China top, Frankreich flop

Follow the money! Dies ist ein guter Rat, wenn man die politische Ökonomie der EU verstehen will. Von Anfang an wurde sie von Deutschland und Frankreich beherrscht, doch das hat sich geändert.

Neuerdings ist China der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Frankreich ist 2017 zurückgefallen – bei den Exporten auf Platz zwei, bei den Importen auf Platz drei, meldet das Statistische Bundesamt.

Dementsprechend hat Frankreich auch an Bedeutung für die fast ausschließlich auf Export fixierte deutsche Wirtschaftspolitik verloren. Export-Zielland Nummer eins sind nun die USA.

Mit den USA verzeichnet Deutschland auch den größten Exportüberschuss (50,5 Mrd. Euro). US-Präsident Trump will gegensteuern, doch sein Defizit ist 2017 größer geworden.

Hier liegt denn auch das größte Konfliktpotential für die deutsche Handelspolitik. Die größte Abhängigkeit besteht dagegen gegenüber China. Wird Berlin pro-chinesisch und anti-amerikanisch?

Das hängt entscheidend vom Verhalten von Washington und Peking ab. Wenn Trump auf Protektionismus setzt und dabei auch die EU (sprich: Deutschland) ins Visier nimmt, gibt es Probleme.

Der europäische Binnenmarkt und die davon abgeleitete Wirtschaftspolitik der EU hingegen sind für Deutschland kein spannendes Thema mehr. Deshalb hat man es mit Reformen auch nicht eilig.

Dass Brüssel fordert, den deutschen Dienstleistungsmarkt zu liberalisieren, juckt die Regierung in Berlin ebenso wenig wie Klage über die betrügerische deutsche Autoindustrie. Läuft doch alles rund!

 
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