USA und Russland: “Europa torpediert Friedensprozess für die Ukraine”

Zwei Wochen nach dem EU-Ukraine-Gipfel in Washington ist der Friedensprozess für die Ukraine im Sande verlaufen. Die EUropäer geben Kremlchef Putin die Schuld – doch Moskau und sogar Washington sehen es anders.

Das von US-Präsident Trump vorgeschlagene Gipfeltreffen zwischen Putin und Selenskyj ist (wie erwartet) nicht zustande gekommen, die überfälligen europäischen Friedensgarantien für die Ukraine lassen auf sich warten.

Doch während man in Berlin und Brüssel mit dem Finger nach Moskau zeigt, zeigen zwei Finger auf die EU zurück: Sowohl die USA als auch Russland verdächtigen die EUropäer, den Friedensprozess zu hintertreiben.

“Trump-Beamte wittern Verrat aus Europa”, schreibt die “FR“. Hochrangige Regierungsvertreter im Weißen Haus seien überzeugt, dass einige europäische Führer öffentlich Präsident Trump unterstützen, während sie hinter den Kulissen die Fortschritte wieder rückgängig machen. 

„Die Europäer dürfen diesen Krieg nicht verlängern und hintenherum unvernünftige Erwartungen einführen, während sie zugleich erwarten, dass Amerika die Kosten trägt“, sagte ein ranghoher US-Beamter gegenüber dem US-Portal “Axios”. „Wenn Europa diesen Krieg eskalieren will, ist das ihre Sache. Aber sie würden eine Niederlage aus den Klauen des Sieges reißen.“

Noch härtere Töne kommen aus Moskau. “Der Kreml wirft Europäern vor, Trumps Friedensbemühungen zu stören”, heißt es im Deutschlandfunk.

Kremlsprecher Peskow sagte im staatlichen Fernsehen, die Europäer hätten ein Interesse an der Fortsetzung der Kämpfe. Deshalb ermutigten sie die Regierung in Kiew, an ihrer unnachgiebigen Haltung festzuhalten.

Da ist was dran – wenn man den europäischen Besucherreigen in Kiew und die ständigen Durchhalteparolen aus Brüssel und Berlin hört. Kanzler Merz stellt sich schon auf einen “langwierigen Krieg” ein…

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