Transatlantische Illusion

Wie schon beim letzten Nato-Gipfel in Brüssel erweisen sich US-Präsident Trump und seine Minister auch bei der Sicherheitskonferenz in München als ärgste Feinde der Atlantischen Allianz und der EU. Dennoch halten die deutschen Gastgeber treu zu ihren transatlantischen “Partnern”.

Werbung

Deutschland und USA sind auf der Münchener Konferenz, die Gastgeber Ischinger im modischen blauen Hoodie mit EU-Sternchen eröffnete, heftig aneinander gerasselt.

US-Vizepräsident Pence betonte den amerikanischen Führungsanspruch in der Welt und forderte die Gefolgschaft der westlichen Verbündeten bei Konflikten wie etwa mit den Iran ein.

Bundeskanzlerin Merkel warnte die US-Regierung dagegen davor, einseitige Entscheidungen zu treffen und am Ende “alleine zuhause” zu sein. Das trug ihr viel Beifall ein – dabei sind auch Merkels Alleingänge berüchtigt.

Doch das war in München kein Thema. Im Mittelpunkt standen die transatlantischen Differenzen in allen großen internationalen Streitfragen – von Iran über Syrien bis hin zur deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2.

Merkel mußte sich sogar dagegen verwahren, dass Trump Autos made in Germany als “nationales Sicherheitsrisiko” einstuft – nach Agentur-Meldungen steht dieser (lang geplante) Affront unmittelbar bevor.

Die USA greifen Deutschland also an mindestens vier Fronten frontal an. Kein Wunder, dass mittlerweile eine klare Mehrheit der Deutschen glaubt, Trump sei unser ärgster Feind und die US-Politik eine Bedrohung.

Dennoch tun Merkel und ihre Minister immer noch so, als sei die transatlantische Welt im Prinzip irgendwie in Ordnung – und als gebe es beim besten Willen keine Alternative zur Zusammenarbeit mit den USA.

Vor allem Verteidigungsministerin Von der Leyen und Außenminister Maas legten in München “ein klares Bekenntnis zur Nato und zur Partnerschaft mit den USA ab”, wie die Bundesregierung betont.

“Unsere Partnerschaft macht stark – und sie stärkt unsere Souveränität”, erklärte von der Leyen. Deutschland wisse, “wie wichtig eine starke transatlantische Partnerschaft für Sicherheit und Stabilität und den Fortbestand der internationalen Ordnung ist”, so Maas.

Damit erweisen sich die deutschen Politiker als Illusionskünstler. Glauben sie denn immer noch, man könne die transatlantischen Beziehungen ohne den antieuropäischen US-Bias und die Nato ohne Trump denken?

Meinen sie allen Ernstes, die gezielten Angriffe aus Washington gegen Berlin könne man aussitzen – und mit verstärkter Ausrichtung (und Aufrüstung) gegen Russland irgendwie kompensieren?

Spätestens seit dem Gipfel in Warschau, bei dem die USA die Osteuropäer gegen Deutschland und Frankreich eingespannt und den EU-Partner Iran massiv bedroht haben, ist diese Hoffnung als Illusion entlarvt…

Siehe auch Drohungen aus Warschau gegen Iran – und die EU” und “Maas macht mobil – doch der Gewinner heißt Trump”

[bctt tweet=”Meinen Merkel und Maas allen Ernstes, die gezielten Angriffe aus Washington gegen Berlin könne man aussitzen – und mit verstärkter Ausrichtung (und Aufrüstung) gegen Russland irgendwie kompensieren?” username=”lostineu”]

Werbung

Kommentare lesen (38)

  • Jahrzehntelang hat niemand (außer ein paar Linke, Atomrüstungsgegner und Rechtsnationale) den Führungsanspruch der USA bestritten. Jetzt auf einmal soll es nicht mehr recht sein. Will man es anders, braucht es andere Voraussetzungen. Deutschland fehlt der Führungswille. Seine Militärausgaben sind nach wie vor zu gering. Außerdem fehlt eine deutsche atomare Aufrüstung. Selbst zum Aufbau einer europäischen Atommacht fehlt der politische Wille in Deutschland. Kein Wunder, wenn sich Osteuropa an die USA anlehnt. Man darf daher nicht jammern und die USA kritisieren, wenn sie Unterordnung unter ihren Hegemonialanspruch erwarten.

    • Nehmen Sie doch einmal die Fakten zur Kenntnis: Subjektiv wie objektiv sind die USA vom Verbündeten zum Rivalen, wenn nicht Gegner mutiert. Die "freie Westen" hat keinen "Führer" mehr, ab sofort gibt es zwei miteinander konkurrierende westliche Blöcke - die USA und die EU.

      • Selbst wenn, was Sie meinen, partiell stimmen sollte – generell stimmt nicht, dass es keine gemeinsamen Interessen gibt – ist die EU auf die USA sicherheitspolitisch angewiesen, solange sie sich nicht dazu durchringen kann Atommacht auf Augenhöhe mit den anderen Großmächten zu werden und auch im konventionellen Rüstungsbereich vergleichbare Kapazitäten besitzt. Über allem steht der (fehlende) einheitliche politische Wille die genannten Ressourcen bei Bedarf einzusetzen. Solange die genannten Voraussetzungen fehlen, hat die EU nur beschränkte Manövriermöglichkeit gegenüber den USA. Diese sollte sie nutzen, ihre Unterstützung für die USA an Gegenleistungen zu koppeln. Deutschland könnte ist aber nicht bereit, in Europa Hegemonialmacht mit allen Konsequenzen zu werden und scheidet daher als europäische Führungsmacht aus. Sie überschätzen die EU.

        • UK und Frankreich sind Atommächte. Deutschland muss sich aktuell nur gegen die USA verteidigen, nicht gegen Russland, mit dem man gute Geschäfte macht (trotz Sanktionen).

      • Nur Russland bezeichnet es als Katastrophe, dass heute zur EU gehörende Territorien (Estland, Lettland, Litauen) nicht mehr von Moskau aus regiert werden. Und nur Russland greift Nachbarstaaten von EU-Mitgliedstaaten militärisch an.
        Und was die "Verteidigung gegen die USA" betrifft: mit der Bundeswehr im gegenwärtigen Zustand kann die nicht länger durchgehalten werden, als man braucht, um 21 Schuss Salut abzufeuern.

        • Gab es nicht auch mal einen Krieg ums Kosovo, mit Nato-Bombardements in Serbien? Und haben nicht diverse EU-Staaten am völkerrechtswidrigen Krieg gegen Irak teilgenommen? Ach ja, und dann war da noch der Krieg in Libyen, auch so einem "Nachbarstaat von EU-Mitgliedsstaaten". Italien hat das Frankreich bis heute nicht verziehen...

  • @Hr. Nemschak:
    Zynismus ist jedenfalls keine Lösung.
    Sie leben in einer Scheinwelt. Um Ihnen überhaupt ein Fenster aus Ihrer Blase zu öffnen, müssten Sie einige Dinge akzeptieren.
    Leider ist das ziemlich riskant, denn das ist wie beim „Weihnachtsmann“. Weiß man das es ihn nicht gibt, dann gibt es kein zurück.
    Ich bemühe mich schon lange nicht mehr Leute zu öhm …. „überzeugen“. Viele sind von ihrer Echokammer existenziell abhängig, damit die im richtigen Moment lachen oder im richtigen Moment den richtigen Kommentar abgeben. Also machen Sie mal ruhig. Scheint für Sie ja wichtig zu sein.
    Ansonsten ganz ganz grob dahingezimmert:
    Das Finanzsystem ist eine Steuerung für Konsum und es ist zyklisch, es verfällt.
    http://www.usdebtclock.org/
    M2 in 2000 etwa 4,7 Bill.$ (also die echten mit 12 Nullen)
    M2 heute 14,6 Bill $ Anstieg 200% in 20 jahren
    currency und Geldderivate 89Bill$ in 2000
    currency und Geldderivate heute 627 Bill.$ Anstieg 600% Zuwachs in 20 Jahren
    Welt BIP zZt etwa 80 Bill$ in 2017
    Welt Bip in 2000 etwa 37 Bill.$
    (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/252728/umfrage/geschaetztes-historisches-bruttoinlandsprodukt-der-welt-nach-regionen/ )

    BIP Wachstum ist linear, während Geldwachstum exponentiell wächst.

    Geld fällt immer auf seinen inneren Wert von „Null“ zurück. Geld ist ein Werkzeug.

    Nun ist ein Hegemon auf die „Leitwährung“ angewiesen, das heißt das man mit der Währung des Hegemons in jedem Rechtsraum handeln können.
    Ein Hegemon erkennt (damit die Leitwährung funktioniert) nur sein eigenes Recht an.

    DAS ist die Krux. Ein Hegemon MUSS die Leitwährung haben. Die Leitwährung ist zyklisch. Das Hegemondasein ist zyklisch.
    Der US Stern sinkt (schnell).

    An dieser Stelle kommt immer diese *gähn* Geschichte mit dem letzen großen Kampf, für irgend eine größere, bessere XXXX suchen Sie sich etwas aus. Das größere Ganze hat immer schicke neue Namen.
    Die USA müssen nur weltweit expandieren. Wenn es nur eine Währung gäbe, dann gäbe es gar kein Problem. Bla bla bla. Krieg bla bla.

    Ein Hegemon ist eine Ordnungsmacht. Eigenwillig, selbstsüchtig, willkürlich aber eben für alle Vasallen.
    Ein Hegemon ohne Leitwährung ist dagegen nur noch eine Last für seine Vasallen.
    WeltBIP 80 Bill. vs Geld und Geldderivate 627 Bill. bedeutet, der Dollarwert hat einen inneren Wert von nahe Null.
    Alles was die USA konsumieren und umverteilen ist wie wegschmeißen.
    Die Staatsschulden der halben Welt beruhen auf dem Geldsog mit dem die USA die Welt ausplündern.
    Aber hey, das Geld ist ja nicht weg. Es hat nur ein anderer …
    vlg

    • Ich fühle mich im Unterschied zu Ihnen nicht ausgeplündert. Jeder soll sich seine Märchenwelt zurecht zimmern wie ihm beliebt. Merken Sie nicht, wie weit Sie von der Realität entfernt und in einem Wunschdenken gefangen sind? Was erwarten Sie eigentlich für die Zukunft?

      • Ich erwarte eine Ressourcenkrise.
        Der Hegemon benötigt beleihbare Werte. Das sind in der Regel Rohstoffe.
        Die USA "verballern" also Rohstoffe. Immer schneller, immer rücksichtsloser, immer unsinniger, denn nur so hat die "Rohstoffwährung" Dollar überhaupt noch einen inhaltlichen Sinn.
        Aber seit der Club ob Rome Anfang der 70er nachgeschaut hat, ist es relativ Fakt:
        Wir haben nur eine Erde. Ein sehr kleiner, sehr fragiler Ort, der bereits extrem beschädigt wurde.
        Die endliche Erde wird dem hegemonialen Wahnsinn beenden ....
        Wahrscheinlich mit Milliarden Toten ...
        Das passiert auch nicht in 200 Jahren, das passiert erheblich früher.
        Alternativ drückt dieser Vollhorst im Oval Office auf seinen roten Knopf, zerstört das Magnetfeld der Erde und der Protonensturm vernichtet jedes biologische Leben oder Bayer und Konsorten rauben mit Ihren Systemlösungen für Wasser und Landwirtschaft die Menschheit so bis auf das Blut aus, das wir weltweit Gelbwesten bekommen und einen globalen Aufstand der Neoliberalen Verlierer sehen.
        Egal was kommt, im Moment sieht es nach Milliarden Toten aus.
        Die übelste Alternative ist allerdings, das Alle still halten. Dann siecht die Erde als Ökosystem bis zum Kollaps dahin und wir erleben das Ende des Säugetierzeitalters.
        Also genießen Sie die Party, die Musik spielt noch im großen Ballsaal, der Sekt ist gut gekühlt, die Schnittchen sind lecker ....
        vlg

  • @ebo Was spricht gegen eine Atommacht Deutschland? Sie haben konkrete Feindbilder, die Sie mit den Rechten und Linken vom politischen Rand teilen. Sie leben in der Tradition der linken Neutralisten und Pazifisten, wie sie bereits in den 1960-iger Jahren während des Kalten Kriegs durch Demonstrationen und Krawalle aufgefallen sind. Man wird sehen, wer sich auf Dauer durchsetzen wird: Realisten oder Utopisten. Derzeit läuft die Geschichte eher in Richtung Realisten.

    • Ist der Ausdruck “Realist” ein Euphemismus für Kriegstreiber?

      Atommacht Deutschland?
      Och da sprechen höchstens ein oder zwei dutzend internationale Verträge und die europäische Nachkriegsordnung.
      Atommacht Deutschland …… made my day
      vlg

      • All das, was Sie sagen, ist, wie uns die Geschichte gezeigt hat, nicht in Stein gemeißelt. Weltordnungen haben nie ewig gehalten, Bewegungen stets Gegenbewegungen mit unbekanntem Ergebnis ausgelöst. Verträge lassen sich ändern und geänderten Wertvorstellungen anpassen.. Vom amerikanischen Imperialismus nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir in Europa lange profitiert, auch jene, welche ihn heute als Teufelswerk kritisieren. Er und die marktwirtschaftliche Ordnung haben wesentlich zum Zerfall des Kommunismus beigetragen, weil sie die sozial attraktivere, wenn auch nicht perfekte Ordnung darstellen. Um das zu erkennen, braucht man nicht in einer Blase (früher hieß das "das falsche Bewusstsein") zu leben. Alte Feindbilder leben lang, wie ebo bestätigt hat, ebenso der Drang, die Welt mit dem "richtigen Bewusstsein" zu missionieren. An diesem Leiden laborieren sowohl die USA wie auch ihre ideologischen Gegner. Ein neues Gleichgewicht der Kräfte wird sich wieder einstellen, regional und global.

      • So, nun wird es Zeit das ganze mal von der persönlichen Ebene weg zu bekommen.
        Hr. Nemschak es geht nicht um Sie persönlich, sondern immer um den Inhalt.
        Entschuldigen Sie den offenen Satz, aber der inhaltliche Wert Ihrer Beiträge nimmt rapide ab.
        Niemand bestreitet die Qualitäten der Nachkriegsordnung.
        Dummer Weise muss man die Staffelung dabei sehen. Denn der Zugewinn dieser Nachkriegsordnung ist proportional zur Nähe zu den USA.
        Die USA haben genommen und verteilt.
        Deutschland hat satt bekommen.
        DANKE Anke ….
        Ich sehe ja ein, daß die 20% der neoliberalen Gesellschaftsgewinner nichts ändern möchten. Ich sehe auch ein, daß es wieder so weit ist, daß Polizisten auf ihre Mitbürger schießen. Es mag auch sein, das es der SUV sein muss, weil alle so kleine Schwänze oder Titten haben, ich weiss das nicht, es ist ja nicht inhaltlich begründet.
        Eventuell muss es auch das Gold Steak sein (ich finde das ja angemessen, wenn die Reichen Gold fressen).
        Aber es funktioniert eben für immer weniger Menschen.

        Ich bin 55 und haben meine (wortsinn) deadline. Meine Generation hat ihre Schuldner gefunden und ziemlich gut gelebt. Wir haben ausgebeutet, verbraucht und den Frieden genossen, den andere nicht hatten, weil wir da Krieg angezettelt haben.
        Bingo!! Läuft und eventuell sterbe ich bevor die Folgen so richtig wirksam werden.

        Ich habe aber die Erde nur geliehen. (Im Gegensatz zu beliehen ^^)
        Meine Eltern haben mir eine Erde übergeben. Meine Kinder werden Sie von mir erhalten. Ja klar bildlich gesprochen.

        Und sehen Sie, das ist das Problem. Wir haben unsere Kinder in die Ecke gemalt.
        Wir vererben einen “Scheisshaufen”, weil wir uns auf sehr vielen Ebenen unserer Verantwortung entzogen haben. Die Rechnung wird nur deshalb präsentiert, weil “wir” viel viel mehr verbrauchen als wir benötigen und ein Vielfaches von dem was ansich pro Generation da wäre.

        Sie möchten das nicht sehen? Ist ok.
        Sie möchten denen glauben, die Ihnen erzählen “wir bekommen das hin”? Auch ok.
        Aber bitte, werfen sie mir nicht vor, wenn ich das nicht tue.
        Dazu haben Sie schlicht kein Recht.
        Die 80% zu denen ich gehöre haben kein Interesse mehr am System. Es dient uns nicht. Es versklavt uns und dagegen werden wir uns wehren.
        Wie? Indem wir nichts tun. Ja nichts tun reicht. Sich so weit wie möglich entziehen, ausweichen, zuschauen und ab und zu Applaus spenden wenn so ein Politikdarsteller eine schicke Rede hält.
        Wir wissen das die 20% auf einen Aufstand warten. Ja viel Spass beim warten.
        Macht Ihr mal.
        Das sind nämlich Systemzwänge. Denen ist noch niemand entkommen.
        Wenn Ihr denkt wir führen für Euch und euer System Krieg, dann habt ihr Euch geschnitten.
        Wir haben nichts was wir verlieren könnten. Nicht einmal Selbstachtung oder Würde.
        Also kommen Sie runter von der persönlichen Schiene.
        Wir sind ganz bei Ihnen, wir sitzen auf dem gleichen Schlitten und rodeln den selben Hang hinunter.
        Sie mit geschlossenen Augen, wir mit (vielleicht) offeneren, wir werden sehen.

        Aber kommen Sie ja nicht nachher an und erzählen “DAS konnte ja nun keiner wissen”
        DOCH KANN MAN WISSEN, muss man eigentlich sogar.
        So, nun mehr Inhalt pls. Sagen Sie mir wie dumm ich bin. Bringen Sie mich zum weinen, ob meines Unwissens ….
        vlg

  • @Kleopatra Ist Ihnen schon aufgefallen, dass ebo aus ideologischem Prinzip ständig gegen unsere westlichen Interessen, unsere Art zu leben, argumentiert statt pragmatisch zu überlegen, wie diese am effektivsten durchgesetzt werden können.

    • Böser ebo! Sofort kommst du "bei Fuß"! Mach Männchen!
      Ich kringel mich vor Lachen .....
      vlg

      • >>“EU-Partner Iran“

        Verbatim. Muß ich da behutsamer lesen, um etwas anderes zu verstehen, als ich verstehe?

        Oben „beklagen“ Sie, eine Mehrheit sehe (irrig?) einen neuen ärgsten Feind, und direkt im Satz davor schüren Sie mit der Rede von einem „Angriff“ an „vier Fronten“ den „beklagten“ demoskopischen Befund.

        Zeitungsmogul mit H?

        Auf diesem Irrweg werden Sie sogar noch zu einem Verfechter deutscher Automobilexporte, Halleluja!

        Über „EU-Partner Iran“ kommt Deutschland vielleicht sogar günstig zu Mittelstreckenwaffen, wer weiß? Die Leute in der Safranmanufaktur sind ein exzellentes Reservoir an Fingerspitzengefühl, und in Natans produziert es sich einfach günstiger als in Erlangen.

        Überlegen Sie mal, wir hätten endlich die Ölgebiete wieder…

        • Sind wir jetzt im kaberettistischen Register? Im realistischen würde ich sagen, dass Iran durchaus ein Partner ist, und zwar beim Atomabkommen. Es wurde mal als Strategische Meisterleistung der EU bezeichnet und sollte zu einem grossen Handelsabkommen führen. Nun ist es wohl nicht mehr politisch korrekt, das zu schreiben?

      • >>“Es wurde mal als Strategische Meisterleistung der EU bezeichnet …“

        Wie meisterlich wurde verhandelt, wenn der „Partner“ weiter an einer Waffe arbeitet (das bestreitet niemand), deren konventionelle Bewaffnung keinen Sinn ergibt? JCPOA läßt Iran darin bis 2030 ungestört. Nutzlasten von rund 750 kg über gut 2000 km „liefern“ (einzelne Quellen berichten auch schon von 2500 km) ist bald Stand der Dinge. Erfolgreiche Tests sind nicht Dienstreife, „erfolgreiche“ Tests sind auch nicht immer so erfolgreich, wie die betreffende Regierung es darstellt. Die Stationierungsorte sind nicht bekannt (oder vielleicht Mossad und CIA), Iran verfügt aber über mehr als zwei Dutzend Luftwaffenstützpunkte, überwiegend Flughäfen, verteilt über das ganze Land. Schauen Sie auf die Karte: konstruiert solch eine Waffe, wer, zynisch gesprochen, „bloß“ Israel zerstören will? Auch Riyadh ist seit langem „abgedeckt“.

        http://www.gcmap.com/mapui?R=c%3Adarkgreen2000km%40tbz2000km%40bnd2000km%40mhdc%3Aorange2000km%40alpc%3Ared2500km%40tbz&MS=wls2&DU=mi

        Eine Waffe, über die auch nur laut zu sprechen in Deutschland wohl nicht politisch korrekt wäre, und die eventuell bei gewissen altdeutschen Akteuren Träume auslöst?

        Im Prinzip eine iranische Pershing II.

        Die Linke sollte nochmal in ihrer Geschichte nachlesen.

        • Das sagt Iran selbst:

          "Man verstoße mit derartigen Tests nicht gegen das internationale Atomabkommen, da die iranischen Raketen so konstruiert seien, dass sie keine nuklearen Sprengköpfe tragen könnten."

          Das sagt die DGAP (G. Steinberg):

          "Die iranische Raketenrüstung ist Teil einer Militärstrategie, die von der technologischen Überlegenheit der wichtigsten Gegner ausgeht – im Verhältnis zu modernen Kampfflugzeugen sind selbst die ­neuesten ­iranischen Raketen denkbar primitiv."

      • >>"Das sagt Iran selbst:

        “Man verstoße mit derartigen Tests nicht gegen das internationale Atomabkommen, da die iranischen Raketen so konstruiert seien, dass sie keine nuklearen Sprengköpfe tragen könnten.”"

        Wir wollen also die iranische Führung beim Wort nehmen.

        Dann aber sicher auch zum Existenzrecht Israels. Das ganze JCPOA wäre nämlich nahezu gegenstandslos, wenn Iran seine sämtlichen Drohungen gegen Israel zurückzöge. Aber nichtmal dazu reicht es, nicht einmal ansatzweise.

        Zuletzt im November bezeichnete der freundliche Präsident Rohani/Ruhani Israel als "Krebsgeschwür". Wir sprechen hier also nicht etwa von verblassenden Entgleisungen "böser" Präsidenten wie Ahmadinejad, sondern von der nach wie vor aktuellen Agenda der Führung von

        >>"EU-Partner Iran".

        • Diese Argumentation erinnert an Pence, der Iran vorwirft, einen "Holocaust" gegen Israel zu planen. Wann kommt die Dia-Show im Uno-Sicherheitsrat? Den Azoren-Gipfel hatten wir ja schon, in Warschau. - Aber im Ernst: Genau wegen der iranischen Gefahr für Israel ist das Atomabkommen so wichtig. Da bin ich mit Mogherini, Maas & Co. einer Meinung.

      • >>“Diese Argumentation erinnert an Pence, der Iran vorwirft, einen “Holocaust” gegen Israel zu planen.“

        Irgendwie… sagt der Iran dies seit 1979 in zahlreichen Varianten immer wieder.

        Hat das iranische Wort nun Gewicht – oder nicht?

  • @Nemschak,
    Wer sich am Ende durchsetzt ist sicherlich ungewiss,aber eines ist gewiss,die Amerikaner werden es nicht sein.
    Wer im Eigenen Land nie Krieg erfahren hat fühlt sich stark.Wer die Weltleitwährung hat noch stärker.
    Beides wird in absehbarer Zeit enden,das ist so sicher wie das Amen ..........

  • @ebo Das Atomabkommen mit dem Iran war 2015 die relativ bestmögliche Lösung, hatte allerdings Mängel, die mittelfristig sichtbar geworden wären, damals aber vom Westen heruntergespielt und als Erfolg verkauft wurde. Die jetzige Kriegsdrohung der USA könnte dazu führen, dass das Mittelstreckenwaffenprogramm eingestellt oder verlangsamt wird und der Iran aufhört eine aggressive Regionalpolitik zum Schaden Israels und der Araber zu betreiben. Ein Kriegsrisiko ist immer damit verbunden. Ob es wert ist eingegangen zu werden, muss jeder für sich beurteilen. Dass ein Krieg mit dem Iran nicht so ohneweiteres zu gewinnen ist, wissen die Amerikaner nur zu gut. Mittelfristig, so steht zu befürchten, wird der Iran als Atommacht nicht aufzuhalten sein. Atomwaffentechnologie ist 74 Jahre nach ihrer Entstehung im Unterschied zur Technologie der Trägerwaffen technologisch nichts mehr besonders Anspruchsvolles wie das Beispiel Nordkorea zeigt. Non-Proliferation war letztlich wirkungslos (Pakistan, Indien). Allerdings hat kein Atomstaat es bisher gewagt diese Ressource einzusetzen. Die wechselseitige Abschreckungswirkung dürfte stark genug sein.

    • Vertragstreue muss einer dieser "westlichen Werte" sein.....
      Die Mittelstreckenraketen bedrohen Israel nicht, denn Israel ist durch den iron-dome geschützt.
      Die anderen Staaten sind hervorragend von den USA ausgerüstet und werden von den Raketen auch nicht bedroht (S300/400 oder Patriot).
      Diese Raketen bedrohen eher Seestreitkräfte.....
      vlg

        • Wunderbar. 80 Prozent der Deutschen fühlen sich von Trump bedroht. Müssen wir jetzt Raketen gegen die USA aufstellen und alle transatlantischen Verträge kündigen? Und wie wär's mit Sanktionen?

      • „empfundene Bedrohung“
        Da muss ich erst eine Nacht drüber schlafen.
        Wir kündigen einen Vertrag, weil wir uns von einem Land bedroht fühlen, das wir seit 60 Jahren drangsalieren?
        Unglaublich.
        Kaum schlägt man den Menschen ins Gesicht schon sind die sauer … was stimmt mit diesen Leuten nicht?
        Sehen die denn nicht wie schwer uns das fällt und wie gut wir es mit den meinen?
        Undankbarkeit ist der Welten Lohn ….
        vlg

  • @Holly01 Was heißt drangsalieren? Meinen Sie etwa, dass das seit 40 Jahren bestehende Regime die Menschen nicht drangsaliert? Ihnen ist nicht zu helfen.

    • Es geht darum, dass die USA Deutschland und andere EU-Länder drangsalieren. Sogar mit Sanktionen und Sanktionsdrohungen. Ist Ihnen das etwa entgangen?

      • Also die US-Regierung verursacht in Berlin und Paris gerade eine zivile Lage wie in Teheran?

        Merkwürdig. Viel drangsalierter als von der US-Regierung fühle ich mich von der Bundesregierung.

    • Verzeihung Hr.Nemschak,
      ich vergaß :-)
      Ein Volk führt eine Revolution aus. Mit überwältigender Mehrheit und kapselt sich dann mit alternativen Inhalten gegen die ab, die die Revolution nötig gemacht haben.
      Sie nennen das "drangsalieren" durch die bestehende Regierung?
      Kurzer Blick nach Schland und die EU ... ich weiss was sie meinen ....

      Also, "wir, die Guten" nehmen, als unseren (selbst ernannten) Standard, das Verhalten der "Bösen", mit ihren falschen, weil inkompatiblen Ansichten?
      Ja, da ist mir nicht zu helfen.
      Entweder will ich aschiger sein als die "Bösen". Das klappt. Dann dreh ich alles so lange und interpretier es um, bis es für mich passt.
      Wenn ich ein Vorbild sein möchte, brauche ich Regeln, die für Alle gelten.
      Der Idealist unterwirft sich auch selbst den Regeln.
      Der Pragmatiker stellt die Regeln auf, unterwirft den Rest den Regeln und schaut was man nach eichen muss, damit man es "schön" findet.
      Aber es gibt zumindest unterhalb vom Hegemon allgemeine Regeln.
      Was wir aber sehen ist die Auflösung des "Völkerrechts", also der allgemeinen Regeln.

      Es gibt nur entweder oder, also wenn wir kein "Vorbild" sind, dann sind wir arschig.
      Verträge willkürlich kündigen, die Regeln "on the fly" ständig zu ändern, weil sie einem nicht passen, Willkür und Gewalt einsetzen (Attentate und Sanktionen) das ist arschig.

      Also dem Iran Vorwürfe machen ist ja sehr "trendy", aber es entbehrt eben den Grundlagen.
      Sie müssen sich schon entscheiden:
      Der Iran muss sich Regeln unterwerfen, dann muss es aber auch Regeln geben oder es gibt keine Regeln, dann werfen sie dem Iran nicht vor, das er sich "flexibel" verhält, also äquivalent zur "Wertegemeinschaft".

      Wie hätten Sie es denn nun gerne?
      vlg

      • Sie haben etwas gegen die kulturelle Hegemonie des Westens. Die Stärke der Chinesen beruht darauf, dass sie von ihrer kulturellen Überlegenheit überzeugt sind. Diese Überzeugung ist im Westen in manchen Kreisen verloren gegangen und schwächt den Westen geopolitisch. Selbstbewusstsein eines Staates oder Staatengemeinschaft bedeutet: so bin ich - so will ich - so ist es. Dieses Selbstbewusstsein fehlt der EU (Mark Lilla).

  • @Holly01 Wie kommen Sie auf Moralapostel? Sie träumen von einer idealen Welt, die es nicht gibt und weigern sich die Welt zur Kenntnis zu nehmen wie sie ist. Daher reden wir aneinander vorbei.