Trump droht wieder, von der Leyen kneift wieder


Der US-Präsident will amerikanische Digitalkonzerne schützen und droht erneut mit Sanktionen und Strafzöllen. Brüssel hält dagegen – aber nur mit halber Kraft.

Der Burgfrieden hat nicht lange gehalten. Wenige Tage, nachdem sich die EU und die USA auf Details ihres lange umstrittenen Handelsdeals geeinigt haben, droht US-Präsident Trump schon wieder mit neuen Strafzöllen und Sanktionen.

Diesmal geht es um EU-Gesetze und Steuern auf die US-Digitalkonzerne. Trump will sie loswerden, Brüssel hält dagegen – allerdings nur mit halber Kraft.

Trump drohte, er werde “erhebliche zusätzliche Zölle” erheben und Exportbeschränkungen für US-Technologie und Chips verhängen, sofern die “diskriminierenden” Maßnahmen nicht aufgehoben würden.

Außerdem lässt er offenbar Sanktionen gegen EU-Verantwortliche prüfen, die für die europäischen Internetgesetze DSA und DMA zuständig sind. Derartige Strafen gegen Brüssel hat es noch nie gegeben.

Die Europäische Kommission wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass es das „souveräne Recht“ der EU sei, die wirtschaftliche Tätigkeit in Europa zu regulieren.

Dies habe man schon in den Verhandlungen über den Handelsdeal betont, weshalb Digitalsteuern sowie die EU-Gesetze DSA und DMA ausgeklammert worden seien. Von einer Diskriminierung könne keine Rede sein.

Allerdings wollte die Brüsseler Behörde auf Trumps Drohungen nicht näher eingehen. Statt sich zu wehren, will sie brav den Handelsdeal umsetzen – und die Zölle auf US-Industrieprodukte auf Null absenken!

Schlecht vorbereitet

Schlecht vorbereitet ist Brüssel auch auf die Sanktionsdrohungen gegen EU-Beamte. Die Mitarbeiter hätten „klare Anweisungen“, wie sie die Internet-Gesetze umsetzen sollen, erklärte die EU-Kommission.

Auf „hypothetische“ Sanktionen könne man jedoch nicht reagieren, hieß es in Brüssel. Mit anderen Worten: Die EU läuft ins offene Messer – schon wieder…

P. S. Der Chef des Handelsausschusses im EP, der B. Lange, fordert, dass die Kommission das neue europäische Anti-Zwang-Instrument „scharf stellt“. Es wurde eigens für Erpressungsversuche à la Trump geschaffen – doch von der Leyen wagt es wohl nicht, es auch einzusetzen.