US-Handelskrieg: Von der Leyen will verhandeln
Als Reaktion auf die von US-Präsident Trump angekündigten weltweiten Zölle hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen entschiedene Gegenmaßnahmen angekündigt, die Tür für Verhandlungen aber offengelassen. Es sei “noch nicht zu spät” für Verhandlungen, sagte von der Leyen. Die Europäer seien aber “bereit zu reagieren” und Vergeltung zu üben. Dies hat von der Leyen allerdings bereits mehrfach erklärt – passiert ist nichts. Mit Beschlüssen wird in Brüssel ohnehin erst Mitte April gerechnet. Die EU-Kommission hat ein erstes Paket mit Gegenzöllen angekündigt, die am 14. April in Kraft treten sollen. Weitere Maßnahmen könnten folgen – wenn alle EU-Staaten mitziehen. Allerdings steht Deutschland auf der Bremse. Der Exportweltmeister hat am meisten zu verlieren…
Siehe auch US-Handelskrieg: Von der Leyen wartet auf “Deal” mit Trump. Mehr zum Handelskrieg hier

Helmut Höft
3. April 2025 @ 19:11
„Allerdings steht Deutschland auf der Bremse. Der Exportweltmeister hat am meisten zu verlieren…“ … wenn er wie gewohnt in den amerikanischen A… kriecht! Kranke, dysfunktionale Strukturen bleiben erhalten, die ewig beschworene „Wettbewerbsfähigkeit“ geht über den Jordan für den kurzfristigen Vorteil der Exportniks, zu Lasten aller anderen. (… was man ja auch gut finden könnte; Wettbewerb auf dem Sportplatz, auf Unternehmensebene: Ja! Auf Nationenebene: Niemals! https://www.hhoeft.de/mythos/index.php/2020/06/05/wettbewerb-ist-gut-teil-3-und-was-dabei-rauskommt-kollateralschaden-fuer-alle/)
Hände weg von Exportüberschüssen https://www.hhoeft.de/mythos/index.php/2025/01/15/was-ist-geld-nachtrag-3-export-verlust-import-gewinn/
„We give ‚em „widschits“, they give us „didschids“!“ („Wir geben ihnen Dinge (Waren), sie geben uns Zahlen!“) https://stephaniekelton.substack.com/p/trade-isnt-money-for-nothing?utm_source=substack&utm_medium=email#media-4e78507c-1e45-42bc-b337-25ef591c1cb9 (ab 1’11“) und wenn’s schon Der Spiegel kapiert hat … https://archive.ph/8oXYg
KK
3. April 2025 @ 18:25
@ Arthur Dent:
“Aus Wohlstand für alle wird Wohlstand für einige wenige.”
Wieso “wird”?
Dieses Programm läuft doch schon seit Jahrzehnten!
“Dann wird die “warme Bude” für 90 Prozent zum Luxusgut in Deutschland, ein Auto wird sich nur noch die “Upper Class” leisten können.”
Wir im Westen werden im Rückblick die DDR-Bürger um ihre “Platte” und “Trabis” beneiden… und viele im Osten sich in ihre Allerwertesten beissen, dass sie sich so schnell ihre staatliche Souveränität haben regelrecht abkaufen lassen 😉
Arthur Dent
3. April 2025 @ 14:08
Außen- und Wirtschaftspolitik mit Hass, Wut und Vergeltung – super Idee. Bloß nicht eigenen Interessen folgen. Aus Wohlstand für alle wird Wohlstand für einige wenige. In einigen Jahren beginnen die Kreditzinsen und Tilgung für den Billionenkredit. Dann wird die “warme Bude” für 90 Prozent zum Luxusgut in Deutschland, ein Auto wird sich nur noch die “Upper Class” leisten können. Wer Glück hat, kann sich noch eine amerikanische Jeans leisten. Wir wollen noch einen weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie, Fernwärme, Wasserstoffhochlauf samt wasserstofffähige Gaskraftwerke, bis jetzt ohne Wasserstoff und ohne entsprechende Gaskraftwerke, dafür mit amerikanischem Luxusgas. Es gibt weder in Europa noch außerhalb Europas entsprechende Produktionskapazitäten oder technologische Transportmöglichkeiten. 2030 soll alles fertig sein, dann steigen wir aus der Kohleverstromung aus. Bis dahin sollten wir bis an die Zähne bewaffnet sein, wenn der Russe kommt. Ab 2045 wollen wir auch kein Gas mehr, dann sind wir in Deutschland klimaneutral und Wohlbefinden breitet sich aus. Die Rest-EU muss noch fünf Jahre länger warten.
🙂
KK
3. April 2025 @ 13:35
@ Stef:
“Dies wird allenfalls nach einem kompletten Generationswechsel in der politischen Elite Europas zu ändern sein…”
Wo sehen Sie denn in den kommenden beiden Politikergenerationen andere Sichtweisen, die diese Änderungen herbeiführen könnten? Grundlegend andere Sichtweisen haben doch in den herrschenden Strukturen gar keine Möglichkeit, überhaupt nur in die Nähe einer Erbfolgeposition zu kommen… die lässt man erst am ausgestreckten Arm auf den Hinterbänken verhungern und dann stellt man sie bei kommenden Wahlen erst gar nicht oder allenfalls an aussichtsloser Position auf. Die Wahlrechtsänderung in D, wo jetzt selbst sicher gewonnene Wahlkreise keine Garantie mehr auf einen Sitzplatz im Bundestag sind, wenn die Unbequemen nur weit genug hinten auf den Landeslisten platziert werden, begünstigt dies noch.
Michael
3. April 2025 @ 11:40
… und wenn Trump nicht verhandeln will !? Dummheit triumphiert über Willen! Längst nicht mehr tragisch, sondern nurmehr eine Farce!
Stef
3. April 2025 @ 11:35
Ich frage mich, was die Kommission und vdL in etwaigen Verhandlungen auf die Waagschale bringen will?
Europa ist in Sachen Energieversorgung durch die USA in vollem Umfang erpressbar. Dieses Risiko ließe sich allenfalls mit russischem Gas diversifizieren, von nichts ist die EU inzwischen weiter weg. Die EU will die USA im Ukrainekrieg halten, das stärkt die US-Verhanldungsposition noch weiter. Europa kann sich nicht selbst verteidigen ohne die USA und diskutiert dies auch noch in aller Lautstärke, was dem europäischem Verhandlungsgewicht zusätzlich abträglich ist. Und Gegensanktionen Marke Baerbocks “Update-Steuer” hätten die hiesigen Verbraucher zu zahlen, solange sie keine europäischen Alternativen haben, das dürfte sowohl der US-Regierung als auch den Tech-Konzernen herzlich egal sein.
VdL und die EU haben inzwischen nichts mehr zu bieten, was die USA irgendwie beeindrucken könnte. Dies ist der ebenso freiwilligen wie vermeidbaren Unterordung europäischer Interessen unter US-Interessen geschuldet. Dies wird allenfalls nach einem kompletten Generationswechsel in der politischen Elite Europas zu ändern sein, sonst verhindert die Angst vor Gesichtsverlust durch Eingeständnis vergangener Fehlentscheidungen alle echten Alternativen und Gegenmaßnahmen.
VdL landet nicht nur als Bettvorleger, sie springt noch nicht einmal als Tiger los.