Ukraine: Es gibt doch einen EU-Plan – er zeugt von Realitätsverlust

Die USA haben einen neuen Friedensplan für die Ukraine, den sie offenbar ohne die EU durchsetzen wollen. Die EU-Außenbeauftragte Kallas wehrt sich – mit einem verblüffenden Gegenvorschlag.

“Wir haben einen klaren Plan”, sagte Kallas nach einem Treffen der EU-Außenminister am Donnerstag in Brüssel. “Erstens: Russland schwächen. Zweitens: die Ukraine unterstützen.”

Die Frau meint das ernst – denn gleich darauf kündigte sie härtere Maßnahmen gegen die sog. “Schattenflotte” Russlands sowie die Vorbereitung neuer Sanktionen an.

Das Problem: Kallas simpler “Plan” hat noch nie funktioniert. Die EU versucht schon seit Beginn des Krieges 2022, Russland zu schwächen und die Ukraine zu stärken – ohne Erfolg.

Russland ist stärker geworden

Im Ergebnis ist Russland wirtschaftlich und militärisch stärker geworden, die Ukraine und die EU schwächer. Und die Idee, Russland durch Druck an den Verhandlungstisch zu zwingen, hat auch nicht verfangen.

Wie auch? EUropäer und Russen agieren nicht auf Augenhöhe, das können nur die Amerikaner. Außerdem hat die EU alle Beziehungen zu Russland abgebrochen – im Gegensatz zu US-Präsident Trump, der einen Deal sucht.

Summa summarum zeugt Kallas’ “Plan” von einem totalen Realitätsverlust. Sie hat nicht nur völlig falsche Vorstellungen von Außenpolitik. Sie weiß nicht einmal, was in den USA vor sich geht – und wird nun von Trump übergangen…

Siehe auch “Friedensplan für die Ukraine: die EU ist schon wieder dagegen”

P.S Kallas hat es übrigens nicht zu den “Rettungsbemühungen” der EU zum Friedensplan für die Ukraine geschafft. Ihr Flugzeug blieb in Frankfurt liegen. Immerhin eine gute Begründung, warum man von der europäischen “Chefdiplomatin” in der entscheidenden Phase der Diplomatie so gar nichts hörte…