Rückschlag für Spitzenkandidat Weber (CSU)

Aus deutscher Sicht ist er immer noch der einzige chancenreiche Spitzenkandidat bei der Europawahl. Doch die CSU-Wahlschlappe in Bayern hat die Aussichten für M. Weber spürbar verschlechtert.

Das Ergebnis ist zwar kein “Debakel” für die CSU, wie manche Medien meinen. Es beendet einfach nur die jahrzehntelange Anomalie der Alleinherrschaft und leitet eine überfällige Normalisierung in Bayern ein.

Doch für den CSU-Europapolitiker Weber bedeutet das Ergebnis einen herben Rückschlag. Seine Partei ist nun auch auf Bundesebene geschwächt, sein Kurs des Sowohl-als-Auch hat sich nicht ausgezahlt.

Weber hielt bis zuletzt sowohl zu CSU-Chef Seehofer als auch zu Ministerpräsident Seehofer als auch zu Kanzlerin Merkel (CDU). Doch genau dieser Schaukelkurs hat, wenn nicht alles täuscht, die CSU Stimmen gekostet.

Einen unmöglichen Spagat vollzieht Weber auch im Verhältnis zu Ungarn und der Regierungspartei Fidesz. Ein Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn hat er unterstützt, den Ausschluss der Fidesz aus seiner EVP-Fraktion aber nicht.

Damit gerät Weber jetzt in Widerspruch zu Kommissionschef Juncker – der hat nämlich den Rauswurf der Fidesz gefordert. Was wird der CSU-Politiker nun tun? Nimmt er sich an Juncker ein Vorbild, den er ja nächstes Jahr beerben will?

Oder wartet er – wie üblich – auf Signale aus Berlin und München, also von Merkel, Seehofer und Söder, um sich zu entscheiden? Für die Europapolitik wäre das fatal; die EVP braucht einen unabhängigen Spitzenkandidaten.

Doch vermutlich macht Weber weiter wie bisher, genau wie M, S. und S….?

 

 
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