Angst vor einem Währungskrieg

Der von US-Präsident Trump angedrohte Handelskrieg ist bisher weitgehend ins Wasser gefallen, zum Glück. Doch nun geht in Euroland die Angst vor einem Währungskrieg um – Finanzminister Mnuchin heizt sie an.

Sorgen macht sich vor allem EZB-Chef Draghi. Er ist hin- und hergerissen zwischen einem obsolet gewordenen Inflationsziel, der deutschen Dauernörgelei an der laxen Geldpolitik und den jüngsten Äußerungen aus den USA.

Mnuchin hatte erklärt, dass ein schwacher Dollar gut für die amerikanische Wirtschaft sein könnte. Das widerspreche den Absprachen, schimpft Draghi. Man habe vereinbart, keine Vorteile durch Abwertung zu suchen.

Die “New York Times” wertet dies als “ungewöhnlich scharfe Kritik” am amerikanischen Kassenwart. Mnuchin ruderte danach zwar etwas zurück, doch der Euro steht unter Aufwertungs-Druck, die Börse wird nervös.

Auch die EU-Politiker hätten allen Grund, nervös zu werden. Trumps kleiner Handelskrieg um Staubsauger mag sie wenig kratzen – doch wenn es zu einem Währungskrieg käme, wäre dies schlimm.

Denn die EZB hat keine guten Optionen mehr. Draghi kann die Zinsen nicht noch weiter senken, auch wenn er damit den Eurokurs drücken würde. Er kann sie auch nicht erhöhen, solange die US-Drohung wirkt.

Noch kann die robuste Konjunktur die Turbulenzen um den Euro verkraften. Doch wenn die Einheitswährung noch teurer wird, wird dies den Aufschwung in Südeuropa abwürgen und neue Krisen auslösen…