AstraZeneca: So verspielt man Vertrauen

Deutschland, Frankreich und weitere EU-Staaten haben die Impfung mit AstraZeneca-Vakzinen ausgesetzt – aus Sorge vor Blutgerinnseln. Die zuständige EU-Behörde widerspricht, das Chaos ist perfekt.

Aktuell sei man weiter der Überzeugung, dass die Vorteile von AstraZeneca bei der Verhinderung einer Corona-Infektion größer seien als das Risiko durch Nebenwirkungen, teilte die Europäische Arnzeimittelagentur EMA mit.

Damit widerspricht die EU-Agentur den nationalen Behörden in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern. Sie hatten die Impfung wegen der Berichte über Thrombose-Risiken ausgesetzt.

Am Donnerstag soll es eine Sondersitzung bei der EMA geben. Bis dahin herrscht Chaos. Die Hand weiß nicht mehr, was die rechte macht – und all jene, die schon mit AstraZeneca geimpft wurden, dürften sich Sorgen machen.

Deutschland hatte das Vakzin erst vor wenigen Tagen auch für über 65-Jährige freigegeben – dabei war es von der EMA von Anfang an für alle Erwachsenen empfohlen worden.

Das Hin und Her zeigt, dass von einer kohärenten Impfstrategie in der EU keine Rede sein kann. Ganz im Gegenteil – ähnlich wie bei Reisewarnungen und Grenzkontrollen macht jeder, was er will!

Das untergräbt nicht nur das Vertrauen in AstraZeneca, sondern auch in die EU und ihre Behörden…

Siehe auch AstraZeneca: Das Vertrauen ist futsch

P. S. In Belgien, am Sitz der EU-Kommission, wird weiter mit AstraZeneca geimpft!