BionTech-Deal zeigt: Von der Leyen macht alles allein – und im Dunkeln

Wie kam es zum neuen Milliarden-Deal mit dem deutschen Impfstoff-Hersteller BionTech? Die “New York Times” ist der Sache nachgegangen – und enthüllt, dass Kommissionschefin von der Leyen ihn allein eingefädelt hat. Kontrolle? Keine. Transparenz? Fehlanzeige!

Von der Leyen spricht gern vom “Team Europa”. Mit ihren 26 Kommissarskollegen ziehe sie an einem Strang, so die CDU-Dame.

Doch bei der Impfstoff-Strategie ist alles anders. Die ersten Absprachen hat von der Leyen im Sommer 2020 mit Kanzlerin Merkel getroffen – die zuständigen Kommissare wurden ebenso übergangen wie Gesundheitsminister Spahn.

Knapp ein Jahr später legt die EU-Chefin den nächsten Alleingang hin: Sie will 1,8 Mrd. Impfdosen bei BionTech bestellen – der größte Deal aller Zeiten.

Wie er zustande kam, hat die “New York Times” enthüllt: Von der Leyen freundete sich mit BionTech-Gründer Bourla an, pflegte den direkten Austausch per Mail und SMS.

Als klar wurde, dass AstraZeneca nicht wie vereinbart liefern würde, und BionTech seine Kapazitäten ausweitete, kam es zu einer Verständigung.

Der fertige Deal soll noch in dieser Woche verkündet werden. Dabei sind wichtige Fragen ungeklärt: Wozu braucht die EU nochmals 1,8 Mrd. Dosen? Wieso soll Biontech noch 2023 liefern?

Geht es um Auffrischungs-Impfungen – oder rechnet von der Leyen damit, dass die Corona–Pandemie noch jahrelang anhält, trotz der angeblich so erfolgreichen Impfkampagne in der EU?

Will sie die Präparate weiterverkaufen oder gar verschenken – als Teil einer europäischen Impfstoff-Diplomatie? Der Vertrag sieht diese Möglichkeit offenbar vor.

Vor allem aber: Wo bleiben Transparenz und Kontrolle? So weit erkennbar, war das Europaparlament auch diesmal nicht beteiligt.

Dabei gibt es ernstzunehmende Bedenken, wie der “Standard” betont, “denn Pfizer/Biontech ist hinter Moderna der zweitteuerste Impfstoff, und Experten warnen davor, sich wieder nur auf einen Hersteller zu verlassen.”

Höchste Zeit, den Mega-Deal offenzulegen, bevor er unterschrieben wird, oder?

Siehe auch “Good-bye AstraZeneca, BionTech forever”

P.S. Während die Bestellung bei BionTech eingefädelt wird, weigert sich die EU-Kommission, Vakzine beim französischen Hersteller Valneva zu ordern. Angeblich sind die Voraussetzungen nicht erfüllt – dabei wollen Großbritannien sowie 10 EU-Staaten bestellen, auch Deutschland wäre dafür…