Update: Deutsche Reisewarnung für Brüssel

Die EU-Kommission will sich nicht in die “nationalen” Coronaregeln einmischen. Dies gelte auch für die deutsche Reisewarnung für Brüssel, erklärte eine Behördensprecherin – dabei erschwert der deutsche Alleingang die Arbeit der EU.

Es sei nicht Aufgabe der EU-Kommission, nationale oder regionale Entscheidungen zur Coronakrise zu kommentieren, so die Sprecherin. Jedes EU-Land müsse selbst über seine Regeln entscheiden.

Auf meine Nachfrage, ob es nicht merkwürdig sei, dass der deutsche EU-Vorsitz eine Entscheidung treffe, die die Arbeit der EU in Brüssel behindert, gab es keine Antwort. Beamte und Diplomaten könnten ja frei reisen.

Und was ist mit den Journalisten? Wie sollen die Mitarbeiter der Europaabgeordneten nun nach Brüssel kommen? Wer soll noch zu Treffen des deutschen EU-Vorsitzes nach Berlin reisen, wenn er in Quarantäne muß?

Für die EU-Kommission ist das kein Thema. Für die Bundesregierung offenbar auch nicht. Da fragt man sich doch, was die EU und der deutsche EU-Vorsitz unternehmen, um den Kampf gegen Corona zu koordinieren.

Offenbar gar nichts – jeder macht, was er will. Dabei sollte der Kampf gegen COVID-19 und seine Folgen doch DIE Priorität des deutschen EU-Vorsitzes sein, in Berlin sprach man gar von einer Corona-Präsidentschaft…

Siehe auch “Deutsche Reisewarnung trifft deutschen EU-Vorsitz” und “Zweite Welle? Die EU ist nocht vorbereitet”

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