Handelskrieg mit den USA: Dieser Hebel wäre die wahre “Bazooka”

Nach den neuen Zolldrohungen von US-Präsident Trump wird viel über die europäische “Handels-Bazooka” spekuliert – das EU-Gesetz gegen Zwangsmaßnahmen ACI. Das ist jedoch nur ein Instrumentenkasten. Die wahre “Bazooka” sieht ganz anders aus.

Das viel zitierte “Anti-Coercion Instrument” ACI dürfte beim EU-Sondergipfel am Donnerstag eine zentrale Rolle spielen. Es sieht Gegenwehr gegen wirtschaftlichen Druck vor – passt also genau auf Trumps Drohungen mit Strafzöllen.

Allerdings ist ein ein Instrumentenkasten und keine Waffe. Zu den Instrumenten zählen Strafzölle, die Nichtanerkennung von Patenten und der Ausschluss von bestimmten Produkten oder Unternehmen vom europäischen Markt.

Das tut weh, gleicht aber eher Nadelstichen. Die wahre “Bazooka” liegt ganz woanders: Bei den US-Staatsanleihen, mit denen die EUropäer den riseigen Schuldenberg der USA finanzieren.

Insgesamt acht Billionen Dollar haben europäische Investoren in US-Anleihen und andere Wertpapiere investiert. Wenn sie ihre Anlagen umschichten und einen Teil des Kapitals aus dem Dollar-Raum abziehen, würde dies die hoch verschuldete USA empfindlich treffen.

Es ist „Europas riskantester Hebel“, schreibt das Handelsblatt – aber eben ein Hebel. Wenn die EU wirklich wollte, könnte sie ihn nutzen. Zwar nicht per “Ordre de Mufti” aus Brüssel, wohl aber über abgestimmte nationale (Ver-)kaufsentscheidungen.

Dänemark hat schon angefangen, sich von US-Anleihen zu trennen. Doch bisher sieht es nicht so aus, als wollten die Europäer den Dänen folgen und Hardball mit Trump spielen. Die wahre “Bazooka” bleibt im Waffenschrank – wetten, daß?

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