Der Impf-Basar endet mit einer Blamage

Der Streit um die Impfstoff-Verteilung in der EU endet mit einer Blamage. Zwar haben sich die Botschafter – auf Drängen Österreichs – auf eine Umverteilung geeinigt. Doch Wien schert wieder aus. In Brüssel spricht man von einer Niederlage für Kanzler .

Kurz hatte sich lautstark über eine “ungerechte” Verteilung der Impfstoffe in der EU beklagt und von einem “Basar” gesprochen. Doch Kanzlerin sträubte sich gegen eine Neuregelung beim letzten EU-Gipfel.

Also mußten die EU-Botschafter ran. Doch auch die taten sich schwer. Statt – wie zunächst angekündigt – 10 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer neu zu verteilen, stellten sie nur drei zur Disposition. Der Rest wird nach Bevölkerung aufgeteilt, wie bisher.

Doch selbst um diese drei Millionen Dosen gab es Streit. Nach einigem Hin und Her wollen Deutschland und einige andere Staaten nun gut 2,8 Millionen Dosen an Bulgarien und andere östliche EU-Partner spenden.

Österreich, Tschechien und Slowenien sind jedoch ausgeschert. Sie waren mit der Neuverteilung nicht zufrieden, dabei hatten sie sie selbst angestoßen. Österreich will Tschechien nun seinerseits mit einer Spende helfen.

Wer hat gewonnen, wer verloren? Klar ist, dass Kurz massiv an Ansehen verloren hat. Er steht nun als Buhmann da, der das angeblich so ausgewogene Verteilsystem durcheinander gebracht hat und am Ende auch noch ausscherte.

Doch das System ist nicht ausgewogen. Es bevorzugt reiche Staaten wie Deutschland, die auch beim teuren Impfstoff von Biontech zugreifen – und es benachteiligt die ärmeren Länder, die lieber das billige Vakzin von AstraZenecia bestellen.

Kurz hat den Fingern in die Wunde gelegt, allerdings sehr ungeschickt agiert. Merkel kann sich nun als edle Spenderin präsentieren, die Solidarität mit anderen EU-Ländern übt – dabei wollte sie ursprünglich gar nichts abgeben…

P.S. Dass Merkel ausgerechnet dem korrupten, aber EVP-regierten, Bulgarien die meisten Impfdosen spendet, und das kurz vor den Wahlen, hat ein “Geschmäckle”…