USA mischen sich in Energiepolitik ein – und schüren Streit

Während die EU über einen Weg aus der Energiekrise streitet, gab der Energiebeauftragte von US-Präsident Biden eine Pressekonferenz – und drohte Deutschland und Russland.

Man werde sich bald mit Sanktionen beschäftigen müssen, sagte Amos Hochstein in einer Video-Pressekonferenz mit internationalen Journalisten.

Denn es mehrten sich die Anzeichen, dass Russland den Handel mit Gas als „Waffe“ nutze, um die Betriebsgenehmigung für die fertiggestellte Pipeline Nord Stream 2 zu erzwingen.

Wenn Russland über genügend Gas für Lieferungen durch Nord Stream 2 verfüge, könne es auch seine Lieferungen durch das ukrainische Netz erhöhen, betonte Hochstein laut „Süddeutscher Zeitung“.

„Dann sollten sie das auch tun“, sagte er. Es sei „schwer“, dies andernfalls nicht als Einsatz von Energie als Waffe anzusehen.

Genauso schwer ist es allerdings, Hochsteins Interview nicht als Einmischung in die deutsche und europäische Energiepolitik zu sehen.

Die USA drohen mit Sanktionen, die Deutschland gegen Russland erwirken soll – nach einer bilateralen Absprache zwischen Berlin und Washington.

Ein merkwürdiges Vorgehen unter „Alliierten“ – noch dazu mitten im großen Energiestreit und in den Verhandlungen über eine Ampelkoalition.

Fast könnte man meinen, Mr. Hochstein wolle einen Keil in die Koalition treiben und der grünen Ko-Chefin Baerbock frische Munition für ihren Kreuzzug gegen Nord Stream 2 liefern…

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P.S. Die EU-Kommission hat angekündigt, den Gasmarkt auf möglichen Mißbrauch zu prüfen. Rein zufällig richtet sich die Untersuchung vor allem gegen den russischen Gaskonzern Gazprom. Mit ersten Ergebnissen wird im Novemberv gerechnet.