Lobbytour bei der selbst ernannten Chefin der EUropa AG
Elf deutsche Bosse und NRW-Regierungschef Wüst waren auf Lobbytour bei Kommissionspräsidentin von der Leyen in Brüssel. Viel erreicht haben sie nicht.
Günther Oettinger war für seine Wirtschaftsnähe bekannt. Kein EU-Kommissar empfing in Brüssel mehr Bosse als der Baden-Württemberger.
Doch nun wird Oettinger getopt – von Kommissionschefin von der Leyen und NRW-Ministerpräsident Wüst.
Der CDU-Politiker war zu Besuch in der EU-Kommission – gemeinsam mit den Chefs von E.ON, Henkel, Evonik, Uniper, Thyssenkrupp , DHL, Rheinmetall, Hochtief, Rewe, Covestro und Lufthansa.
Die elf deutschen Bosse kritisierten die überbordende Bürokratie und Regulierung in der EU. Ihr gemeinsames Papier namens „Europapolitischer Impuls“ enthält jede Menge Vorschläge.
Von der Leyen nahm es entgegen und gelobte Besserung – dabei hat sie die meisten umstrittenen EU-Gesetze selbst auf den Weg gebracht. Und konkrete Zusagen wollte sie auch nicht machen…
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P.S. Die deutsche Kommissionschefin leitet übrigens bereits mehrere “strategische Dialoge” – für Branchen wie Automobil, Stahl, Chemie oder Rüstung. Aber offenbar reicht das noch nicht – sie tut so, als sei sie die Chefin der EUropa AG…

Arthur Dent
5. Juli 2025 @ 06:27
Nur mal am Rande bemerkt: Eon 5,6 Mrd. Euro Überschuss 2024, Henkel 3,1 Mrd. Euro Betriebsergebnis – ein Plus von 20,9 Prozent 2024, DHL 3,38 Mrd. Euro Überschuss 2024…. – die notleidende Wirtschaft braucht mal wieder dringend Rettungsprogramme vom Steuerzahler. Und die Printmedien schreiben mit solchem Unsinn tagtäglich die Blätter voll.
KK
5. Juli 2025 @ 12:52
“Daddy” will halt noch mehr Dividende für seine Kumpels von Blackrock, Vanguard etc.pp.
Monika
4. Juli 2025 @ 12:40
Auch Söder war zu Besuch. Dessen Abbau der Bürokratie, er meint die Entbindung von statistischen Aufzeichnungen, verkauft er dem gewerblichen Mittelstand (der davon überhaupt nicht betroffen ist) als entlastenden Fortschritt, de facto entbindet er nur das Land Bayern von statistischen Aufzeichnungen zu Wirtschaftsdaten. Das ist zur Verschleierung von Rüstungswirtschaftlichen Dingen seehr praktisch. Söder, der Meister des double use… Punkte beim Mittelstand, der erst später sieht dass er für was applaudiert, das ihn gar nicht betrifft, und saubere landespolitische Weste.. muss man drauf haben…
Kleopatra
4. Juli 2025 @ 11:35
Sie kritisieren, dass vdL CEOs der Industrie keine konkreten Zusagen gemacht habe. Hätte sie dies getan, würden Sie sie sicher wegen Einknicken vor Industriebossen tadeln. Wie kann die Arme es Ihnen recht machen?
ebo
4. Juli 2025 @ 11:54
Diese Lobbytour war völlig unnötig. Von der Leyen vertritt ohnehin schon die Interessen der (deutschen) Industrie.
Schauen Sie sich mal von der Leyen “strategische Dialoge” mit mehreren Industriebranchen an, dann wissen Sie bescheid. Hier ein Beispiel aus der Autoindustrie https://ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/attachment/880307/List%20of%20participating%20organisations.pdf
KK
3. Juli 2025 @ 23:07
“Die deutsche Kommissionschefin leitet übrigens bereits mehrere “strategische Dialoge”…”
Echt jetze? DIAloge? Oder doch nicht eher MONOloge?
ebo
3. Juli 2025 @ 23:13
Von der Leyen betonte, dass die europäische Verteidigungsindustrie in großem Maßstab und zügig reagieren können muss. Sie würdigte die Bemühungen der Unternehmen seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine, wodurch unter anderem die Produktion erheblich gesteigert und neue Fertigungsstraßen eingeführt wurden.
https://germany.representation.ec.europa.eu/news/strategischer-dialog-mit-der-europaischen-verteidigungsindustrie-nimmt-arbeit-auf-2025-05-13_de
KK
4. Juli 2025 @ 01:16
Genau, das klingt für mich nach Monolog…
Arthur Dent
3. Juli 2025 @ 22:45
“Der CDU-Politiker war zu Besuch in der EU-Kommission – gemeinsam mit den Chefs von E.ON, Henkel, Evonik, Uniper, Thyssenkrupp , DHL, Rheinmetall, Hochtief, Rewe, Covestro und Lufthansa.
Die elf deutschen Bosse kritisierten die überbordende Bürokratie und Regulierung in der EU.”
– Na klar, die wollen alle die Handy-Nummer von Uschi. Da sind Milliarden drin.
– Bürokratie-Abbau: Weg mit allen Regeln und Hemmnissen! Und natürlich brauchen alle Bosse vielmehr und dauerhaft Subventionen, äääh – “Investitionen” natürlich.