Wahl in Portugal: Warnschuss oder Trendwende gegen Rechts?
Nach dem Wahlsieg des Sozialisten Seguro in Portugal hoffen viele EU-Politiker auf eine Trendwende zuungunsten der Rechtspopulisten. Doch das Ergebnis gibt das nicht her. Der Härtetest kommt erst noch – in Ungarn.
Der gemäßigte Sozialist Antonio Jose Seguro hat die Präsidentschaftswahl in Portugal gewonnen. Nach Auszählung von fast 70 Prozent der Stimmen kam der 63-Jährige in der Stichwahl am Sonntag auf 64 Prozent, wie die Wahlbehörde mitteilte.
Sein Herausforderer, der Rechtspopulist Andre Ventura, lag bei 36 Prozent.
Damit verfehlte der 43-Jährige zwar den Sieg, konnte das Ergebnis seiner Anti-Establishment-Partei Chega im Vergleich zur Parlamentswahl 2025 jedoch deutlich steigern. Damals war die Partei auf 22,8 Prozent gekommen.
Härtetest in Ungarn
Von einer Trendwende kann daher noch keine Rede sein – eher von einem Warnschuss. Noch vor wenigen Jahren spielten die Rechten in Portugal keine Rolle, nun legen sie kontinuierlich zu.
Gegen eine Trendwende spricht auch das Ergebnis der Regionalwahl in Spanien. Die Sozialisten von Ministerpräsident Sánchez stürzen weiter ab. Die Rechtspopulisten verdoppeln die Zahl ihrer Abgeordneten in Aragón.
Der entscheidende Test kommt erst noch: die Parlamentswahl in Ungarn im April. Erst wenn Regierungschef Orban diese Wahl verliert, kann von einem echten Umschwung die Rede sein. US-Präsident Trump hat sich übrigens hinter Orban gestellt…

10. Februar 2026 @ 17:10
Tja, wenn Wahlen was verändern würden……
Die Hoffnung auf Heilsbringer zu setzten, egal ob von rechts,links, oben oder unten lenkt davon ab, dass es um die Systemfrage gehen muss.
Hier macht sich der Parteivorsitzende der Losdemokratiepartei Luft über “Die Verlogenheit des Systems”
https://www.youtube.com/watch?v=W4oAiFmfFV8
10. Februar 2026 @ 12:46
Ach, als Soz.dem.krat ist’s ein echtes Kreuz: Wenn langsam aber sicher die Seeheimer schon als “links” und arbeitnehmerfreundlich gelten müssen!
Der Wille der altvorderen echten Sozialdemokraten war doch gewesen, dem in der kapitalistischen Ausbeutung feststeckenden Arbeitern und Angestellten der 1. und 2. industriellen “Revolution” Gemeinschaftsgeist und die Stärke solidarischer Verweigerung zu verdeutlichen und das Bemühen, eine zumindest menschenwürdige Ebene herzustellen zwischen Großkapital und Arbeitern, zu fördern. Das ist seit der überstürzten, beinahe gewalttätigen Einverleibung der DDR in den schon im Sog des Turbokapitalismus kreiselnden Westen gründlich gescheitert. Die Auflösung der demokratischen, sozialen Marktwirtschaft ist besiegelt, das finanzfeudale Oligarchentum nur noch mit Totalzerstörung zu stoppen.
Das Parteiensystem hat sich selbst ad absurdum geführt, die Kräfte, die jeden zarten Neubeginn sofort in der Luft zerreissen, sind übermächtig geworden. Wir werden durch die Katharsis eines völligen Zusammenbruchs gehen müssen, ich hoffe noch, dass wenigstens der Planet überlebt. Die Menschheit in anderer Form, So wie es keine Dinos mehr gibt sondern Vögel…
10. Februar 2026 @ 14:41
@ Minka:
Als Sozialdemokrat ist man heutzutage in der SPD in Feindeshand – dem der neoliberalen militaristischen Führungskader nämlich. Ich wundere mich nur noch über den Langmut der verbliebenen Sozialdemokraten in dieser Partei… diese hätten sich doch längst abspalten müssen!
9. Februar 2026 @ 23:26
“ein gemäßigter Sozialist” – ist jemand, der nicht so ganz gegen die kapitalistische Produktionsweise ist, nur so ein bisschen – oder wie muss man sich das vorstellen? So ein wenig Ausbeutung muss schon sein, oder?
🙂
10. Februar 2026 @ 01:19
Für mich heißt das rechte SPD, Seeheimer.
“Ehrenberg gehörte zu den Mitbegründern des konservativen Seeheimer Kreises innerhalb der SPD. 2009 vollzog Ehrenberg einen Flügelwechsel, indem er die linksorientierte Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten in der SPD (AGSS) mitbegründete. Als Grund dafür gab er an, dass sich die SPD-Politik nach rechts gewandelt habe und er mit seinen bisherigen Positionen daher heute vergleichsweise links stehe.”
Die schreiben in der Partei ja gerade an einem neuen Grundsatzprogramm, das kann ja nur eine Horroshow werden, sämtliche Leute die vormal gegen GroKos waren, haben ihre Diagonalkarrieren erfolgreich abgeschlossen oder sind einflusslos.
10. Februar 2026 @ 14:42
“Sozialdemokrat ist man aus Überzeugung – aber aus wechselnder!”
Hab ich mal wo aufgeschnappt.
9. Februar 2026 @ 21:35
… und welche Auswirkungen werden die Wahlergebnisse in Japan haben!? Gehört Japan im fernen Osten jetzt plötzlich nicht mehr zum sog. Westen? Ich dachte selbst die NATO wollte – oder will immer noch – ein sog. Liaisonbüro in Tokyo eröffnen!?