Austerität und Drohnen: Belgien rutscht in die Doppelkrise
Belgien ist der Sitz von EU und Nato. Nun rutscht das Königreich in eine doppelte Krise. Sie erinnert an das Budget-Chaos in Frankreich, aber auch an die Drohnen-Hysterie in Dänemark. Wenn bis Weihnachten keine Lösungen gefunden werden, stürzt die Regierung.
Bange Stunden in Belgien: Mitten in einer schweren Regierungskrise wird das Königreich auch noch von mysteriösen Drohnen-Überflügen verunsichert.
Premierminister De Wever hatte deshalb am Donnerstag gleich zwei Krisensitzungen: Erst tagte das Sicherheitskabinett in Brüssel, dann begab er sich zu König Philippe – um seinen Rücktritt anzubieten.
De Wever hatte erst im Februar seine Arbeit als Regierungschef aufgenommen. Der flämische Politiker ist Mitglied der separatistischen und ausländerfeindlichen Partei N-VA.
Seine sogenannte Arizona-Koalition setzt sich aus mehreren liberalen und konservativen Parteien aus Flandern und der Wallonie zusammen; im Norden Belgiens arbeiten auch Sozialdemokraten mit.
Das fragile Parteienbündnis wäre im Sommer schon einmal fast zerbrochen. Damals drehte sich der Streit um den Krieg in Gaza und die Haltung zu Israel und Palästina.
Dass sich die Situation in Belgien nun wieder zuspitzt, hat zwei Gründe: die Drohnen, die zuletzt auch den Flughafen in Brüssel-Zaventem lahmgelegt haben, und der harte Sparkurs der föderalen Regierung.
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Siehe auch “Drohnen über Belgien: Der Russe war’s!?”

Arthur Dent
8. November 2025 @ 20:18
Belgien war schon mal 541 Tage ohne Regierung und ist nicht untergegangen.
Und so ganz ohne Haushaltsdisziplin geht’s auch nicht.
ebo
8. November 2025 @ 20:22
Es sagt ja auch keiner, daß Belgien untergeht. Aber diese beiden Krisen – harter Sparkurs auf der einen Seite, Drohnenangst und Russland-Phobie auf der anderen – ist typisch für die Lage in der EU. Und da Belgien zufällig auch die EU-Institutionen beherbergt, finde ich es signifikant und relevant!
Helmut Hoeft
7. November 2025 @ 09:56
“Austerität und Drohnen” Naja, zu den Spekulationen über Drohnen ist ja genug spekuliert worden, jetzt noch “Austerität”. Unbedingte Leseempfehlung hierzu: Clara E. Mattei “Die Ordnung des Kapitals Wie Ökonomen die Austerität erfanden und dem Faschismus den Weg bereiteten”
Mattei belegt umfassend die Niederringung der Errungenschaften der Arbeiterschaft in Italien und Großbritanien nach dem WK I. Durch Austerität haben Ökonomen, Politiker und Faschisten Hand in Hand die, die die alle Werte durch ihrer Hände Arbeit erschaffen haben wieder in den Dreck zurück gestoßen und die Herrschaft des Kapitals wieder neubegründet und verstärkt.
Und so läuft das überall wo Austerität gepredigt wird! * grrrh * Siehe hier:
Bei Austerität sind sich Wirtschaftsliberale und Faschisten einig In den 1920ern unterstützten liberale Ökonomen in Italien den Faschismus. Denn sie teilten das Ziel, die Bevölkerung zu disziplinieren. https://www.surplusmagazin.de/austeritat-wirtschaftsliberale-faschismus-claramettei-kapitalismus/ und
Clara Mattei: »Milliarden für das Militär sind auch Austerität« Seit mehr als einem Jahrhundert greifen Regierungen in Krisenzeiten auf Austeritätspolitik zurück. Welche Motivation dahinter steckt, erklärt Clara Mattei im Interview. https://www.surplusmagazin.de/clara-mattei-austeritat/
Michael
7. November 2025 @ 09:07
… was heißt „Doppelkrise“? Was ist in Belgien denn nicht Krise?
Herbert
7. November 2025 @ 08:13
Hat er nicht auch die Herausgabe russischen Kapitals an die €U verweigert?
Die offensichtliche Ohnmacht gegenüber gefährlichsten Drohnenangriffen.
Eine Unfähigkeit, die einen „Regime-Change“ geradezu herausfordert.