Fischstäbchen und Rohöl: EU-Sanktionen werden zum Bumerang – schon wieder
Sanktionen sollen Russland schwächen. Doch das 21. Sanktionspaket hat die EU selbst in eine Krise gestürzt. Die Maßnahmen erweisen sich als Bumerang – sogar Berlin hat Bauchschmerzen.
English version here (Substack)
Beim letzten Treffen der EU-Außenminister gab es Streit – über den Ölpreisdeckel und den Irankrieg, russischen Seelachs und der Deutschen liebste Kost – Fischstäbchen. Deswegen hatte sogar Berlin große Bedenken gegen den Sanktionsplan.
Um das Schlimmste zu verhindern, wurde am Dienstag eine Krisensitzung der EU-Botschafter in Brüssel einberufen. Die Diplomaten standen unter Zeitdruck, denn am 15. Juli läuft eine wichtige Frist aus. An diesem Mittwoch wird nämlich der Ölpreisdeckel neu berechnet.
Der von Russland nicht anerkannte Preisdeckel wurde von den G-7 und der EU eingeführt und legt fest, zu welchem Höchstpreis russisches Öl in Drittländer exportiert werden darf. Er orientiert sich an den Marktpreisen – wegen des Irankriegs könnte der Preis jetzt kräftig steigen.
Notbremse in letzter Minute?
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Das will die EU verhindern – mit einer Notbremse: Die EU werde den aktuellen Preisdeckel vermutlich um drei Monate verlängern, hieß es in Brüssel. Er würde damit bei derzeit 44,10 US-Dollar pro Barrel bleiben, und nicht sprunghaft auf ca. 48 Dollar steigen.
Doch selbst diese Notlösung hing vom guten Willen Griechenlands ab, das eine Einigung bis zur letzten Minute infrage stellte. Griechische Reeder machen immer noch gute Geschäfte mit der Verschiffung russischen Rohöls. Ihnen ist der Ölpreisdeckel ein Dorn im Auge.
Griechenland ist jedoch nicht das einzige Land, das für Ärger sorgt. Beim Ölpreis stehen auch Zypern und Malta auf der Bremse. Um den Widerstand der drei Länder zu brechen, wird diskutiert, ihnen beim Handel mit Flüssiggas (LNG) entgegenzukommen.
Ohne Seelachs geht es nicht!
Zugeständnisse muß die EU auch in anderen Bereichen machen – sogar bei Fischstäbchen. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Einfuhr von frischem Fisch aus Russland zu beschränken – doch dabei offenbar nicht an mögliche Folgen für die Verbraucher gedacht.
Russischer Seelachs wird nämlich für die in Deutschland überaus beliebten Fischstäbchen gebraucht, Berlin sieht durch die EU-Sanktionen die Versorgung gefährdet. Auch Frankreich und Portugal haben Bedenken, weil sie viel Seelachs und Kabeljau aus Russland importieren.
Am Ende waren die nationalen Vorbehalte so groß, daß Fisch ganz aus dem Sanktionspaket gestrichen wurde. Absurder geht’s kaum…
Siehe dazu auch meinen Beitrag für die “taz”. Mehr zum Wirtschaftskrieg gegen Russland hier, mit Neues vom Wirtschaftskrieg (258): EU-Sanktionen werden zum Bumerang

15. Juli 2026 @ 15:19
@european:
“Bedeutet, dass die EU durch ihre Kriegsunterstützung zur allgemeinen Energieverknappung und damit der Preissteigerung selbst massiv beiträgt und letztlich die Energieversorgung der EU gefährdet.”
Die ganzen Sanktionspakete der EU sind wie die kleinen Metallstücke an den Geisseln der eifrigsten Flagellanten, die sich tief ins eigene Fleisch eingraben und Stücke davon herausreissen. Es soll ja dem eigenen (Volks-)körper richtig weh tun, damit er am Ende zuversichtlich in die Apokalypse (gen Russland) reiten kann…
15. Juli 2026 @ 15:36
@KK
Ich bin nicht sicher, ob die so weit denken können. Im Moment habe ich noch den Verdacht, dass sie immer noch glauben, dass sie Russland isolieren können.
15. Juli 2026 @ 15:11
“Griechenland ist jedoch nicht das einzige Land, das für Ärger sorgt.”
Für den allermeissten Ärger sorgen all die Kriegsgeilen in EUCO, Rat und den diversen Parlamenten und Medien EUropas.
15. Juli 2026 @ 14:17
Warten die Ukraine und ihre Helfer mit der Zerstörung von Tankern eigentlich bis die gerade mal leer sind, oder werden die Tanker in gefülltem Zustand Treffer – versenkt? Das Asowsche Meer müsste doch nun wegen Totalverseuchung mit Öl praktisch ökologisch tot sein?
15. Juli 2026 @ 15:20
@Monika
Dies ist der Bericht ab Min 1:04 darüber mit einigem Videomaterial. Von der Naturkatastrophe wird nicht berichtet. Vielleicht hat ein anderer Kanal mehr Informationen darüber. Letztlich ist der ganze Krieg eine einzige Naturkatastrophe, wenn man mal vom unfassbaren menschlichen Leid absieht.
https://youtu.be/0E7Q-RsoM5A
15. Juli 2026 @ 12:57
Demenz ist nach allgemein anerkannter Tatsache nicht heilbar, sondern verschlimmert sich stetig, nur das Tempo der Verschlimmerung kann man beeinflussen. Auf das europäische Gehirn in Brüssel mit seinen teilweise ausgelagerten Synapsen in anderen europäischen Hauptstädten bezogen bedeutet dies, dass wir nur noch Chancen haben, die Krankheit bis zum Totalausfall zu verzögern. Das muss jeder an seinem Platz tun, also für seine Rechte kämpfen, junge Familien, Rentner, Minijobber zum Beispiel, oder auch Zeitsoldaten, die eben nicht gegen Russland kämpfen wollen. Das alles wirkt der Demenz etwas entgegen. Die Frage ist nur, ob es nicht besser wäre, den Qualen durch freien Lauf, z.B. durch Einstieg in die Kriegshysterie, ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Also wie bei Goebbels damals “Hurrah!” schreien, damit die Krankheit in ein paar Jahren nach Vernichtung beseitigt ist. Ich bin derzeit auf der ersteren Linie, schwanke aber noch.
15. Juli 2026 @ 13:20
Interessante Analogie. Demenz und Kriegsraserei sind gleichermaßen irreversibel. Es gibt KEIN ZURÜCK. Heilung aussichtlos.
Es gibt allerdings einen kleinen Unterschied. Während die Therapie bei Demenz darauf abzielt, den Demenzfortschritt zu verlangsamen, zielt die Therapie bei der Kriegsraserei darauf ab, die Zerstörung zu beschleunigen.
15. Juli 2026 @ 10:59
Mehr vom Gleichen, Russland muss in die Knie gezwungen werden, selbst wenn wir selbst schon längst wirtschaftlich untergegangen sind. Durch VW wird es jetzt offensichtlich, nachdem sich die Regierung über ein Jahre in die Tasche gelogen hat und den Benzin/Dieselpreis künstlich unten gehalten hat. Im Herbst funktioniert das nicht mehr und das Desaster sowie die Lügen und Vertuschungen unserer Politik und Medien werden auf dem Tisch liegen. Wie die Ukraine, so sind wir nur Ausführende amerikanischer Politik und der dahinterstehenden Oligarchen. Ich bin gespannt, wann die Bevölkerung das endlich realisiert.
15. Juli 2026 @ 10:34
Die Fürstin der Finsternin lungert mal wieder in Kiew herum und postet:
“Die Ukraine hat eine starke militärische Dynamik aufgebaut. Das Blatt wendet sich.”
Leute, einfach mal Ursula von der Leyen vertrauen und optimistisch bleiben! Wenn deutsche Kriegsexperten Pläne für Europa schmieden, kommt es doch immer gut
Die Russen sind ja auch optimistisch. Ein paar Fabriken, Öldepots, Ölraffinieren und Schiffe weniger – was solls. Die Wirtschaft floriert, die Investoren reissen sich um russische Projekte und die Armee hat alles unter Kontrolle!
Wahnsinn ist das neue Normal.
15. Juli 2026 @ 10:22
Überrascht? Die EU schießt sich nach dem Motto “dümmer geht immer” wieder ins eigene Knie.
Das kommt davon, wenn in vielen Fällen Politiker, welche man im eigenen Land aus diversen Gründen los werden will, ins Europaparlament entsorgt.
15. Juli 2026 @ 09:41
Es scheint darum zu gehen, RUS nieder zu ringen, “what ever it takes”; das könnte uns noch alle schmerzhaft auf die Füße fallen, und Uncle Sam lacht!
15. Juli 2026 @ 08:00
Die EU stützt die Ukraine mit Geld und Material um die russischen Tanker zu sprengen. Erst gestern wurden 14 Tanker im Asowschen Meer zerstört wie der Military Summary report berichtete und man auch im Merkur nachlesen kann.
Bedeutet, dass die EU durch ihre Kriegsunterstützung zur allgemeinen Energieverknappung und damit der Preissteigerung selbst massiv beiträgt und letztlich die Energieversorgung der EU gefährdet.
15. Juli 2026 @ 08:55
So ist es. Aber das ist der Politik egal – sie sieht ja auch über Trumps Militärschläge gegen Iran “großzügig” hinweg.
15. Juli 2026 @ 09:53
14 Tanker zerstört? Berichten Military Summary und Merkur! Wenn das man keine Fake News und pure Propaganda sind!? Es gibt nun mal äußerst kriegshörige Medien!
15. Juli 2026 @ 10:04
Nach meiner Beobachtung berichtet der Military summary report so neutral wie moeglich und benennt nicht nur Quellen, sondern zeigt auch entsprechendes Videomaterial. Es handelt sich nicht um ein deutsches Altpapiermedium, das nur die “Erfolge” Der Ukraine benennt und die Vorstoesse Der Russen am Boden verschweigt.