Warum das Impfdebakel folgenlos bleibt

Wer ist schuld am europäischen Impfdebakel? Nach einer Woche des Streits und der Krisensitzungen ist diese Frage immer noch nicht beantwortet. Und es sieht auch nicht so aus, als werde sie jemals geklärt.

EU-Kommissionschefin von der Leyen hat zwar die Verantwortung für die Fehler der letzten Tage übernommen. Den Streit mit AstraZenecia, das Gezerre um die Exportbeschränkungen, den Eklat um Nordirland – sie nimmt alles auf ihre Kappe.

Doch die zugrunde liegenden Probleme bleiben ungelöst. Das fehlende Geld, die zögerliche Bestellung, der Mangel an Produktions-Kapazitäten, die späte Zulassung: Dafür hält keiner den Kopf hin, das wird auch nicht infrage gestellt.

Wie ist das möglich? Ich sehe drei Gründe.

Zum einen halten die wichtigsten Akteure – von der Leyen und Kanzlerin Merkel – wie Pech und Schwefel zusammen. Sie haben die Impfstrategie gemeinsam ausgeheckt, sie stimmen sich fast täglich ab, die “Methode Merkeleyen” ist schwer zu knacken.

Dabei steht die europäische Beschaffung rechtlich auf wackligen Füssen. Die EU hat nämlich in diesen Fragen keine Kompetenz. Man habe die “Werkzeuge” erst entwickeln müssen, sagt von der Leyen Sprecher. Ob sie wasserdicht sind, wird sich zeigen.