“Ölkrise schlimmer als 1973” – Brüssel zögert immer noch
Die von den USA und Israel mit dem Irankrieg ausgelöste Ölkrise ist schlimmer als die Krisen von 1973, 1979 und 2022 zusammengenommen. “Die Welt hat noch nie eine Unterbrechung der Energieversorgung dieses Ausmaßes erlebt”, sagt der Chef der Internationalen Energieagentur IEA Birol dem “Figaro”. Doch in der EU-Kommission ist die Nachricht immer noch nicht angekommen. Sie prüft und prüft und prüft – bisher ohne Ergebnis. So will die Brüsseler Behörde nun die Einführung einer Übergewinnssteuer für Energiekonzerne erwägen. “Wir schauen uns das jetzt an”, sagte eine Sprecherin. Allerdings gebe noch kein Datum für Entscheidungen. Dasselbe gilt für die Energieversorgung. Die Öl- und Erdgas-Koordinierungsgruppen der EU wollen erst am Mittwoch und Donnerstag über die Krise beraten. Wann sie zu Ergebnissen kommen, ist völlig offen. Vermutlich will man die Öffentlichkeit nicht verunsichern…
Siehe auch Klingbeil will Übergewinn-Steuer, Fico fordert Ende der Russland-Sanktionen

9. April 2026 @ 00:03
“Die Welt hat noch nie eine Unterbrechung der Energieversorgung dieses Ausmaßes erlebt”, sagt der Chef der Internationalen Energieagentur IEA Birol dem “Figaro” – bis jetzt ist das eine maßlose Übertreibung. Noch bekomme ich an jeder Tankstelle Sprit, ist nur teuer. Hat wenig mit Knappheit zu tun, mehr mit Spekulation.
Was wir früher mal Wirtschaft nannten, degheneriert heutzutage zu marodierenden Unternehmerbanden, die plündernd durch die Welt ziehen und Ruinen zurücklassen, Regierungen erpressen und die Völker aussaugen – nennt sich Globalisierung.
8. April 2026 @ 22:45
Würde man systematisch die Kriegstreiber in der EU und besonders in Deutschland zum Teufel jagen, wären die meisten Probleme vermutlich schnell gelöst.
Wären diese Leute selbst betroffen, hätten wir morgen eine friedliche Lösung.
8. April 2026 @ 09:24
“Wir schauen uns das jetzt an” und wenn sie nicht gestorben sind, dann prüfen und schauen sie bis ans glückliche Ende ihrer Tage…
Ich glaube nicht mehr an “Dummheit” und “Borniertheit”, es ist ein lange gefasster Plan, der derzeit konsequent in der Umsetzung steht. Die heute in der NZZ veröffentlichte Einschätzung des JP Morgan Chef – er meint, die USA müsse Europa “helfen” und nötigenfalls “zwingen”, weiterhin zur Verfügung zu stehen – spricht Bände. Dass Europa wieder Energie aus Russland bezieht ist ausgeschlossen, da es “ausersehen ist”, Russland militärisch auf Abstand zu halten, bzw. sobald “die Zeit reif” ist, auszubluten. Deutschland unter Merz will sich durch seine speziellen Führungsqualitäten und seine illustre Vergangenheit als BlackRocker den größten der vom Tisch der “Masters of the Universe” fallenden Krümel sichern.
Leider lief der Plan im Iran gerade nicht ganz rund (siehe die abgedrehte “Rettungsaktion” eines Oberst im Einsatz), jetzt genehmigen sie 2 Wochen Verschnaufpause, falls sich nicht wieder ein “Zeitfenster” auftut, in dem dann im Iran militärisch mal fix “nachgebessert” werden kann.
Die Mission “Make Amerika Great Forever” ist bereits in vollem Gange, machen wir uns nichts vor.
8. April 2026 @ 09:01
Ach Brüssel… Die kriegen sowieso nichts auf die Reihe. Verfangen in Russenhass und Selenskyi-Groupietum. Letzterer sorgt gerade dafür, dass Russland nicht einmal liefern könnte, wenn es wollte. Warum sollte Putin diesen Hetzern etwas liefern?
Und verfangen in Kriecherei gegenüber Trump und Netanjahu. Eklig und peinlich. Eine Schande. Kann weg.
7. April 2026 @ 17:36
Don’t panic. Rutte wird dem Grössten Hitler aller Zeiten im Weissen Haus beistehen und die NATO für die Befreiung der Strasse von Hormuz mobilisieren. Das Öl wird ratzfatz wieder fliessen, wenn das Faschistensyndikat mit dem Iran-Abschaum fertig ist. Also ungefähr so Mitte April. Vielleicht sogar schon 2026.
7. April 2026 @ 17:48
Was die Preisgestaltung angeht, können sie sich das Prüfen langsam sparen. In ca. 10-14 Tagen wird sich die Frage, was Energie kostet, nicht mehr stellen.
In 10-14 Tagen wird die Frage sein, ob und wo es Energie für Europa überhaupt noch gibt. Aber KK hat vermutlich Recht: die einfachste Lösung ist doch, Europa über die Klinge springen lassen.
Oder kann sich etwa jemand bei dieser abgehalfterten Bande einen Canossa-Gang nach Moskau vorstellen, im Interesse der europäischen Bürger…?
7. April 2026 @ 17:49
Sorry, war nicht als Antwort gedacht.
7. April 2026 @ 16:22
Die gut bezahlten Kommissionierung kennen keine Not.
Es gibt eine Lösung: Öl und Gas aus Russland.
7. April 2026 @ 15:06
Im Raumschiff Bruessel bekommt man eben nichts mit. Es geht nicht “nur” um die Zapfsaeule oder die Heizung zuhause. Es geht um die wirklich wichtigen Dinge, die wir zum Ueberleben benoetigen und wozu wir die Energie brauchen, die The Donald gerade in die Luft jagt um den Iranern zu schaden. Ich verweise nochmal auf die letzten Podcasts von Steve Keen. Ganz aehnlich wie Flassbeck schafft er es, aus der Vogelperspektive auf das Geschehen zu blicken.
Und das ist nicht alles
Es droht noch viel mehr Ungemach, wie Ben Norton in seinem neuesten Geopolitical Economy Report sehr treffend zusammenfast.
“Something on Wall Street ‘Smells Like’ 2008, Says Former Goldman Sachs Chief.”
Diesmal geht es weniger um gebuendelte Hypotheken zahlungsschwacher Kunden. Nein, diesmal geht es um Kreditvergabe von Nichtbanken oder bankaehnlichen Instituten, die weniger reguliert sind und damit hoehere Risiken eingehen koennen, als Banken. Sie leihen sich Gelder bei den Banken zu verlaesslichen Zinsen. Die Banken verschaffen sich damit ausreichende Assets in ihrer Bilanz, um die Einlagen auszugleichen. Gleichzeitig verleihen die ungeregelten Finanzinstitute Kredite mit weniger strengen Regeln, dafuer aber mit hoeheren Zinsen. Irgendwo muss der Gewinn ja stecken. Die Interbankenkredite sind seit jeher eines der Hauptrisiken in unserem Finanzsystem, aber bisher traute sich niemand da ran.
https://youtu.be/S1cx9Zk6WZk?si=KzNcAlvFX5vBCBfl
Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Wenn also The Donald weiterhin so in der Welt herumbombt und damit das international verwobene Wirtschaftsgefuege durcheinander bringt, Firmen aufgrund fehlender Rohstoffe nicht mehr arbeiten koennen und damit der Jobmarkt in die Knie geht, dann haben wir nicht nur eine weltweite Wirtschaftskrise, sondern auch noch eine Finanzkrise reloaded, weil die Kredite reihenweise platzen und ein erneuter Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems droht. Die superreichen Inhaber der Assets werden durch ihren Einfluss wieder dafuer sorgen, dass die ohnehin schon angeschlagenen Staaten / Regierungen fuer den Schaden aufkommen und dies dann nahtlos an die Buerger weitergeben. Nicht umsonst sitzt der ungewaehlte Larry Fink ueberall mit an den Schalthebeln der Macht, einschliesslich im WEF Board.
7. April 2026 @ 14:29
Einmal hat @KK vollkommen recht mit seinem Hinweis, dass es ohne Energiebezug aus Russland schwierig wird. Das galt schon vor dem Irankrieg, jetzt ist die bornierte Weigerung darüber auch nur zu sprechen umso dramatischer.
Der Kommission stehen allerdings auch die eigenen Paradigmen im Wege. Wenn das Rechtssystem zutiefst darauf geeicht ist, dass der Markt die Versorgung mit Gütern am besten regelt, wird man sich mit aus der Not geborenen und eiligen Eingriffen natürlich sehr schwer tun. Eigentlich müsste unsere Politelite schon seit Wochen konkret daran arbeiten, wie man eine Bedarfsdeckung in Zeiten unzureichender Versorgung mit Öl, Benzin und Gas gemäß gesellschaftlicher Prioritäten bewertet und wie man eine entsprechende Priorisierung praktisch sicherstellen kann. Ich fürchte, dass ist so weit far-off von der Lebensrealität der Kommission und unserer marktgläubigen Bundesregierung, dass sie bei Null anfangen müssen, wenn der Tag der objektiven Knappheit absehbar kommt.
Wir können uns jedenfalls auf politische Debatten von in Vergessenheit geratener Brisanz einstellen, wenn die Frage lautet: Wer bekommt zuverlässig die Energie, das Datacenter, das Wohngebiet oder das mittelständische Gewerbe?
7. April 2026 @ 14:26
Es hieß doch, 25 Prozent des weltweiten Erdöl und Gas müssen die Straße von Hormus passieren und alle Tanker Richtung China und anderen BRICS dürfen ja durch.
Dann führt also die Gesamtlücke von ca 15 Prozent zu einer Verdopplung (oder sind wir schon bei Faktor 4 oder 5?) des Gas- und Kraftstoffpreises?
Kann ich mathematisch nicht nachvollziehen.
7. April 2026 @ 14:00
Vor allen Dingen sollte man für Brüssel und sonstige Hauptstädte einmal einen umfassenden „regime change” prüfen, besser noch einfach herbeiführen!
7. April 2026 @ 15:02
So “einfach” wird sich das nicht herbeiführen lassen. Auf dem Brüsseler Maidan hätte man zB keine 5 Milliarden US-Dollar und kein Defilee Dutzender unterstützender ausländischer Spitzenpolitiker im Rücken…
7. April 2026 @ 16:38
Wer weiß!? J.D.Vance klang heute in Budapest so als wollten die USA Orban zum Führer Europas küren!? Und das Trump die EU nicht ausstehen kann sollte sich rumgesprochen haben! Aber Sie haben natürlich recht, „einfach“ ist nix dieser Tage!
7. April 2026 @ 13:54
Ist doch eigentlich klar, warum die EUCO nichts macht – denn effektiv ginge das nur, wenn man wieder bereit wäre, Energie aus Russland zu beziehen. Und bevor das passiert, lässt die EUCO lieber 500 Millionen EUropäer über die Klinge springen…