Gaza-Aktivisten in Israel: “Folter, Demütigung und unrechtmäßige Haft”

Israel hat mit der Abschiebung Hunderter überwiegend europäischer Gaza-Aktivisten begonnen. Damit soll offenbar der Skandal um die menschenverachtende Behandlung der verschleppten Aktivisten vertuscht werden.

Die Menschenrechtsorganisation Adalah teilte mit, alle Teilnehmer der Gaza-Hilfsflotte seien aus dem Gefängnis entlassen worden und nun auf dem Weg zur Abschiebung aus Israel. Adalah warf Israel nach Angaben von dpa “Folter, Demütigung und unrechtmäßige Haft” friedlicher Aktivisten vor.

Ein Video des israelischen Polizeiministers Ben-Gvir, das die Aktivisten nach ihrer Festnahme in demütigender Weise zeigte, hatte zuvor international Empörung ausgelöst.

Es zeigt den Minister mit einer Gruppe Anhängern und eine israelische Flagge schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten der internationalen Hilfsflotte in der israelischen Hafenstadt Aschdod.

Keine Sanktionen, keine Strafe?

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die Behandlung der Aktivisten sei „völlig inakzeptabel“. Er forderte israelische Regierung auf, „den Schutz und die würdige Behandlung dieser Aktivisten, darunter mehrere EU-Bürger, sicherzustellen“.

Von möglichen Sanktionen sprach er nicht. Dabei geht es vor allem um EU-Bürger, die gedemütigt wurden – und ein Land, mit dem die EU ein Partnerschaftsabkommen unterhält, das es zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet.

Führende israelische Politiker verurteilten zwar Ben-Gvirs Verhalten, Konsequenzen soll es bisher jedoch keine geben. In Israel ärgert man sich wohl vor allem darüber, daß die menschenverachtende Behandlung ans Tageslicht kam…

Mehr zu Gaza hier, ein Video mit Ben-Gvir unten (Quelle: Haaretz / X)