch nicht der Sinn der Sache sein darf(!) Hier geht es darum den Menschen zu helfen.
Und Wirtschaftsflüchtlinge haben hier ohnehin kein Bleiberecht, in der Theorie könnte man diese alle abschieben. In der Praxis könnte man den gut Qualifizierten ein Bleiberecht einräumen.
Aber wofür? Wir haben selbst genug Arbeitslose – auch Hochqualifizierte. Damit kannibalisiert man die Herkunftsländer der Wirtschaftsflüchtlinge, die könnten in ihrer Heimat viel mehr bewegen, was am Ende dazu führen würde, dass es weniger Flüchtlinge aus diesen Ländern gibt. Vor Ort die Lebensqualität zu erhöhen, da muss in diesem Fall die Priorität liegen.
Würden alle nach ihren moralischen Vorstellungen handeln Herr Nemschak, dann wäre die Menschheit in 2 Generationen auf 5% ihrer jetzigen Zahl reduziert (viele mögen das sogar als wünschenswert ansehen).
90% der Menschen haben aber so etwas wie ein Gewissen und eine Moral. Für die sind Menschen keine Dinge wie “Spreu und Weizen”. Und zum obigen Beitrag: “Unzufriedene und Frustrierte” los zu werden – nun ja, da muss man nur 75 Jahre zurückblicken falls man das für erstrebenswert hält…
Johannes
8. September 2015 @ 17:58
Durch die Flüchtlinge wird der Druck auf Hungerlöhner erhöht, noch mehr billige Arbeitskräfte, perfekt für die Industrie.
Die Unterschicht wird noch mehr unter Druck gesetzt, ein Glück das SPD und Grüne nie Hungerlöhne und Hartz4 eingeführt haben, sonst würde irgendwann der Kessel explodieren.
Peter Nemschak
7. September 2015 @ 21:09
@OXIgen Wenn Griechenland, ungeachtet aller Sparauflagen, nicht imstande ist, die Basisversorgung der Bevölkerung im medizinischen Bereich sicherzustellen, wäre es für die griechische Bevölkerung besser, das Land kommissarisch von Brüssel oder Berlin verwalten zu lassen. Dass die Unfähigkeit des griechischen Staates die Ursache der griechischen Probleme ist, ist Ihnen bisher wohl nicht in den Sinn gekommen.
OXIgen
8. September 2015 @ 00:18
@Nemschak,
Ihre Art, Menschen – egal ob Migranten oder nicht – nach Nützlichkeit zu selektieren, um sie dann effizient und ökonomisch zu “verwerten”, ist einfach nur krank. So krank wie das System, dem Sie huldigen.
Was Griechenland betrifft, so scheinen Sie nicht einmal die offiziellen Fakten zu kennen, geschweige denn die realen. Aber ich werde mich an Ihrer Ignoranz gewiss nicht abarbeiten, denn das sind Sie mir einfach nicht wert.
GS
7. September 2015 @ 20:02
Na für die 24k Flüchtlinge können sich die Franzosen ja rühmen. In 2 Jahren. Und Cameron will großzügig 20.000 aufnehmen. In 5 Jahren. Die kommen mittlerweile in Deutschland an einem Wochenende an. Das sind die Dimensionen und zeigt, wie wirklichkeitsfremd die Debatte ist, die hier läuft.
Wann erkennen die deutsche Politik und Öffentlichkeit, in welchem Ausmaß sich die Deutschen hier wieder vergallopieren? ebo, ich sag das nur ungern, aber wenn Hollande und Genossen Europa einen unschätzbaren Dienst leisten wollen, dann müssen sie Merkel und die deutsche Politik endlich zur Raison bringen.
@Nemschak
Erzähl doch keine Märchen. Es geht nicht darum, dass man einen Migranten kennt, der es geschafft hat. Ich kenne auch ein paar. Und auf jeden kommen dann zehn andere, die es nicht geschafft haben…wenn sie aus bestimmten Kulturkreisen kommen. Anekdotische Evidenz führt zu gar nichts und ist einfach nur manipulativ, nichts weiter.
Hast Du meinen Link in ebos Paralellbeitrag zur Jungen Welt gelesen, bei dem Asylanten in Arbeit vermittelt werden sollten? (Nochmal als Hinweis: Erfolgsquote 46 von 800). Unser Bundesinnenminister hat kürzlich selbst erwähnt, dass man damit rechnen müsse, dass 15-20 % der Neuankömmlinge Analphabeten seien. Und in der FAZ steht heute ein Beitrag, in dem ein Deutschland lebender syrischer Arzt berichtet, dass es zwar viele syrische Ärzte gebe, von denen aber keiner dem deutschen System ähnliche Facharztausbildung oder Spezialisierung habe. Da geht’s schon los, mal abgesehen davon, dass ich nicht mal einen Hausarzt haben wollte, dem ich meine Beschwerden mangels Sprachkenntnissen nicht mitteilen kann.
http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/flucht-aus-syrien-warum-gerade-jetzt-13788596-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3
Wir müssen schnellstens die Fehlanreize unseres Asylsystems kappen. Als nächstes werden die Hartz-IV-Ansprüche explodieren, mit dem absehbaren Ergebnis, dass danach die Leistungen für alle sinken. Wenn ich, gemessen daran, wie jetzt das Geld plötzlich in Hülle und Fülle verteilt wird, mich daran zurück entsinne, was es für ein Krampf war, Hartz IV mal um ein paar Euro anzuheben, kann ich nur noch staunen.
Dann wird es Zeit, auch deutlich zu machen, dass alle Asylanten und alle Asylbewerber hier zunächst mal nur Gäste sind und sich auch als solche zu verhalten haben. Dauerhaften Aufenthalt kann es nur unter bestimmten Kriterien geben. Dazu gehören neben Sprache und beruflicher Qualifikation insb. auch die Anerkennung des Grundgesetzes als Rechtsgrundlage, Einhaltung von Recht und Gesetz sowie die Bereitschaft, sich an unsere Kultur anzupassen. Weiterer Ausbreitung von Parallelgesellschaften muss um jeden Preis entgegengewirkt werden. Nicht wir sind hier die Bittsteller, sondern die Asylanten. In weiten Teilen Europas scheint mir diese Sichtweise eine Selbstverständlichkeit zu sein. In Deutschland anscheinend aber nicht. Da ist man lieber Gast im eigenen Lande.
ebo
7. September 2015 @ 20:26
@Gs Hollande macht genau das, was Brüssel fordert. Nicht mehr, nicht weniger. Cameron macht gar nicht mit, er hat ein Opt-Out und sucht sich “seine” Flüchtlinge selbst aus. Merkel wird sich noch umsehen, denn der Pull-Faktor geht munter weiter. Anders als UK und FR hat DE bisher kaum Erfahrungen mit Einwanderung aus arabischen Ländern…
Sabine W
7. September 2015 @ 16:50
ich kapiere nicht, was mit “destablisierung” von europa gemeint sein soll. hatte europa jemals keine migration? war europa denn je stabil? ich bin alt genug um in ” gleichgewicht des schreckens ” nicht nur ein historisches stichwort zu sehen, bin darin aufgewachsen. die amis haben wie die russen wegen ihrer geopolitischen interessen die mittelachse stabilisiert, nicht weil sie uns etwa so lieb gehabt haben. menscheln konnte man sich nicht leisten. wir europäer hätten jetzt die bedingungen zum menscheln schaffen können, waren aber zu beschäftigt mit nationalismen, haben statt sein und separatismen. auf welche goldenen zeiten bezieht sich der begriff also?
OXIgen
7. September 2015 @ 15:42
Wie viel sind denn “einige Flüchtlinge”, mit denen Frankreich freiwillig seine Quote erfüllen will?
Und werden es sich die per Quote Ausgewählten einfach so gefallen lassen, aus Mama Angelas Wunderland wieder abtransportiert zu werden? Wohl kaum, da dürfen wir uns auf einiges gefasst machen.
Was Merkel da nicht nur für Deutschland, sondern ganz Europa angerichtet hat, wird in einem furchtbaren Desaster enden.
ebo
7. September 2015 @ 16:13
Es sind genau 24.031, von Brüsseler Bürokraten mit dem Quoten-Schlüssel errechnet 😉 Dazu noch “einige hundert” vom letzten Flüchtlingstreck ins Gelobte Land…
OXIgen
7. September 2015 @ 17:28
Na toll, da müssen wir Monsieur Hollande aber auch artig danken! Andererseits, viel mehr kann er sich ja auch gar nicht leisten, denn jetzt braucht er jeden Cent für Kriegsspiele. Wie immer, wenn er sich zuhause unbeliebt macht, ruft er die Luftwaffe und bombt ein wenig im Nahen Osten herum.
A propos Cent: wie fix Merkel ein paar Milliarden aus dem Sparstrumpf ziehen kann, wenn es um ihr Image als Mama Angela geht, ist doch verblüffend. Schikanierte und zum Hungern sanktionierte H4-Bezieher werden sich verwundert die Augen reiben, wenn sie sehen, was in unserem tollen Sozialstaat so alles möglich ist. Von kranken Menschen in Griechenland, die sterben müssen, weil es in Kliniken keine Medikamente und OP-Material mehr gibt, will ich gar nicht erst reden, denn für wenigstens ein paar Millionen Euro reicht die Freundschaft dann doch nicht.
Peter Nemschak
7. September 2015 @ 14:32
Wenn die anderen Länder für die Entwicklung von zukünftigem deutschen Humankapital zahlen, hat das auch Vorteile für Deutschland. Mit etwas administrativem Geschick und Intelligenz muss es gelingen, die besten und tüchtigsten Köpfe der Flüchtlinge/Migranten in Deutschland zu halten, ihnen den Erwerb der deutschen Sprache zu erleichtern und für ihre Aus- und Weiterbildung zu sorgen. Wirtschaftswissenschaftler sehen in der Migration netto positive Effekte für das Einwanderungsland. Umgekehrt muss Deutschland dafür Sorge tragen, dass übertriebene Sozialleistungen nicht zum Magnet für geringqualifizierte Migranten aus Osteuropa werden.
DerDicke
7. September 2015 @ 15:07
Sorry, bei “Humankapital” habe ich aufgehört, Unwort des Jahres 2004.
Warum wir nicht lieber unseren Nachwuchs ordentlich ausbilden sollen bleibt mir schleierhaft, für die Schulen ist nämlich kaum Geld übrig.
Stattdessen Wirtschaftsflüchtlinge ohne Ende ins Land locken, diese hier betreuen lassen damit man die 2% herauspicken kann die sich mit einem hiesigen Universitätsabgänger messen können – und die dann auch bei nächster Gelegenheit ins Ausland abhauen wenn sie merken dass sie hier nur Lohnsklaven sein sollen.
Es glaubt doch wirklich keiner mehr, dass hochqualifizierte Menschen nach Deutschland kommen weil sie hier ordentlich verdienen können? Die gehen alle lieber in andere Länder. Zu uns kommen und bleiben die, die in die anderen Länder nicht hineingelassen werden.
Peter Nemschak
7. September 2015 @ 16:29
Wo haben Sie das mit den Lohnsklaven her? ich kenne Zuwanderer nach Österreich, die ihren Weg trotz anfänglicher Schwierigkeiten gemacht haben und eine Bereicherung für das Land darstellen, was man nicht von allen behaupten kann, die im Land geboren wurden. Die Verdienstmöglichkeiten in Deutschland sind für Facharbeiter und Akademiker im Vergleich zu anderen Ländern gut. Auch muss man die hohe Lebensqualität einkalkulieren. Unzufriedene und Frustrierte wird es immer geben. Die los zu werden, wäre ein Forschungsprojekt wert.
Baer
7. September 2015 @ 14:24
Wie könnte es auch anders sein, USA erreichen ihr Ziel. Die Destabilisierung Europas ist in vollem Gange. Kriege weit weg anzetteln,Elend über die Völker bringen und gleich noch Russland bez. Syrien warnen.Alle Derzeitigen Probleme wurde von Amerika verursacht. Wo sind die Ankläger? Statt dessen schiebt man sich in Europa gegenseitig die Verantwortung zu.Amerika bleibt wie immer außen vor und bleibt unbehelligt.Wer will eigentlich Ein solches Europa. Was ist eigentlich mit den arabischen Staaten?
Wer von diesen Politikdarstellern und Volksvermögensvernichtern wird wirklich gebraucht?Mir fällt gerade niemand ein….
luciérnaga rebelde
7. September 2015 @ 14:50
Vielleicht interessiert Sie das: http://www.nzz.ch/international/keine-syrischen-fluechtlinge-am-golf-1.18608569?extcid=Newsletter_07092015_Top-News_am_Morgen
Peter Nemschak
7. September 2015 @ 16:22
Glauben Sie wirklich daran, dass die USA Interesse haben Europa zu destabilisieren? Wo ist dabei der wirtschaftliche und politische Vorteil? Was Sie schreiben, klingt ein wenig weit hergeholt.