Wie die SPD den IWF lieben lernte
Lange nichts von der SPD gehört? Kein Wunder, denn diese Partei hat keine Position mehr. Nicht mal zu Griechenland und zum IWF, wie heute der Genosse Schneider bewiesen hat.
Am Morgen sagt der Finanzexperte noch im Radio, der SPD sei es ziemlich egal, ob der IWF am neuen Programm für Athen beteiligt wird. Das klang nach eigener Meinung, fast nach Kritik an Schäuble.
Am Nachmittag dann die Presseerklärung, die alles zurücknimmt. Nun ist der IWF plötzlich unverzichtbar. Zitat:
Eine Beteiligung des IWF an einem neuen Finanzhilfeprogramm für Griechenland war und ist für die SPD-Bundestagsfraktion ein zentrales Kriterium.
Zwar erwähnt Schneider auch noch den Eurorettungsfonds ESM, doch der Fall ist klar: Der Mann ist zurückgepfiffen worden, auch die Sozis werden den IWF lieben müssen… Mehr zu Griechenland und IWF hier

17. August 2015 @ 17:12
Warum wohl? Weil ihnen sonst Wählerstimmen davon laufen. Die überwiegende Mehrheit nicht nur in Deutschland ein legitimes Interesse daran, dass Griechenland die Hilfsgelder zweckentsprechend und kontrolliert verwendet.
17. August 2015 @ 17:45
@Nemschak Falsch. SPD-Wähler haben ein Interesse daran, dass Griechenland wirklich gerettet und nicht geopfert wird. Einen Wähler hat die Partei heute bestimmt verloren…
18. August 2015 @ 09:42
Das eine schließt das andere nicht aus. Die Mehrheit der SPD-Mitglieder mag die Rettung Griechenlands wollen, aber, ich könnte mir vorstellen, nicht um jeden Preis, Vernunft statt linker Sozialromantik.