Update Rumänien: Simion liegt vorn, EKR gratuliert
Die Wiederholung der Präsidentschaftswahl in Rumänien sollte einem EU- und Nato-freundlichen Kandidaten zum Durchbruch verhelfen. Doch das ist offenbar schief gegangen: Im ersten Wahlgang zeichnet sich ein Sieg für den rechten Kandidaten George Simion ab. „Wir haben zusammen Geschichte geschrieben, wir nähern uns einem hervorragenden Ergebnis“, sagte Simion am Sonntag in einer Ansprache. Drei Wählerbefragungen vom Wahltag sahen Simion bei 30 bis 36 Prozent – eine gute Ausgangsbasis für die Stichwahl in zwei Wochen. Der konservative EKR im Europaparlament hat Simion schon gratuliert. Simions Partei AUR gehört zum EKR. Mit dem EKR arbeitet auch die EVP zusammen – die Partei von Kommissionschefin von der Leyen…
P.S. Nach Angaben des Zentralen Wahlbüros erhielt Simion rund 41 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auf Platz zwei kam nach Auszählung aller Stimmzettel der parteilose Bürgermeister von Bukarest Dan mit rund 21 Prozent. Der Kandidat der bürgerlich-sozialdemokratischen Regierung landet mit rund 20 Prozent auf Platz drei – und ist damit nicht in der Stichwahl..

Skyjumper
5. Mai 2025 @ 12:13
Na dann warten wir mal ab, ob es am 18.05. zum mittleren Knall kommt. Zwar hat Simions den ersten Wahlgang überzeugend gewonnen, aber die beiden nächst platzierten kommen gemeinsam auf eine ähnliche Größenordnung. Gesichert ist da also noch gar nichts. Und auch die Wahlbeteiligung von nur etwas über 50 % lässt noch viel Luft für Überraschungen.
Und letztlich sollte man auch nicht vergessen, dass es bei der Wahl „nur“ um den Präsidenten geht. Der hat zwar mehr Einfluß auf die Staatsausrichtung als unser Grüßaugust, aber er ist nicht die Regierung.
Eigentlich könnte die ganze Wahl ein Sturm im Wasserglas sein. Wenn, ja wenn die EU und die Regierung in Bukarest nicht so unglaublich undemokratisch auf den ersten, ersten Wahlgang reagiert hätten. So ist es zur Kraftprobe zwischen den rumänischen Volk und den Antidemokraten in Brüssel geworden. Ich drücke dem Volk die Daumen. Und das vor allen dafür, dass sie hinterher nicht allzusehr enttäuscht werden. Denn die Rahmenbedingungen (nicht nur in Rumänien) sind schlecht. Egal wie der Wahlsieger letztlich heißt – Wunder für die Bevölkerung kann es kaum geben.
KK
5. Mai 2025 @ 11:15
Heute würde Heinrich Heine wohl eher dichten:
„Denk ich an EUropa in der Nacht…“
Nur, aus welchem Exil heraus könnte er sowas heute noch schreiben? Moskau? Peking? Johannesburg?
european
5. Mai 2025 @ 09:55
Was hat man sich eigentlich gedacht? Man stuerzt den beliebtesten Kandidaten und dann waehlt das Volk so wie gewuenscht?
Vielleicht haette man sich einmal naeher mit den aktuellen Verhaeltnissen im Land auseinandersetzen muessen, z.B. mit dem was die ukrainischen Oligarchen mit ihren Familien so im Land anrichten, was die gerade so aufkaufen. Deren Kinder enden uebrigens nicht im Schuetzengraben. Keine Gefahr, von der Strasse in den Van verfrachtet zu werden und ab damit an die Front im demokratischsten aller Laender.
Hinzu kommt die desolate Fluechtlingspolitik der EU. 1.5 Mio Fluechtlinge aus der Ukraine zaehlt das Land, bei ca. 19 Mio Einwohnern. Was macht das wohl mit dem Wohnungsmarkt vor Ort und den sonstigen Preisen?
Hinzu kommt der Braindrain, die Abwanderung gut qualifizierter Buerger. Rumaenische Aerzte nehmen wir doch gern. Rumaenien bezahlt die Ausbildung und wir sparen uns das. Gilt auch fuer ErzieherInnen, PflegerInnen, Angestellte der Gastronomie.
Und dann wundern wir uns ueber nationalistische Bestrebungen…..
Noch zum Schluss ein Zitat, das mir heute morgen die Lachtraenen in die Augen trieb. Die Wehrbeauftragte Eva Hoegl bescheinigt den AfD-Waehlern, “dass sie die Partei “aus Verwirrung” waehlen wuerden aber noch auf den richtigen Pfad der Menschenliebe zurueckgefuehrt werden koennten.”
Mir fehlen die Worte 😉
KK
5. Mai 2025 @ 13:12
“Die Wehrbeauftragte Eva Hoegl bescheinigt den AfD-Waehlern, “dass sie die Partei “aus Verwirrung” waehlen wuerden aber noch auf den richtigen Pfad der Menschenliebe zurueckgefuehrt werden koennten.”
Und wenn man bedenkt, dass dies ausgerechnet die “Wehrbeauftragte” gesagt hat, könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die Bundeswehr dann als “Pfadfinder” – mit robustem Mandat – dafür eingesetzt werden könnte… 😉
Michael Conrad
5. Mai 2025 @ 08:56
Es wird langsam Zeit, dass die Regierungen in der EU sich andere Völker wählen.
Wahrscheinlich bilden sich auch die Rumänen noch ein, dass sie einen gemeinsamen ethnisch-kulturellen Hintergrund hätten und ein Volk wären,
was natürlich verfassungsamtlich beglaubigt als gesichert rechtsextrem zu gelten hat.
Guido B.
5. Mai 2025 @ 07:51
Das autoritäre Gebaren in Brüssel und die verschwörerischen Repressionsversuche gegen nationalistische Kräfte werden logischerweise zur Stärkung ebendieser Kräfte führen. In Brüssel und anderen neoliberal regierten Hauptstädten hat offenbar noch niemand gemerkt, dass die Popularität der rechten Opposition das Ergbnis der neoliberalen Tyrannei ist.