Aufgelesen: Trump muß gehen “bevor es zu spät ist”
In den USA mehren sich die Stimmen, die ein Amtsenthebungs-Verfahren für US-Präsident Trump fordern. Ein solcher Beitrag wurde kurz nach Trumps ultimativer Vernichtungsdrohung gegen Iran im Polit-Portal “The Hill” in Washington veröffentlicht. Hier einige Auszüge in deutscher Übersetzung.
Von Aron Solomon, “The Hill“
Am Ostermorgen wandte sich Präsident Trump auf Truth Social an die Öffentlichkeit und gab eine Erklärung ab, die von keinem anderen modernen amerikanischen Präsidenten vorstellbar gewesen wäre. Schon das bloße Lesen war erschütternd: „Dienstag wird im Iran der Tag der Kraftwerke und der Brücken sein – alles in einem“, schrieb er kurz nach 8 Uhr morgens. „Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben – WARTET ES AB. Gelobt sei Allah.“
Lassen wir den Schockmoment einmal beiseite und betrachten wir, was dies in der Praxis bedeutet. Dies ist keine beiläufige Bemerkung bei einer Kundgebung. Es war auch keine Falschaussage, die von Mitarbeitern schnell korrigiert wurde. Dies ist eine öffentliche Erklärung, gerichtet an einen geopolitischen Gegner, während einer aktiven und eskalierenden internationalen Krise.
Und sie wirft auch eine Frage auf, die Washington seit Jahren zu vermeiden versucht: Was passiert, wenn das Risiko nicht von außen kommt, sondern vom Präsidenten selbst ausgeht?
Der 25. Zusatzartikel
Der 25. Zusatzartikel zur Verfassung wurde nicht aus parteipolitischer Zweckmäßigkeit verfasst. Er wurde für Momente konzipiert, in denen die Kontinuität und Stabilität der Entscheidungsfindung in der Exekutive in Frage gestellt wird. Sein Zweck ist nicht, einen Präsidenten zu bestrafen, sondern das Land zu schützen.
Seit Jahrzehnten wird der 25. Verfassungszusatz als politisch brisant behandelt. Das machte Sinn, als die Schwelle noch hypothetisch oder fern lag. Aber es macht weit weniger Sinn, wenn sich reale Bedenken in Echtzeit, vor den Augen der Öffentlichkeit, während einer potenziellen militärischen Eskalation in einer der volatilsten Regionen der Welt abspielen.
Hier geht es nicht um Ideologie. Es geht nicht darum, ob man die allgemeine Politik der Regierung unterstützt oder ablehnt. Es geht um die Leistungsfähigkeit. Das Amt des Präsidenten erfordert ein Maß an Urteilsvermögen, das besonnen, überlegt und in einem Verständnis der Konsequenzen verankert ist. Worte, die ein Präsident spricht – oder veröffentlicht –, sind nicht nur Rhetorik. Sie sind Signale. Die Märkte reagieren darauf. Verbündete interpretieren sie. Gegner testen ihre Belastbarkeit.
Eine unmittelbare Gefahr
Wenn diese Signale unberechenbar, aufwieglerisch oder losgelöst von strategischer Kohärenz werden, ist das Risiko nicht abstrakt. Es ist unmittelbar.
Wir haben bereits gesehen, wie schnell sich Fehleinschätzungen im Zusammenhang mit dem Iran zu einer Spirale entwickeln können.
Die Straße von Hormus ist keine Metapher. Sie ist einer der kritischsten Engpässe in der globalen Energieversorgungskette. Jeder Andeutung von Gewalt, Blockade oder Vergeltung hat reale Auswirkungen auf die Ölmärkte, die militärische Lage und die zivile Stabilität auf mehreren Kontinenten.
Präsident außer Kontrolle
Vor diesem Hintergrund ist eine Sprache, die eher wie Provokation als wie Politik klingt, nicht nur unangemessen. Sie ist destabilisierend.
Es spielt auch ein tieferes institutionelles Problem eine Rolle. Seit Jahren haben beide Parteien stillschweigend die Macht der Exekutive ausgebaut. In Krisenzeiten neigt der Kongress dazu, sich zurückzuhalten. Die Behörden richten sich danach aus. Das System konsolidiert sich um das Präsidentenamt.
Dieses Modell funktioniert nur, wenn die Person im Zentrum in der Lage ist, Zurückhaltung zu üben. Wenn diese Annahme ins Wanken gerät, korrigiert sich das System nicht von selbst. Es verstärkt sich.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) Der Originaltext (in Englisch) steht hier. Siehe auch Sicherheitsrisiko Trump: Der große Faktencheck

9. April 2026 @ 09:33
Eine Absetzung von Trump alleine würde das Problem sicher nicht lösen. Es würden viele Heilanstalten gebraucht um alle wahnsinnigen Expansionisten und Kriegstreiber Amerika’s wegzusperren.
9. April 2026 @ 07:10
Erfreulich hohes Niveau hier in den Posts von ebo sowie den Kommentaren!
Bleibt nur noch eine – wenn nicht DIE – Triebfeder US-amerikanischer Politik, egal unter welchem Präsidenten*, zu erwähnen:
Der Amerikanische Exzeptionalismus.
*John F. Kennedy ausgenommen, mit der bekannten Konsequenz
(Vgl. David Talbot, Das Schachbrett des Teufels).
9. April 2026 @ 10:16
Ein Kontinent, der aus den gleichen Gründen mindestens genauso viele Heilanstalten gut gebrauchen könnte heißt Europa.
9. April 2026 @ 11:09
Korrekt.
8. April 2026 @ 17:42
Eigentlich spielt es keine Rolle, wer in US im Oval Office auf dem großen Stuhl sitzt. Kranke Kriegstreiber sind die allemal. Immer schon gewesen.
Und Menschenverachtung scheint in deren Verfassung zu stehen. Sonst würden die nicht schon immer aggressiv die Welt unterdrücken.
Siehe indigene Ureinwohner, Sklaverei, sämtliche Kriege der letzten 100 Jahre usw.
Die Liste darf gerne ergänzt werden
8. April 2026 @ 18:13
Versuch einer Ergänzung, ohne Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit: Dies ist eine Liste der Laender, die nach WWII von den USA bombardiert wurden. Keines der Bombardements war voelkerrechtskonform.
Japan 6.08 and 9.08 1945 • Korea and China 1950-53 (Korean War) • Guatemala 1954 • Indonesia (1958) • Cuba (1959-1961) • Guatemala (1960) • Congo (1964) • Laos (1964-1973) • Vietnam (1961-1973) • Cambodia (1969-1970) • Guatemala (1967-1969) • Grenada (1983) • Lebanon (1983, 1984) (hitting targets in the territories of Lebanon and Syria) • Libya (1986) • Salvador (1980) • Nicaragua (1980) • Iran (1987) • Panama (1989) • Iraq (1991) (Gulf War) • Kuwait (1991) • Somalia (1993) • Bosnia (1994, 1995) • Sudan (1998) • Afghanistan (1998) • Yugoslavia (1999) • Yemen (2002) • Iraq (1991-2003) (joint US and British troops) • Iraq (2003-2015) • Afghanistan (2001-2015) • Pakistan (2007-2015) • Somalia (2007-2008, 2011) • Yemen (2009, 2011) • Libya (2011, 2015) • Syria (2014-2015, etc. … !?
8. April 2026 @ 21:52
Der Zweite Weltkrieg hat erst mit der Unterzeichnung der Kapitulation der Japaner an Bord der USS Missouri am 02.09.1945 offiziell geendet, wenn auch sie die Atombomben der Auswertung der Kommunikation der Japaner nach – wie berichtet in “The Untold History of the United States” – nicht sonderlich interessiert hat weil sie sowieso schon horrende Zerstörung durch die Feuerbombadierung ihrer Städte durch die Amis erfuhren, die teils höhere Zerstörungsgrade aufwiesen.
Was sie letztlich zum aufgeben brachte, war der termingerechte (mit Roosevelt nocht in Yalta vereinbart, 3 Monate nach VE Day) Kriegseintritt der Sowjets, wie diese durch die Madschurei rollten und wohl der Umstand dass sie diese nicht auf ihren Heimatinseln haben wollten.
Dass die Japaner so tickten wussten die Amis auch seit Juni 45 weil sie japanische Funksprüche abgefangen und die Codes geknackt hatten. Der Atombombenabwurf war somit komplett unnötig, ein Zeichen von Trumans Unfähigkeit und Beinflussbarkeit von dem einen Senator dessen Name mir entfallen ist sowie John Foster Dulles und Konsorten aber eben nominal noch innerhalb des Konfliktes.
8. April 2026 @ 22:05
Was Korea betrifft, waren die Amis sogar mal formell im Recht, da der Norden Angriff und der Sicherheitsrat offiziell dies als Bruch des Friedens feststellte, Resolution 83 und darin aufforderte Südkorea beizustehen. Die Sowjets hatten kein Veto eingelegt weil sie die UN boykottierten zu der Zeit, vermutlich das einzige Mal das die Uno effektiv war.
https://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Security_Council_Resolution_83
PS:
Stalin gab dem Kim wohl offiziell das Ok zum Angriff weil der seit längerem die Insel wiedervereinigen wollte und Nordkorea der stärkere Teil war damals, sogar industriell. Aber nachdem die Amis mehr Bombem abwarfen als im gesamten Pazifikkrieg des 2.WK blieb wohl nur in einziges Haus in Pjöngjang unbeschädigt.
Das Ok von Stalin gab es wegen aggressiven Schritten der USA hier in Europa, weswegen ich den Ukrainekrieg letztlich als Umkehrung unseres Schicksales betrachte, da wir jetzt sozusagen das Opfergebiet sind für die Wiederauflage des Kalten Krieges anstatt andersherum.