Die Schweiz kapituliert

Bisher traf der internationale Währungskrieg vor allem Russland. Nun fordert er ein unerwartetes Opfer: Die Schweiz hat die faktische Bindung an den Euro aufgegeben. An den Märkten führt dies zu Panikreaktionen.

Prompt schnellte der Schweizer Franken in die Höhe, Euro und Börse gingen in den Keller. Ist damit die Eurokrise zurück? Oder lösen sich nun „nur“ die Verspannungen, die diese Krise ausgelöst hatte?

Die SNB versuchte, ihre Kehrtwende als Rückkehr zur Normalität zu verkaufen. Die Schweizer Unternehmen seien lange genug vor einer Verteuerung des Franken geschützt worden, die die Exporte gefährdet hatte.

Doch in Wahrheit hat sie wohl vor den Märkten und der Europäischen Zentralbank EZB kapituliert. Die EZB will am 22. Januar mit massiven Anleihekäufen eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschließen. Das kann den Euro weiter schwächen.

Die SNB müsste dann noch mehr Euro kaufen, um das alte Mindestziel zu verteidigen – und dazu hat sie vermutlich nicht die Mittel. Die Eurokäufe würden schlicht zu teuer für die Schweizer Notenbank.

Nun komme ein „Tsunami“ auf die Eidgenossen zu, fürchtet Swatch-Chef Hayek. Denn nicht nur die berühmten Swatch-Uhren, auch Urlaub in der Schweiz wird auf einen Schlag teurer.

Auch Euroland muss sich auf turbulente Zeiten einstellen. An den Finanzmärkten herrscht helle Aufregung. Denn es gibt ja nicht nur die Schweiz, sondern auch Russland und Griechenland.

Die Nervosität könnte in Panik umschlagen, wenn EZB-Chef Draghi nächste Woche doch nicht wie erwartet handelt – oder wenn sein Anleiheprogramm floppt.

Siehe auch “Euroland ist abgebrannt” und “Schweizer Käse”

 

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