Rutte bekommt Prügel für seine Rede im EU-Parlament
Nur eine Woche nach der Krise um die USA und Grönland teilt Nato-Generalsekretär Rutte zum Rundumschlag aus. Er hat sich nicht nur selbst für sein angeblich erfolgreiches Krisenmanagement gelobt, sondern zugleich den Europäern die Leviten gelesen.
Bei einem Auftritt im Europaparlament schloß er aus, dass Europa sich in absehbarer Zeit ohne Hilfe der USA verteidigen kann. “Träumen Sie weiter”, sagte Rutte. “Wir können es nicht.”
In einem solchen Szenario würde Europa den US-Atomschirm verlieren, argumentierte der Nato-Generalsekretär und fügte mit ironischem Unterton hinzu: “Viel Glück”.
Damit macht der “Trump-Flüsterer” nicht nur die europäischen Träume von einer unabhängigen “Verteidigungsunion” zunichte. Er räumt auch indirekt ein, daß es ihm nie darum ging, die europäischen Nato-Mitglieder vor US-Präsident Trump zu schützen.
Der Gegner ist für Rutte immer nur Russland, nie die USA. Dabei kommt von dort derzeit die größte Gefahr…
Widerspruch aus Frankreich
Immerhin: Einen Tag nach dem Auftritt im EU-Parlament bekommt Rutte reichlich Prügel – vor allem aus Frankreich. “Was für ein unwürdiger Auftritt“, twittert die EU-Abgeordnete N. Loiseau. “Die Nato braucht keinen Trump-Fan”.
“Nein, lieber Mark Rutte”, antwortet der französische Außenminister Barrot. “Die Europäer können und müssen ihre Sicherheit in die eigenen Hände nehmen”. Das sei der “europäische Pfeiler” in der Nato.
Sogar die EU-Kommission setzt sich von Rutte ab. „Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass wir zunehmend widerstandsfähiger und unabhängiger werden“, sagte eine Sprecherin in Brüssel.
Man arbeite daran, die Abhängigkeit und die Verwundbarkeit zu verringern. Na dann…
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P.S. Sogar das “Handelsblatt” wagt Widerspruch. “Rutte führt Europa in die Irre”, heißt es in einer neuen Kolumne.

28. Januar 2026 @ 13:36
Hm… sind meine Antworten auf Kommentare wieder mal untergegangen?
28. Januar 2026 @ 13:39
Immerhin, diese Frage ist gut sichtbar erschienen 🙂
28. Januar 2026 @ 11:12
“Träumen Sie weiter”, sagte Rutte. “Wir können es nicht.” Das einzige was stimmt ist, dass die nukleare Bewaffnung von F und GB nicht skalierbar ist, man hat halt nur dicke Knüppel zur Hand. Aber, wie man sieht, darauf kommt es nicht unbedingt an.
c. c.: Man ist so lange abhängig und nicht souverän wie man sich so definiert.
Wenn die Amis heute gehen dann kommen die Orks schon morgen … und wir können nix dagegen tun? Herr Rutte: “Träumen Sie weiter!”
28. Januar 2026 @ 07:29
Da das halluzinierende Europa gegenwärtig auch seine Feinde erfindet, würde es für die ausreichende, autonome Selbstverteidigung erstmal ausreichen, wieder echte multilaterale Diplomatie einzuführen. Aber dafür müsste man quer durch die Bank die ganzen hippen Zöglinge des Neoliberalismus und Transatlantizismus rauswerfen und mit all den Diplomaten und Beratern ersetzen, die man in den letzten 10 Jahren erfolgreich herausgeekelt hat. Doch davon sind wir genauso weit, wie von einem bemannten Flug zum Sirius.
27. Januar 2026 @ 22:36
28. Januar 2026 @ 00:13
“Die BW …kann aber nicht mal das eigene Land verteidigen – hat für manche Waffengattungen gerade mal Munition für 2 – 3 Tage.”
Das reicht doch, um den Eliten das nötige Zeitfenster zu verschaffen, um sich zu verpissen…
27. Januar 2026 @ 21:28
Rasmussen, Stoltenberg und jetzt Rutte und ich dachte jeweils es könne nicht schlimmer werden … !
28. Januar 2026 @ 00:11
Alles Ex-Staatschefs, die eine Anschlussverwendung brauchten. Mal schauen, wer Rutte nachfolgen wird. Ich tippe auf Macron. Ach nein, der wird als Bänker ja bei der EZB gebraucht. Dann vielleicht Donald… Tusk 😉
28. Januar 2026 @ 12:58
Glauben Sie im Ernst, gegen einen atomaren Angriff gäbe es eine sinnvolle militärische Abwehr oder eine atomare Abschreckung? Vor allem dann nicht, wenn die eigentlichen Kriegstreiber und Profiteure auf fremdem Boden kämpfen lassen können. Das hat nichts mehr mit den konventionellen Kriegen früherer Zeit zu tun.
27. Januar 2026 @ 17:16
Des’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing, alles andere ist egal, und die Thinktanks und Medien werden schon dafür sorgen, dass die humanoiden Gedanken zielgerichtet in die gewünschte Richtung fließen. Dumm ist nur, dass sich Europa immer weiter selbst ins Abseits schießt, da helfen auch hochgelobte Handelsdeals mit einigen südamerikanischen (nicht allen!) Staaten sowie Indien nichts. Die Musik spielt nun woanders, und ist auch in Südamerika und Indien noch gut zu hören, während man uns dafür Gehörschutz verordnet. Aber 2027 wird alles gut, ohne russisches Gas (haha LNG weltweit), dafür mit der Ukraine in der EU. Wie war das nochmal mit Scholl-Latur und Kalkutta?
27. Januar 2026 @ 17:09
Vielleicht sollte jemand mal Ra…äh… Rutte darauf hinweisen, dass EUropa sich vor allem GEGEN die USA verteidigen können muss.
Und dazu gehört vorrangig, den bedrohlichen US-Stützpunkten auf eigenem Territorium die Tür zu weisen und schnellstmöglich die US-Waffen in den eigenen Arsenalen zu ersetzen, die per Software vom Lieferanten untauglich gemacht werden könnten.