Trumps Charmeoffensive in China: Plötzlich sieht die EU sehr alt aus
Die USA und China versuchen, den von US-Präsident Trump losgetretenen Handelskrieg vergessen zu machen und ihre Beziehungen auf eine stabilere Basis zu stellen. Trumps Charme-Offensive erwischt die EU auf dem falschen Fuß – wieder einmal.
Beim Gipfeltreffen zwischen Trump und Staatschef Xi in Peking war von einer “konstruktiven, strategischen Stabilität“ die Rede; Trump lobte seinen autoritären Gastgeber in höchsten Tönen.
Xi sei eine “großartige” Führungspersönlichkeit, sagte Trump. „Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist“, so Trump weiter. „Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.“
Das darf man natürlich nicht für bare Münze nehmen. Trump versucht, seinen Besuch in Peking als phantastischen Erfolg zu verkaufen. Zudem braucht er dringend gute “Deals”, um vom Debakel im Iran abzulenken.
Die alte Biden-Linie ist überholt
Doch allein schon die Tatsache, daß sich die beiden mächtigsten Männer der Welt treffen und um Annäherung und Entspannung bemühen, ist ein Fortschritt. Kriege und Krisen hat die Welt schon mehr als genug.
Plötzlich sieht die EU verdammt alt aus. Sie folgt immer noch der alten, neokonservativen Linie von Ex-Präsident Biden, derzufolge der “systemische Rivale” China eingedämmt werden müsse. Doch diese Linie ist überholt.
Nicht nur die USA unter Trump, sondern auch Russland und die BRICS-Staaten buhlen um die Großmacht China. Wenn die EU nicht verdammt aufpasst, droht sie geopolitisch und wirtschaftlich ins Abseits zu geraten…
Mehr zu China hier. Siehe auch Neues vom Wirtschaftskrieg (295): Trump braucht Deals mit China
P.S. Gerät die EU nun auch in der China-Politik ins Abseits? Davor warnt der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hüther. „Europa spielt hier keine Rolle“, sagte Hüther dem RBB-Inforadio nach Trumps Besuch in Peking. „Gut, es ist ein bilaterales Treffen, aber es zeigt sich einfach, dass wir aufpassen müssen, dass wir nicht von der Rampe fallen.”

15. Mai 2026 @ 23:16
Alles was Trump haraus gehandelt hat, war ohnehin schon beschlossen, ist nicht weit her mit dem Dealmaker in diesem Fall.
Mit China reden? Ja. Vor China zu Kreuze kriechen? Nein, das ist ein brutales, totalitäres und imperialistisches Regime, das sowas als Zeichen der Schwäche versteht.
Innere Stärke (des Westens) besteht zwar schon in einer gewissen Wehrfähigkeit, die auch gegeben ist.
Aber eben auch im inneren Zusammenhalt und einem kulturellen Mindestniveau und beides erreicht man schlecht, indem man immer mehr Menschen faktisch ausschließt von allen Perspektiven, auf soziale, ökonomische und kulturelle Art.
Der Westen zerstört sich von innen heraus, der Gewinner könnte China sein, nicht aber Xina.
Imperien die die Welt eine Zeitlang beherrschten, haben immer auch eine Idee der Zivilisation mitgebracht die Andere überzeugt hat, mit reinem Dominanzgehabe ist das nicht erreichbar.
16. Mai 2026 @ 06:34
China war in seiner Geschichte (als ältester noch existierender Staat der Welt) nicht expansiv, es hatte keine Kolonien und keine Nachbarländer erobert. Eines der frühen Grundlagenwerke dieses Staats, war Pflichtlektüre der Gebildeten, vertritt den Grundsatz „Kein Krieg ist der beste Krieg!“ – aus dem Jahr ca. 453 vor unserer Zeit (!) von dem Militärstrategen(!) Sunzi. https://overton-magazin.de/top-story/kein-krieg-ist-der-beste-krieg/
Die Zivilisation in Europa wurden von den Kelten begründet, frühen Ökologen und Städtegründern, und von den Römern in ihrer Pax Romana fortgeführt. Die römischen Bürgerrechte bekamen auch Eingewanderte kontrolliert. Frieden und Wohlstand hatten Vorrang!
Krieg als Selbstzweck kennen die USA. Ihr MIK macht die Reichen superreich, während die breite Bevölkerung seit 50 Jahren Reallohnverluste hinnimmt, Deindustrialisierung, funktioneller Analphabetismus (Dunkelziffer, mind. 50%), die weltweit meisten Menschen im Knast, sehr niedrige Rate selbst ausgebildeter Ingenieure, sehr hohe Kindersterblichkeit, Mangelernährung (70% chronifiziert verfettet), sinkende Lebenserwartung: im Innern faktisch ein Land der Dritten Welt. – Aber mit 78 Ländern gleichzeitig im Krieg (2023).
17. Mai 2026 @ 15:58
lieber Karl, da muss ich doch ein wenig Wasser in ihren Wein kippen…In Chinas Geschichte wurden sehr wohl Kriege geführt: zum vereinen des Reiches, auch gab es etliche tributpflichtige Länder… also so ganz unkriegerisch waren sie nicht! Und noch nie zimperlich was Bürgerkrieg anging. Im Kaiserreich waren Bauern und Frauen nicht allzu wertvoll. Spuren mussten sie halt, als Bauern-Soldaten. Aber ja, im 19.und 20. und jetzt auch im 21. Jahrhundert gingen die tödlichen Aggressionen nicht von China aus. Ausnahme: es sei denn es ging “nur” um die eigenen Leute. Bei Mao hat sich in der Anfangsphase viel zum Guten gewendet. in der Endphase seiner Herrschaft hat er sehr an seinem Mythos und der Macht geklebt. Seine Frau und die Viererbande wurden dann die notwendigen Sündenböcke, ohne die eine chinesische Konsolidierung nicht”gesichtswahrend” unter dem “kleinen Steuermann” Deng Xiaoping fortgesetzt hätte werden können. Ich bin gespannt wohin Xi Jinping nun das heutige China führen kann.
15. Mai 2026 @ 14:13
Wer die alternativen und sozialen Medien aufmerksam verfolgt, dem dürfte bereits aufgefallen sein, dass sich die EU und insbesondere Deutschland bereits bei vielen Erdenbürgern im politischen und humanitären Abseits befinden, die Wirtschaft hinkt dem noch erwas hinterher, aber Zukunftsmusik ist in diesem Zusammenhang nirgends zu finden. Aber man macht sich die Welt, wie sie einem gefällt. Daran wird auch die Militarisierung nichts ändern. Nur eine erneute 180°-Wende hin zur Vernunft auf allen Gebieten könnte Europa noch retten, aber das möchte man nicht.
15. Mai 2026 @ 15:06
Wenn sich gewendet wird, dann um 360 Grad… das wissen wir doch seit A C A Baerbock.
15. Mai 2026 @ 11:45
„Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.“
Wenn Xi Trump wirklich als “Freund” betrachten sollte, dann ist die Erde wohl doch eine Scheibe…
“Wenn die EU nicht verdammt aufpasst, droht sie geopolitisch und wirtschaftlich ins Abseits zu geraten…”
Ist sie das nicht bereits? Es hat nur noch keiner aus der Mannschaft den Pfiff gehört, während alle anderen im Stadion längst Bescheid wissen.
16. Mai 2026 @ 00:06
@KK
“Wenn die EU nicht verdammt aufpasst, droht sie geopolitisch und wirtschaftlich ins Abseits zu geraten…”
– ja, aber da ist die EU doch schon.
Und die Amis sind nun in China, um die Deals zu machen, vor denen sie uns gewarnt haben.
Mehr doof geht nun wirklich nicht (also, gemeint ist die EU)…
15. Mai 2026 @ 10:08
Trump kam geschwächt nach China, er hat richtig gespurt bei Xi. Die USA haben nach wie vor unvorstellbar viele Schulden. Es gibt jetzt niemand mehr den man vorschickt, als nächstes die Chinesen niederzuknüppeln. Die Amis müssten das diesmal selbst erledigen, aber wie als neue “Regionalmacht”? Es bleibt spannend, was den Globalisten und Technokraten noch einfällt.
15. Mai 2026 @ 09:15
Die Aufgabe der Europäer besteht noch darin, sich mit den Russen zu prügeln und für die Ex-Kolonien heuchlerisches Moralgesabber zu produzieren. Ansonsten wird die Zukunft Europas darin liegen, zum Testgelände russischer Raketentechnologie zu werden oder Toursiten aus aller Welt als LGBTQ-buntes Freilichtmuseum zu dienen. Die zweite Option wäre optimal, denn der deutsche Wille zur militärischen Weltmeisterschaft muss gebrochen werden, bevor es zur nächsten Großkatastrophe kommt.
15. Mai 2026 @ 08:36
The big Deal um Taiwan?