Beliebter denn je, und doch verloren

EU-Parlamentspräsident Tajani fühlt sich wie Hans im Glück: Ein Jahr vor der Europawahl ist die EU beliebter denn je. Mehr als zwei Drittel der EU-Bürger glauben, dass ihr Land von der EU-Mitgliedschaft profitiert.

Das geht aus der neuen “Eurobarometer”-Umfrage hervor. Die Zustimmung erreicht demnach den höchsten Wert seit 1983. Zu diesem Zeitpunkt hatte die EU (bzw. EG) noch deutlich weniger Mitgliedstaaten.

Doch Tajani & Co. sollten sich nicht zu früh freuen. Denn dieselbe Umfrage deckt auch auf, dass die EU-kritischen Nationalisten und Populisten ebenfalls beliebt sind – vor allem bei der Jugend.

Zudem glauben viele Menschen, dass ihre Stimme in Brüssel nicht gehört wird. Vor allem in Griechenland und Italien ist diese Meinung weit verbreitet. Woran das wohl liegen mag?

Unsere Schuldenkolonien sind wohl unzufrieden mit den Vorgaben aus dem Norden. Denn die Austeritätspolitik, die die EU-Kommission diesen Ländern auch jetzt noch verordnet, ist gescheitert.

Zu denken gibt auch noch ein weiteres Ergebnis. Laut “Eurobarometer” sehen 42 Prozent die EU auf falschem Kurs. Nur 32 Prozent glauben, es gehe in die richtige Richtung.

Kein Wunder – das Ziel der “immer engeren Union” wurde seit dem Brexit aufgegeben, ein neues Ziel ist nicht bekannt. Deshalb wirkt die EU nun irgendwie verloren – niemand weiß, wie es weitergehen soll.

Mit der Politik des “weiter so” kann man wohl nur noch in Deutschland Wahlen gewinnen. Für die Europawahl im Mai 2019 ist dieses Ergebnis jedenfalls kein gutes Omen…

Siehe auch “Plötzlich beliebt”

 

 

 
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