Aufgelesen: Deutschland an vorderster (Ost-)Front in der Nato

Die Bundeswehr will an der Ostflanke der Nato “eine Führungsrolle“ übernehmen. Darüber berichtet die “Informationsstelle Militarisierung”.

Von Jürgen Wagner*

Die NATO ordnet ihre Kommandostrukturen mit Blick auf Russland neu. In diesem Zusammenhang wurde nun auch eine Neuaufteilung der Zuständigkeiten an der NATO-Ostflanke bekannt gegeben, wo das derzeit in Münster ansässige Deutsch-Niederländische Korps künftig für Estland und Lettland verantwortlich sein soll. Die deutschen Führungsansprüche in der Region bilden sich damit auch zunehmend in den sich herausbildenden neuen NATO-Kommandostrukturen ab.

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Das Verteidigungsministerium informierte in einer Pressemitteilung über eine erneute Umgestaltung der Zuständigkeitsbereiche. Mit dem Deutsch-Niederländischen Korps (1GNC) wird neben Stettin ein zweites Kommando für die Region geschaffen, das Mitte des Jahres die Zuständigkeit „in der Region Estland und Lettland“ übernehmen soll.

Mit dem turnusmäßig zwischen den Niederlanden und Deutschland wechselnd befehligten Korps festigt Deutschland seine Ansprüche, „an der Ostflanke der NATO eine Führungsrolle“ zu übernehmen, unterstreicht die BMVg-Pressemitteilung nur wenig verklausuliert: „Damit wird dem I. Deutsch-Niederländischen Korps eine erhebliche Verantwortung für die Leitung von Übungen und anderen vorbereitenden Aktivitäten übertragen, sowie im Ernstfall für die Verteidigung der Ostflanke. Diese Verantwortung liegt aktuell beim Multinationalen Korps Nordost (MNC NE). Mit der Aufstellung eines zweiten Hauptquartiers in der Region, neben dem MNC NE, demonstrieren Deutschland und die Niederlande ihre Bereitschaft und ihre Fähigkeit, Verantwortung für die Abschreckung und die Verteidigung der NATO-Ostflanke zu übernehmen.“

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Die neue NATO-Kommandostruktur in Osteuropa nimmt Gestalt an – und Deutschland befindet sich dabei buchstäblich an vorderster Front.

* Veröffentlicht am: 29. Mai 2026, der Originaltext steht hier. Mehr zur Nato hier