Wie es Trump gefällt
Scherzhaft hat sich US-Präsident Trump schon mal “Präsident von Europa” genannt. Das war im September, als er die wichtigsten Staats- und Regierungschefs der EU zu einem improvisierten Ukraine-Gipfel im Weißen Haus empfing.
Damals haben noch alle geschmunzelt. Drei Monate später ist es bitterer Ernst.
Trump regiert in EUropa auf eine Weise mit, die bisher undenkbar war. Das jüngste Beispiel lieferte sein ungarischer Buddy Orban. Er pilgerte nach Washington, um sich dort eine Ausnahme für die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu holen.
Ein extremer Fall von Günstlingswirtschaft, könnte man meinen. Aber auch Kanzler Merz, Kommissionspräsidentin von der Leyen und viele andere EU-Chefs holen sich ihre Order bei Trump ab – mal offen, mal verdeckt, mal freiwillig, mal unter Androhung von Gewalt.
Sogar EU-Gesetze werden angepasst
So haben Merz und von der Leyen in dieser Woche auf die Teilnahme am EU-Lateinamerika-Gipfel verzichtet, weil sie sich keinen Ärger mit Trump einhandeln wollen. Der imperiale US-Präsident liegt im Streit mit Kolumbien und droht mit Krieg in Venezuela – die EU kritisiert das nicht, sondern sie gibt klein bei.
Kapituliert hat die EU auch beim Klimaschutz für die Schifffahrt. Trump hatte mit Sanktionen gedroht; EU-Diplomaten wurden offenbar auch direkt von der US-Administration bedroht. Daraufhin stimmte die EU der Verschiebung eines geplanten UN-Abkommens zu.
Sogar die europäische Gesetzgebung unterliegt mittlerweile den Launen des MAGA-Manns. So wurde die geplante Entwaldungsverordnung erneut aufgeschoben – Trump hatte Druck gemacht. Auch die Internet- und KI-Gesetze der EU sehen deshalb auf der Kippe.
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Erneuerung
10. November 2025 @ 19:30
Europa hätte nur eine Chance, in der Welt noch eine Rolle zu spielen, wenn es wirtschaftlich eng mit BRICS kooperiert. Da das nicht gewünscht ist, wird es auf absehbare Zeit von den Launen der Amerikaner und von deren Handelsdiktat abhängig sein. So war das im Ostblock 50 Jahre lang mit der Sowjetunion, das Ende ist bekannt. Und so wird auch Europa enden, es wird schlicht und einfach nirgends mehr konkurrenzfähig sein, auch nicht in der jetzt massiv geförderten Militärtechnik.
Monika
11. November 2025 @ 11:08
… eng mit BRICS kooperiert…
die BRICS-Staaten würden ihre gesamte Arbeit der vergangen Jahre mutwillig oder treu-doof in den Sand setzen, wenn sie den Alt/Neukolonialen Kräften des westlichen -leider noch nicht in die Knie gezwungenen- Imperiums Zutritt zum Bündnis verschaffen würden. Die BRICS tun gut daran, sich weiter zu konsolidieren ohne sich den Spaltpilz direkt ins Haus zu holen. Insofern wäre ein KooperationsVERbot einem KooperationsGEbot allemal vorzuziehen.
Bloß nichs überstürzen, einfach ruhig Blut weitermachen. Erst das neue Recht und die neuen Regeln etablieren, bevor man sich mit dem rotten aber noch stark virulenten Werte-Westen einlässt.
Merke Wer sich zu den Hunden legt muss mit Flöhen rechnen…
KK
10. November 2025 @ 15:57
Trump ist eher der Sugar-Daddy EUropas als sein Präsident: Gegen Willfährigkeit gibts Leckerli…
Art Vanderley
10. November 2025 @ 22:27
Guter Vergleich.