Ewige Sommerzeit? Erste Zweifel in Brüssel

Am 31. März 2019 könnten wir zum letzten Mal die Zeit umstellen. Das kündigte Kommissionschef Juncker in seiner Rede zur Lage der Union an. In Belgien macht man sich schon Gedanken um die Umsetzung – und beginnt zu zweifeln.

Belgien würde, falls die EU die Zeitumstellung tatsächlich abschafft, die Sommerzeit behalten, meldet die Zeitung “Le Soir”. Bei der Online-Befragung hätten sich die meisten Belgier in diesem Sinne ausgesprochen.

Die Befragung war zwar alles andere als repräsentativ. Nur in Deutschland war die Beteiligung nennenswert. Doch wenn der übermächtige Nachbar die Sommerzeit behält, kann Belgien kaum anders entscheiden.

Aber jetzt kommt der Haken: Die ewige Sommerzeit bedeutet nicht nur, dass es abends länger hell bleibt – sondern auch, dass es morgens länger dunkel ist! “Le Soir” hat nachgerechnet – und beginnt zu zweifeln.

Am 31. Dezember 2019 würde die Sonne in Brüssel nämlich erst um 9.45 Uhr aufgehen, richtig hell würde es erst nach zehn Uhr. Das könnte nicht nur viele Arbeitnehmer ärgern, die – gefühlt – am Ende der Nacht arbeiten müssen.

Es könnte auch die EU-Beamten und Diplomaten stören, die sich jeden Morgen ins Brüsseler Europaviertel durchschlagen müssen. Die ewige Sommerzeit hat eben auch Nachteile – doch die hat Juncker nicht erwähnt…

P.S. Immerhin hat die EU-Kommission nun eingeräumt, dass das Ende der Zeitumstellung zu einem Flickenteppich führen könnte. Vor allem die Südeuropäer könnten ausscheren – und sich endgültig von der Sommerzeit verabschieden…