Wackelt nun auch Tusk?

Früher waren EU-Präsidenten fast unangreifbar. Heute sind sie Wackelkandidaten. Nach Kommissionschef Juncker, dem immer noch die LuxLeaks-Affäre nachhängt, bekommt nun auch Ratspräsident Tusk Ärger.

Die neue stramm rechte Regierung in Polen möchte gegen den Ex-Premier vor das Staatstribunal zerren. Sie wirft ihm schwere Versäumnisse bei den Ermittlungen zum Absturz der Präsidentenmaschine über dem russischen Smolensk im April 2010 vor, bei dem der damalige Staatschef Lech Kaczynski und 95 weitere Menschen starben.

Die Tusk-Regierung war zu dem Schluss gekommen, dass die Piloten versagt hätten. Das wollen die Nationalkonservativen nicht gelten lassen. Wenn sie ernst machen, könnte dies für Tusk unangenehm werden.

Lachende Dritte wäre wieder einmal Kanzlerin Merkel. Sie hatte sowohl Tusk als auch Juncker in ihre EU-Ämter gehievt; wenn sie dort eine schwache Figur machen, kann sie umso stärker auftreten…

 
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