Klimakrise verschärft sich, Klimaziel wird aufgeweicht
Die Welt steuert auf eine Erderwärmung von katastrophalen 2,8 Grad zu, warnt die Uno in einem neuen Bericht. Dennoch weicht die EU ihr Klimaziel für 2040 auf.
Die EU-Umweltminister haben einen ganzen Tag und eine Nacht beraten – und am Ende beschlossen, das von der EU-Kommission vorgegebene Klimaziel von 90 Prozent CO2-Einsparung bis 2040 zumindest nominell einzuhalten.
De facto wird es aber aufgeweicht. Denn bis zu 5 Prozent der einzusparenden Emissionen sollen ins nichteuropäische Ausland verlagert werden. Außerdem gibt es Revisionsklauseln, mit denen die Ambition weiter gesenkt werden kann.
Außerdem einigten sich die Umweltminister darauf, den Start des neuen Emissionshandelssystems ETS II für Gebäude und Verkehr um ein Jahr auf 2028 zu verschieben. Das System galt bislang als zentrales Instrument im Klimaschutz.
Heruntergefahren wurden auch die Ziele für die Weltklimakonferenz (COP30) in Brasilien. Man einigte sich auf einen Korridor zwischen 66,25 und 72,5 Prozent gegenüber 1990 – eine konkrete Zahl konnten die Minister nicht vereinbaren.
Anpassung wäre nötig
Das ist peinlich – und steht im Widerspruch zu den jüngsten Warnungen der Uno. Demnach steuert die Welt auf bis zu 2,8 Grad Erderwärmung zu. Selbst noch mit nationalen Gegenmaßnahmen (NDC) wären es 2,3 bis 2,5 Grad.
Vor diesem Hintergrund hätten die EUropäer ihre Klimaziele eigentlich deutlich verschärfen müssen – oder aber einräumen, daß die ursprünglich angestrebten 1,5 Grad Erderwärmung nicht mehr zu erreichen sind.
In diesem Fall müsste die EU mindestens ebenso viel für die Anpassung an die Klimakrise tun wie für die Reduzierung der Treibhausgase. Doch das tut sie nicht. Nicht mal die Flut von Valencia hat ein Umdenken bewirkt.
Die Umweltminister wollen wohl nur noch den Schein wahren – aber ihre Politik nicht mehr ändern…

Niko
6. November 2025 @ 12:37
wo sind die Klimakleber, war das alles nur tam tam? Sind die Kippunkte für die grünen Umweltschützer plötzlich Makulatur. Stimmt es nicht mehr, dass Kriege maximal die Umwelt zerstören. Ich frage mich jeden Tag mehr, warum ich diesen Leuten geglaubt habe. War das alles nur Schau?
Bestes Beispiel ist Hofreiter, für den nicht ansatzweise genug Waffen geliefert werden. Mir wird übel vor so viel Verlogenheit und Heuchelei.
Helmut Hoeft
6. November 2025 @ 10:32
“https://lostineu.eu/forum-zur-eu-politik/forum/european-green-deal/” Wir müssen unser heute retten!! Morgen interessiert uns nicht, unsere Kinder, Enkel? Wtf?(!!)
Arthur Dent
6. November 2025 @ 09:54
Hat das Gates höchstselbst nicht erst gerade ein wenig relativiert? Welche Statistik legt die UNO zugrunde?
Mehr Energie hebt Wohlstand (vor allem in Entwicklungsländern), kollidiert aber mit dem Klimaschutz. Höherer Wohlstand bedeutet bessere Anpassungsfähigkeiten. Zu fragen bliebe, ob Temperaturberechnungen das Nonplusultra im Kampf zum Klimawandel sind? Kann man nicht CO2-Ausstoss ins Verhältnis zur Wertschöpfung / BIP-Wachstum setzen? Übrigens sind weltweite Getreideernten auf Rekordkurs, die Artenvielfalt am Äquator größer als in der Antarktis. Erwärmung ist nicht immer gleich Krise oder Katastrophe. Es ist eine Frage der Abwägung.
ebo
6. November 2025 @ 10:30
Richtig, höherer Wohlstand bedeutet bessere Anpassungsmöglichkeiten. Doch statt sich auf die Anpassung zu konzentrieren, jagt die EU immer noch unrealistischen und letztlich symbolischen Klimazielen hinterher. Gleichzeitig werden die größten Dreckschleudern von den Klimaschutz-Maßnahmen ausgenommen – auf der Straße wie in der Industrie, vom Militär ganz zu schweigen.
umbhaki
5. November 2025 @ 22:13
Jetzt mal unter uns, es liest ja keiner mit: Unsere weisen Weltenlenker können irgendwelche Klimaziele, also Reduktionen von klimaschädlichen Einflüssen, überhaupt nicht bewirken. Es geht einfach nicht!
Unser ganzes Gesellschafts- und Wirtschaftssystem – weltweit inzwischen – ist auf Kapitalverwertung ausgelegt, und das heißt: auf »Wachstum«. Anders glauben wir nicht wirtschaften und leben zu können. So lange das so bleibt ist die Verringerung klimaschädlicher Einflüsse nicht denkbar und erst recht nicht praktikabel.
Wie lange schon werden immer wieder hochwohlvermögende Konferenzen auf globalster Ebene abgehalten zum hehren Zwecke der Klimarettung?
Die ganze „Klimaschonung“, die man uns so anzubieten hat, ist doch nichts anderes als eine Verschiebung des Raubbaus an Gaia („Mutter Erde“). Den Verbrauch fossiler Energie wollen wir reduzieren und aufhören, die ganze Erdkruste auf der Suche nach Kohle, Öl und Gas zu zerfleddern. Dafür zerfleddern wir sie jetzt auf der Suche nach den sogenannten Seltenen Erden und so einem Zeug. Wir schlagen neue Wunden in die Erde ohne mit der Ausweitung der alten Wunden aufzuhören.
Der Ausstoß von CO₂ steigt anstatt zu sinken. Das hat sogar der Deutschlandfunk gemerkt, und das will was heißen:
https://www.deutschlandfunk.de/klimawandel-co2-ausstoss-global-cop-30-100.html
Bitte beachten: Die dramatischen Umweltbelastungen, die durch das Führen von Kriegen entstehen (CO₂, Herstellung stählerner Monstrositäten in irren Größenordnungen, Kontaminierung von Ackerflächen, Zerstörung von Gebäuden, die irgendwann wiederhergestellt werden müssen), sind in diesen Statistiken gar nicht erst enthalten, wie bereits angemerkt wurde.
Der Bestand an KfZ nimmt seit 1991 (44,9 Mio.) kontinuierlich zu (2025: 61,1 Mio.) Quelle: Umweltbundesamt. Die Dinger werden dabei auch noch immer größer und schwerer (und hässlicher).
Wir müssen weg von dem ewigen Zwang, immer noch mehr Geld aus Geld machen zu müssen, gemeinhin »Kapitalismus« genannt. Wir müssen auch weg von der Konzentration der Beschäftigungsorte, was immer weitere Arbeitswege mit sich bringt.
Wir müssen weg davon
· jeden Tag ein totes Tier zu fressen,
· pausenlos neue Klamotten zu kaufen,
· jedes Jahr ein- oder mehrfach in Urlaub zu fahren/fliegen,
· stets neue („aktuelle“) technische Gimmicks haben zu wollen.
Man könnte noch vieles anführen, was wir tun sollten. Aber das geht alles nicht, denn es würde das heilige Wachstum be- bzw. verhindern. Also geht es nicht. Kapitalistisches Wirtschaften und Klimaschonung schließen einander aus.
(Es hat eine kurze Zeit gegeben, da hatte ich gehofft, dass die jungen Leute – Fridays for Future und so – in diese Richtung tendieren könnten. Aber diese Hoffnung hat sich auch zerschlagen.)
KK
5. November 2025 @ 23:14
(Es hat eine kurze Zeit gegeben, da hatte ich gehofft, dass die jungen Leute – Fridays for Future und so – in diese Richtung tendieren könnten. Aber diese Hoffnung hat sich auch zerschlagen.)
Die wollen halt auch auf Bali in den Urlaub – und nicht an den Timmendorfer Strand oder gar das Baggerloch um die Ecke!
palman
5. November 2025 @ 17:00
@ebo – Wertester – nur ein einfaches “JA” oder “NEIN” – bist Du irgendwie in das “Billionen-Geschäfts-Modell” des “ZEH-Oh-ZWEI-Krisen-KLAMAUKs” investiert ??!!?? – so oder so – “kläre” Ich hier eh nicht mehr weiter auf 😉
ebo
5. November 2025 @ 17:15
NEIN, wieso?
palman
5. November 2025 @ 17:42
@ebo – Bester, den wo Ich kenne – ging ja fix – sorry – wenn Du jetzt NICHT geflunkert hast, dann machst Du “irgendetwas” falsch !?! – denn ALLE anderen verdienen sich wenigstens eine relativ “Goldene Nase” dabei und DU machst die Promotion für “daffke” !?! – na ja – denk mal drüber nach – evtl. hast Du ja noch meinen “Grätschen”-Post zur Hand und /oder guck mal bei “meinem” damaligen “MitBewerber” (im Jahr “2000”), Marco Bülow (Ex-SPD-MdB / aktueller Buchtitel “Korrumpiert” …), vorbei !?! – einen “Emil” darfst Du Mir nat. auch senden 😉
Erneuerung
5. November 2025 @ 15:40
@KK:
Zustimmung, das habe ich auch schon in verschiedenen Foren kritisiert. Dazu kommen aber noch weitere Fakkten über die “Erneuerbaren”:
Sie schaden, zumindest in der Form wie sie in Europa in die Landschaft gepflanzt werden, dem Klima mehr als sie nützen. China ist wohl führend beim Ausbau der “Erneuerbaren”, ist aber auch ein sehr großes Land und die Anlagen werden mit großem Abstand, auch in Wüstengebieten, platziert. Hier in Europa wird alle paar Kilometer ein Biotop zerstört, und das, obwohl dies gar nicht nötig wäre. Es gibt z,B. an Autobahnen kilometerlange Schallschutzwönde und aufgeschüttete Schallschutzwälle, die nur für Grafitti und Rasenmäher eine Grundlage darstellen, obwohl sie nach Süden zeigen. Industriegebiete und Parkplätze bleiben ohne PV. Die Schädlichkeit von in den Wald gepflanzten Windrädern incl. der erfoderlichen Fundamente und Erstellungsmaßnahmen erkennen immer mehr Personen. Abrieb, PFAS und Lärm legen noch einen drauf. Es gibt kein schlüssiges Gesamtkonzept. Siehe hierzu auch: https://tkp.at/2025/11/05/windparks-veraendern-das-klima-und-reduzieren-das-pflanzenwachstum/.
Ja, dieser Herr Meyer wird von der grünen Seite als unseriös dargestellt, allerdings sind mir noch keine Gegenargumente untergekommen, dafür vielfache Diffamierungen.
Mit dem Verbrennern verhält es sich ähnlich. Ein 2..3 l Benziner dürfte wesentlich umweltverträglicher sein als ein 1,5 mal so schwerer Stromer wenn man alle Randbedingungen mit einrechnet.
Auch der “grüne”Deal ist lobbbygesteuert und hilft damit der Umwelt nicht bis kaum. Resume’: Europa schafft sich auch mit der angeblichen CO2-Reduzierung selbst ab.
KK
5. November 2025 @ 17:23
“Ein 2..3 l Benziner dürfte wesentlich umweltverträglicher sein als ein 1,5 mal so schwerer Stromer wenn man alle Randbedingungen mit einrechnet.”
Vor allem, wenn man die Benziner 20+ Jahre fährt – und die Politik nicht alles tut, um dieses völlig unwirtschaftlich zu machen (zB die geplante jährliche HU für ältere Fahrzeuge). Ein E-Auto muss erst beweisen, dass es länger als die 8-10 Jahre hält un d die Schwachstelle Batterie überleben. kann – deshalb wären Austauschbatteriedsysteme via Swap-Stations wie zB beim chinesischen Hersteller NIO die nachhaltigste Lösung, da man auch immer nur die Batteriegrösse verwenden müsste, die man für die erforderliche Reichweite benötigt und nicht unnötig dauernd viel Gewicht transportiert, nur weil man ein- oder zweimal im Jahr weitere Strecken bewältigen muss. (neben weiteren Vorteilen) Ausserdem nutzt ein E-Auto solange nichts, solange der Strom für dessen Betrieb anderswo CO2 emittiert. Und der ganze Strom für Millionen E-Autos und abermillionen Wärmepumpen braucht entsprechende Infrastruktur, die es schlicht nicht hat und auch nicht in ein paar Jahren hergezaubert werden kann.
KK
5. November 2025 @ 14:27
Solange das ganze Militär und Kriege, in die jetzt je das allermeisste Geld fliessen soll, rausgerechnet bzw. erst gar nicht reingerechnet werden, ist das doch alles nur noch lächerlich.