Trump – Putin: EUropa bremst schon wieder
Kurz vor dem ersten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Kremlchef Putin zur Ukraine stehen die EU-Granden schon wieder auf der Bremse. Wollen sie überhaupt Frieden?
Statt den Gipfel selbst auszurichten und Emissäre nach Washington und Moskau zu schicken, um das Treffen diplomatisch vorzubereiten, haben die EUropäer wieder einmal von der Seitenlinie versucht, ins Spiel zu kommen.
Und wieder einmal stellen sie nicht das Wichtigste in den Vordergrund – den Frieden – , sondern tun so, als drehe sich die Welt einzig und allein um die Ukraine. Im Namen von Präsident Selenskyj stellen sie sogar Bedingungen.
Der “Weg zum Frieden” könne nicht ohne Kiew entschieden werden, heißt es in einer Erklärung von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Finnland und der deutschen Präsidentin der EU-Kommission, von der Leyen.
Verhandlungen könnten nur im Rahmen eines Waffenstillstands oder einer Reduzierung der Feindseligkeiten stattfinden, heißt es weiter. Internationale Grenzen dürften nicht mit Gewalt verändert werden.
Das sind die alten EU-Positionen, die nicht nur die neue geopolitische Lage ignorieren, sondern auch die Ursachen des Krieges – Osterweiterung von EU und Nato, Intervention der USA, westliche Waffenlieferungen – ausklammern.
Schlimmer noch: Die EUropäer tun so, als komme es darauf an, die Ukraine weiter zu (be-)stärken – statt Selenskyj klar zu machen, dass der Krieg verloren ist, und dass er sich auf schmerzhafte Kompromisse gefaßt machen muß.
In der Praxis dürften die Forderungen denn auch darauf hinauslaufen, einen möglichen Friedensprozess zu erschweren, wenn nicht sogar auszubremsen und – wenn sich die Hardliner durchsetzen – sogar zu stoppen.
Wollen sie überhaupt Frieden?
Es wäre nicht das erste Mal. Die EUropäer haben bereits mitgeholfen, die von Trump im Frühjahr vermittelten Friedensgespräche in Istanbul zu torpedieren und einen Waffenstillstand im Schwarzen Meer zu verhindern.
Demgegenüber haben sie noch nie einen eigenen Vorschlag zur diplomatischen Lösung des Konflikts vorgelegt. Alle europäischen Bemühungen liefen bisher darauf hinaus, Trump auszubremsen und Selenskyj zu stärken.
Was die Frage aufwirft: Wollen sie überhaupt Frieden? Oder hängen sie einem unerreichbaren Ideal nach, für das sie bereit sind, nicht nur den Frieden, sondern auch in den Wohlstand in EUropa zu opfern?
Siehe auch Letzte Chance für die Ukraine – EU rüstet sich für Krieg und Deutschland will in der Ukraine “führen” – aber wohin?
P.S. Im Netz kursiert die Theorie, dass der Gipfel vor allem darauf abzielt, die EU und die Ukraine vorzuführen. Ein Nein aus EUropa würde den Beweis liefern, dass London, Brüssel und Kiew keinen Frieden wollen. Trump und die USA könnten sich daraufhin zurückziehen und den Krieg und seine Kosten auf die EUropäer abwälzen. Das wäre wohl der Worst Case…

11. August 2025 @ 18:51
…Trump und die USA könnten sich daraufhin zurückziehen und den Krieg und seine Kosten auf die EUropäer abwälzen…
Könnten? Tun sie ja bereits. Habe eine sehr plausible “Theorie” gelesen, die in ihrer logischen Schlichtheit und gleichzeitig ihrer problemlosen Durchführbarkeit einen echten “Trump”-Deal vorstellt:
1.Trump ist noch 3 Jahre im Amt, also muss das Geschäft innerhalb dieser Frist abgewickelt sein.
2. Wenn die USA das Gas abnehmen, wird Russ. LNG ab Weiterverschiffung per Tanker unter US-Flagge vom Zeitpunkt der erfolgten Beladung der Tanker zu US-LNG, .
3.Die USA zahlt Russland für das LNG in etwa den Preis, vielleicht sogar ein bisschen mehr, den Russland im Vorkrieg langfristig als erzielbar kalkuliert hatte.
4.Die USA verkaufen dieses, nun “ihr” Gas, zum Weltmarktpreis an Deutschland und die EU, und schon können die USA ausreichend LNG für 750 Mrd. in den kommenden 3 Jahren liefern.
Voll der Gewinn für alle: Russland bekommt für sein Gas den kalkulierten Preis. Die USA die Differenz zwischen diesen Kosten und dem erzielbaren Weltmarktpreis. und die Deutschen müssen ihre Anlagen nicht teuer auf orginäres US-Gas umstellen, denn sie bekommen die Qualität wie gewohnt. Bloß halt teurer. Aber das ist aus Sicht des Handelsbilanzausgleichs mit den USA doch wohl zumutbar?!? Dafür sind sie wirtschaftlich “völlig unabhängig” von russischen Energielieferungen…
Und so werden alle glücklich und hoffentlich in Frieden leben können die nächsten 3 Jahre.
11. August 2025 @ 10:20
Was will die EU, genauer was wollen die EU-Führungsländer, vor allem Deutschland:
1. Auch ein paar Stückchen vom Kuchen abhaben, nachdem ihnen ihre USA-Herren die großen Stücke schon weggenommen haben (Schwarzerdeböden, Finanzindustrie, Rohstoffe)?
2. Das ganz große Rad des Ost-Imperialismus drehen, von dem die Kallas redet: Russland aufteilen, zerstückeln in kleine Länder (so wie Jugoslawien oder einst das Osmanische Reich). Im Generalkommissariat Litauen (1941-1944) hat die Bundeswehr schon wieder Truppen stationiert.
–> Wer weiß, welche Absicht die EU wirklich verfolgt? So klar und einfach ist das nicht.
11. August 2025 @ 10:27
Erstmal ist festzuhalten, dass Starmer, von der Leyen und Merz nicht für die EU sprechen. Finnland auch nicht, obwohl es an der Erklärung beteiligt war. Wichtige Länder wie Belgien oder Spanien fehlen, von Ungarn zu schweigen!
Dann würde ich schon sagen, dass die Forderung nach einer Teilnahme der Ukraine legitim ist. Dafür muß aber Selenskyj kämpfen, nicht die EU. Diese sollte die Interessen ihrer Mitgliedsländer vertreten, nicht die der Ukraine.
Das Hauptinteresse der EU sollte ein Ende des Krieges und eine Befriedung GANZ Europas sein. Also auch der “kritischen” Regionen im Baltikum, in der Ostsee, am Schwarzen Meer. Deshalb sollte sie selbst diplomatisch aktiv werden.
Stattdessen verhalten sich die EU-Granden wie Vasallen, dem beim MAGA-Boss für ihr liebstes Kind Selenskyj betteln gehen und sogar ihre ureigensten Interessen vergessen. Am Ende könnten sie – also wir – die Rechnung zahlen!
11. August 2025 @ 11:28
@ebo: Wenn Sie es nicht wissen, wer dann könnte die EU noch verstehen? Sie sagen, dass die EU-Granden “ihre ureigensten Interessen vergessen”. Doch meine Frage, was sie dazu antreibt, haben Sie nicht beantwortet.
Wie peinlich für die EU, dass der Hinweis, Starmer kann nicht für die EU sprechen, ausdrücklich gegeben werden muss! Aber warum sagen Sie, soll auch vdL nicht für die EU sprechen können? Der kürzliche Misstrauensantrag fand nur wenige deutliche Befürworter.
11. August 2025 @ 12:38
Warum vertreten die EU-Granden vor allem die Interessen der Ukraine und nicht jene ihrer Mitglieder? Nun, dafür gibt es ganz unterschiedliche Motivationen. Zum einen hat sich beim Zolldeal mit Trump herausgestellt, dass der (kleinste) gemeinsame Nenner der EU-Mitglieder ein sehr schwacher ist; de facto existiert er nur auf dem Papier. Fragt man alle 27, was sie gemeinsam haben, dann kommt fast nichts mehr dabei heraus, jedenfalls keine Gegenwehr. Zum anderen gibt es einige Mitglieder, vor allem in Osteuropa, die sich mit der Ukraine identifizieren und Angst haben, nach einem Ende des Kriegs könnte Russland weitere Länder angreifen. Und dann sind da noch Deutschland, Frankreich und UK, die gerne in der Bundesliga spielen würden und um “Führung” rangeln. Zufällig ist die Ukraine das einzige Thema, bei dem sich die “E3” einigermaßen einig sind.
11. August 2025 @ 07:29
Man muss sich inzwischen ja wohl fragen, wer eigentlich die EU-Eliten steuert bzw. kontrolliert…die europäischen Bürger oder das EU-Parlament ja offensichtlich nicht.
Mir scheint, die EU hängt inzwischen vollstöndig an den Fäden des Deep States der USA…who ever it is…..
11. August 2025 @ 07:07
„Wir befinden uns im Krieg mit unserem ewigen Feind Russland, der Krieg wird auf dem Schlachtfeld entschieden“ – die europäische Rhetorik hört sich nicht nach Friedfertigkeit an.
Beim Treffen zwischen Trump und Putin dürften noch andere Themen als die Ukraine auf der Agenda stehen. Rohstoffe für die USA, der Nahe Osten, der Kaukasus, China…
10. August 2025 @ 17:35
Europa hat mit Minsk gezeigt, dass es unglaubwürdig ist und hat dies sogar zugegeben. Was sollten Europäer an diesem Verhandlungstisch tun? Kaffee servieren oder stänkern?
10. August 2025 @ 15:39
Weder Selenskyj noch die Konsorten der EU begreifen dass es Putin darum geht mit Trump Geopolitik zu betreiben und den Rahmen für eine zukünftige globale multilaterale Weltordnung zu besprechen! Warum sollte man daran das Bauernopfer Ukraine oder die EU als Vasall beteiligen? Deren ignorantes Mantra lautet doch nur gegen Russland zu eskalieren statt mit Russland auf die Zukunft und Eurasien zu setzen!
11. August 2025 @ 12:16
Europa hat mit Minsk gezeigt….
dem kann man sich unbedingt anschließen. Europa hat wiede mal gezeigt, was es unter Vertragtreue versteht. Sie haben als Vertragspartner an Glaubwürdigkeit verloren und sollten zufrieden sein, wenn sie noch Kaffe servieren dürfen.
10. August 2025 @ 15:21
„Verhandlungen könnten nur im Rahmen eines Waffenstillstands oder einer Reduzierung der Feindseligkeiten stattfinden, heißt es weiter.“
Wie gehabt: Damit die Ukraine so Gelegenheit bekommt, aufzurüsten, Truppen und Gerät zu verlegen etc.pp. Seit Minsk fällt da doch kein Russe mehr drauf herein!
10. August 2025 @ 12:33
“Der Weg zum Frieden könne nicht ohne Kiew entschieden werden.”
Aha. Kann Kiew noch irgendetwas ohne die Finanzierung und Mitsprache der Verbündeten entscheiden? Also wer entscheidet wirklich?
“Internationale Grenzen dürften nicht mit Gewalt verändert werden.”
Also bitte Kosovo zurück an Serbien.
Hat Trump noch immer nicht kapiert, dass er dasselbe tun muss wie sein Vorgänger? Geld liefern! Waffen liefern! Bedingungslos und as long as it takes!
Trump ist ein Narr. Er glaubt, dass er US-Interessen über die Interessen der Ukraine stellen kann. Selenski ist ein Clown, aber ein Clown mit der richtigen Lobby im US-Parlament. Das funktioniert wie bei Netanjahu.
Putin ist auch ein Narr. Warum diskutiert er noch mit dem Westen. Reine Zeitverschwendung. Entweder Rückzug aus Ukraine oder Machtzentrum pulverisieren. Solange es Selenski gibt, gibt es mit dem Westen nichts zu besprechen.