Zehn Jahre nach dem Brexit: Burnham sucht Nähe zur EU
Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum kommt Großbritannien immer noch nicht zur Ruhe. Der neue, siebte Premier Burnham hat gegen den Austritt aus der EU gestimmt und wirbt nun für eine Wiederannäherung an die Union. Doch der “Reset” bleibt schwierig.
Burnham hatte vor dem Referendum 2016 für einen Verbleib Großbritanniens in der EU geworben. Er hat erkennen lassen, dass er sich für eine Annäherung einsetzen würde. Anfang Juni sprach er sogar von seiner Hoffnung, dass Großbritannien noch zu seinen Lebzeiten in die EU zurückkehren könne.
Im Wahlkampf zeigte sich der neue Premier vorsichtiger. “Ich schlage nicht vor, dass Großbritannien den Wiedereintritt in die EU anstrebt”, sagte er. “Ich respektiere die Entscheidung, die beim Referendum getroffen wurde”, fügte er hinzu. Dabei hielt er aber daran fest, dass der Brexit “schädlich” gewesen sei.
“Ich möchte die Verhandlungsfortschritte zwischen Großbritannien und der EU festigen und diese Entwicklung zügig vorantreiben”, erklärte Burnham Anfang Juli in einem Beitrag für die “Times”.
Doch erstmal muß er in seinem neuen Amt Tritt fassen – und einen Termin finden: Der ursprünglich für diese Woche geplante “Reset-Gipfel” zwischen Großbritannien und der EU wurde auf unbestimmte Zeit verschoben…
Siehe auch meine Analyse für den Makroskop: “Zehn Jahre nach der Scheidung: Es bleibt kompliziert”

21. Juli 2026 @ 09:08
“Ich respektiere die Entscheidung …” sagt man doch nur, wenn dieses genau NICHT der Fall ist (siehe seinerzeit ‘die Renten sind sicher’). Damit die Geschäfte der City of London wieder besser laufen, muss eben eine erneute Liaison mit der EUdSSR her.
21. Juli 2026 @ 08:32
Ich bin nicht sicher, ob das aktuell hier in UK eine gute Idee ist. Das Land ist emotional sehr aufgeladen. Der Zulauf zu den rechten Parteien scheint ungebrochen. Der Grooming Gang Skandal hat die Bürger aufgewühlt und bei der letzten Demo in London hat Tom Robinson sprichwörtlich die Massen bewegt. In den neuesten Umfragen führt Reform UK deutlich vor Labour und den Conservatives. Auf lokaler Ebene wächst Restore Britain mit einem massiven Zulauf an Mitgliedern. Beides Parteien, die absolut gegen die Migrationspolitik der EU sind und deutlich auf britische Autonomie setzen.
Die zunehmende Zentralisierungswut der EU Granden stehen dem diametral entgegen. Man wird sehen, wie das mit dem digitalen Ausweis wird. Hier gibt es nicht einmal eine “normale” Ausweispflicht. Viele Briten haben nicht mal einen, sondern bringen ihre Geburtsurkunde, wenn irgendwo ein Ausweis verlangt wird. Und sie bestehen auf diesem Recht, so dass bisher nicht einmal ein normaler Ausweis wie in anderen EU Ländern Pflicht, durchgesetzt wurde.
Gleichzeitig wollen die Schotten ein zweites Referendum, aber auch hier sind die Bürger gespalten bezüglich eines EU-Beitritts. Es gibt auch den Gedanken, EFTA beizutreten.
Solange sich das Land nicht entschließt, für Entscheidungen dieser Tragweite qualifizierte Mehrheiten zu verlangen, wird EU ja/nein immer ein Zankapfel bleiben.
21. Juli 2026 @ 18:12
Yepp. Da haben wir es schon. Andy Burnham wird die Digital ID nicht einführen. Das spart ca 2 Mrd ein und wird zur Unterstützung der Bevölkerung verwendet, die mit steigenden Kosten kämpft.
https://www.bbc.co.uk/news/articles/c5y08z25q8eo
Weiterhin liest man davon, dass er die UK wieder industrialisieren will und mit Öl und Gasbohrungen in der Nordsee beginnen wird. Sieh an, sieh an.
Ob das mit UvdLs Erziehungsplänen kompatibel ist? 😉
21. Juli 2026 @ 19:31
“Ob das mit UvdLs Erziehungsplänen kompatibel ist?”
Kaum; aber das ficht ihn wohl auch nicht an 😉
Der Wegfall der Mehrwertsteuer auf Strom war schon mal ein erstes Zeichen, dass er es ernst zu meinen scheint.
21. Juli 2026 @ 02:03
… und evtl. mal überlegen, ob “Bullynesien*” doch nicht lieber NUR mit anderen “FalschFahrer-Nationen” k o o p e r i e r t !?! – na, wer kann sie alle aufzählen – aber ohne “KI” ?!? 😉
– * ) – da wurden ja im 19. Jhd. die sog. “BULL-Terrier und -Terrinen” hervor-gezaubert – mit dritt-stärkster “B e I s S -KRRRAFFFT” im HUNDE-Reich !?!
21. Juli 2026 @ 00:10
Rückkehr als Nettozahler oder Nettoempfänger?
20. Juli 2026 @ 21:54
Eine Rückkehr von GB in die EU? Warum? Um die alten Privilegien zu genießen: kein Euro, Beitragsdiscount, kein Schengen, etc.,etc.? GB war immer nur an sich selbst und Freihandel interessiert, nicht an Europa, Integration, etc.!
20. Juli 2026 @ 18:24
“Ich respektiere die Entscheidung, die beim Referendum getroffen wurde”
Was gibt es an dieser denkbar knappen Entscheidung, die nachweislich von Akteuren wie CA manipuliert wurde, zu respektieren?
Heute lässt man doch in EUropas “demokratischer Mitte” einfach so lange abstimmen, bis das Ergebnis dieser “demokratischen Mitte” auch halbwegs genehm ist. Ob nun bei Parlaments- oder Präsidentenwahlen, bei der Chatkontrolle… etc.pp. Da muss Mr. Burnham offenbar noch viel lernen…