Sommerserie zu “heißen” EU-Themen: Wo bleibt die Emanzipation von Trump?
US-Präsident Trump fordert Europa heraus. Erst mit dem Zoll- und Handelskrieg, dann mit seinem Griff nach Grönland. Die Europäer in EU und Nato haben sich halbherzig gewehrt und mehr “europäische Autonomie” versprochen. Was ist daraus geworden?
Offenbar nicht allzu viel. Autonomie sei ein “Buzzword”, schreibt die Europaabgeordnete in t’Veld . Die Bürger seien aufgewacht und forderten mehr Eigenständigkeit, doch die Politik hinke hinterher und stärke sogar noch die Abhängigkeit von den USA und der Nato.
Beim letzten Nato-Gipfel biederte sich Generalsekretär Rutte mit der “Trump Trillion” an, die die Europäer bezahlen. Kanzler Merz beschwörte die transatlantische Zusammenarbeit und versprach, Trump auch bei den Aufräumarbeiten nach dem Irankrieg zu helfen.
Doch Trump dankt es den Europäern schlecht. Kaum hat er einen neuen Phantasie-Zoll für “Zwangsarbeit” verhängt, droht er schon wieder mit neuen Strafzöllen wegen des EU-Bußgelds gegen Google. Außerdem sinnt er auf Vergeltung für Spaniens Weigerung, Stützpunkte für den Irankrieg bereitzustellen.
Während die Europäer den USA zunehmend kritisch gegenüberstehen – laut Eurobarometer haben 74 Prozent der EU-Bürger eine negative Meinung von den Vereinigten Staaten –, scheint die politische Führung in Brüssel und Berlin den Kopf einzuziehen. Von Autonomie ist dies EU noch weit entfernt…
Mehr zu Trump 2.0 hier

4. August 2026 @ 21:41
Emanzipation? Alles völlisch normal: Nach oben buckeln, nach unten treten!
4. August 2026 @ 18:20
Warum hält man in Grönland kein Referendum ab? Wenn die dortige Bevölkerung zu den USA gehören will – bitte schön.
Was hat die schwedische Elektrikerin davon, dass ein Teil ihrer Steuern nach Bulgarien gehen?
Was hat der abhängig Beschäftigte von einem großen, mächtigen Europa?
Wenn ein europäisches Parlament die totalitäre Überwachung beschließt?
Wenn es nach 45 Beitragsjahren nur zu einer Almosenrente reicht?
4. August 2026 @ 16:11
Der Ceuta-Skandal hat mE gezeigt, dass die EUropaeer sich nie von Trump emanzipieren werden. Im Gegenteil, er hat die EU Granden so vorgefuehrt und ihnen den Spiegel ihrer Bedeutungslosigkeit vorgehalten, wie es nicht einmal Biden geschafft hat.
Thomas Massie hat bezueglich Ceuta folgendes geposted:
https://x.com/RepThomasMassie/status/2083993304035950881
„2 weeks before migrants from Morocco invaded Ceuta, the GOP passed a bill with $40 million for Morocco and a committee report advising:
Spanish-administered cities of Ceuta and Melilla are located in Moroccan territory and remain the subject of Morocco’s longstanding claim.“
Der Businessinsider hat dem einen ganzen Artikel gewidment.
https://africa.businessinsider.com/local/markets/us-congressman-thomas-massie-links-dollar40-million-in-us-funding-for-morocco-to/nxm0dhz
Darin heisst es u.a.
„Committee Backs $40 Million Assistance Package
The committee report states: “The Committee notes that the Spanish-administered cities of Ceuta and Melilla are located in Moroccan territory and remain the subject of Morocco’s longstanding claim.”
It adds: “The Committee supports efforts by the Secretary of State to encourage diplomatic engagement between Morocco and Spain on the future status of Ceuta and Melilla.”
Meanwhile, the report directs that “not less than $20,000,000 under National Security Investment Programs and not less than $20,000,000 under the Foreign Military Financing Program” be allocated to Morocco.@
und einiges mehr. Sehr lesenswert.
Es faellt nicht schwer, daraus einen CIA gesteuerten Coup im Interesse der USA zu lesen. Diese Attacke war orchestriert. Trump hat die EUropaeer nach Strich und Faden vorgefuehrt. Im Ernstfall fallen sie uebereinander her. Es gibt diktatorische Zentralisierungsaktivitaeten, aber wenn es um Solidaritaet und die Verteidigung gemeinsamer Ziele (das Wort Werte ist mittlerweile abgenutzt und wertlos), steht man isoliert da. Das merkt Spanien gerade ganz besonders. Da haben sie einen Leader, der das Rueckgrat hat, europaeisch zu denken und zu handeln, und prompt lassen sie ihn im Regen stehen. Solidaritaet? Vergiss es.
Ich habe bisher noch nichts ueber einen Entschuldigungsbrief von eben diesen Abtruennigen gehoert. Es wundert mich nicht. Es ist abstossend.
5. August 2026 @ 10:47
@european: Sehr gut aufgedeckt! Schengen wurde ganz übel von den Rechten instrumentalisiert. Sollen die Rechtren nochmals von “sicheren Grenzen” reden: So sicher wie Ceuta, haha…
Die gemeinsamen Werte, die “die Europäer” () mit Trump verbinden, sind der rechte Mob und medienwirksam inszenierter Rassismus. Damit wollen sie Wahlen gewinnen und ansonsten – als Trumps brave Vasallen – ihre Ruhe haben.
( die meisten EU-Regierungen inkl. Dänemarks Sozialdemokraten mit vorneweg)
4. August 2026 @ 09:42
Autonomie wäre, wenn sich die EU mit den BRICS-Staaten auf einen friedlichen und kooperativen Modus vivendi einigen könnte. Doch den Europäern war die triumphalistische Osterweiterung der EU und der NATO sowie der Ausbau des Billig-Produktionsstandortes China wichtiger als eine stabile Zusammenarbeit, die auf Interessenausgleich basiert.
Nun ist man im Krieg mit der stärksten Atommacht und im Handelskrieg mit der stärksten Wirtschaftsmacht.
Den Europäern bleibt gar nichts mehr anderes übrig, als sich in den Würgegriff der USA zu begeben. Es ist erstaunlich, dass Trump die Europäer nicht hemmungsloser ausraubt. Die Europäer haben sich im Rausch der Selbstüberschätzung in eine Position begeben, in der sie nur verlieren können. Darum müssen sie heute zu Mitteln wie Zensur und Sanktionen greifen. Diese antidemokratischen Machtdemonstrationen sind ein Eingeständnis von totaler Machtlosigkeit auf geopolitischer Ebene.
4. August 2026 @ 15:44
Lieber Guido es wäre „schön“ wenn wir uns nur im Krieg gegen Russland befänden.
Wir befinden uns längst in einem ausgewachsenen Weltkrieg. Siehe auch Peter Hänseler auf forumgeopolitic.com „Der Sommer als der Frieden starb“.
Außerdem denke ich, die Europäer sind keinesfalls in der Lage in irgendeiner gängigen Form „geeint“ aufzutreten.
Sorry ich korrigiere mich, die europäischen Bevölkerungen wären es recht problemlos. Die eigentlichen Problembären sind die sogenannten Geld- und Machteliten. Sie sind es, die sich im Größenwahn gefallen.
5. August 2026 @ 08:04
Hallo Monika, der Link funktioniert nicht, würde mich aber interessieren.
5. August 2026 @ 09:17
forumgeopolitica.com – kannst Du auch googeln
5. August 2026 @ 09:32
@Stef:
https://forumgeopolitica.com/de/artikel/der-sommer-als-der-frieden-starb
oder
https://krisenfrei.com/der-sommer-als-der-frieden-starb/
4. August 2026 @ 09:30
Wie aussichtsreich wäre es gewesen, einem bayerischen Schüler auf dem Dorf eine religionskritische Haltung zu vermitteln?
Wie wahrscheinlich ist es, dass ein konservativer europäischer Politiker
— der schon im Kindergarten gehört hat, dass vom „großen Bruder USA lernen, siegen lernen bedeutet“
— der sein Leben lang von US-Think-Tanks umschmeichelt wurde
— der vorm russischen Bären zittert, der bekanntlich mit 100 %-iger Wahrscheinlichkeit bereits die Krallen wetzt, um die armen Deutschen, Polen, Balten, Skandinavier, … in Stücke zu reißen
in der Lage ist, eigene Interessen auszubuchstabieren, sich eigene Ziele zu setzen und für diese Ziele eine Strategie zu definieren.
Wahrscheinlichkeit unter 5 %.
4. August 2026 @ 08:45
Sorry: Der erste Satz sollte natürlich heißen:
“Wie aussichtsreich wäre es im <<19. Jahrhundert>> gewesen, einem bayerischen Schüler auf dem Dorf eine religionskritische Haltung zu vermitteln?”
Ich wollte hier nicht in generelles Bayern-Bashing einstimmen …
4. August 2026 @ 09:23
„Wo bleibt die Emanzipation von Trump?“
Sollte es nicht eher heißen: Wo bleibt die psychiatrische Therapie für Trump?
4. August 2026 @ 13:41
Lieber Michael, WIR brauchen die Therapie! Wir, alias Europa muss sich dringend vom narzissitischen „Partner“ USA trennen. Jeder Therapeut der schon mal mit Beziehungen dieser Art zu tun hatte, weiss, sollte es nicht gelingen den „Gefangenen“ einer solchen Beziehung zu befreien, dass das nicht nur „für die Beziehung“ schlecht aussieht (die entbehrt eh jeder „Augenhöhe“) sondern für den gefangenen Partner in der Regel desaströs bis tödlich ausgeht.
Überhaupt sollten geopolitische Konstellationen mehr durch die wissenschaftliche Brille psychiatrischer Erkenntnisse betrachtet werden. Da wir vieles klarer und liesse sich auf anderer Ebene bearbeiten.
5. August 2026 @ 01:48
Richtig: Der Zollfetisch (und nicht nur der) von Trump ist pathologisch, und in seiner Position durchaus fremdgefährdend. Für derart wahnhafte Menschen gibt es geschlossene Unterbringung. Leider erst nach einem erfolgreichen Impeachment – aber ob man mit JD Vance da nicht nur vom Regen in die Traufe käme?
4. August 2026 @ 09:03
Die USA schicken sich derzeit an, einen entscheidenden Schritt weiter zu gehen und das gibt einen Ausblick, wohin unsere Führungsvasallen dann anschließend nachziehen werden: Mit Abschnitt 219 des derzeit in der Beschlussfassung befindlichen NDAA will die US-Regierung kaum verhohlen eine weitgehende Fusionierung der US-Streitkräfte mit der israelischen IDF. Das wird zwar wortreich bestritten, aber der Gesetzestext sieht explizit den Abbau von “Doppelstrukturen” in strategischen Bereichen der militärischen Entwicklung und Entscheidungsfindung zwischen US-Streitkräften und IDS for.
Mit demselben Gesetz wird das ohnehin exorbitante Militärbudget der USA um mehr als 40 % zusätzlich erhöht. Für das Jahr 2027 dominieren in den USA die faktischen Verteidigungsausgaben mit knapp 80 % die verfügbaren Bundesressourcen. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, signifikante Änderungen an dem Kurs werden aber nicht erwartet.
Das kommt im Ergebnis einem Militärputsch in den USA nahe, weil die Mehrheit der US-Bevölkerung diese extreme Ausgabenpriorisierung mit Sicherheit weder will noch diese im Rahmen von Wahlen absegnen würde. Ebensowenig wie die faktische Fusion mit dem israelischen Militär. Und es wird erfahrungsgemäß mit etwas Verzögerung auch zu uns kommen.
Wir können uns für die nächsten Jahre also mit einiger Wahrscheinlichkeit darauf einstellen,
dass die Militärausgaben bei uns noch stärker erhöht werden sollen,
dass die Möglichkeit die Militärausgaben wieder zu verringern oder sonst umzuleiten im Fall von Regierungswechseln systematisch verbaut wird und
dass die Entscheidung über Krieg und Frieden und somit über den Einsatz unserer Streitkräfte (und unserer Jugend) faktisch vom Parlament und der Bundesregierung weggenommen wird.
Jetzt aber zurück zum Thema Autonomie und Emanzipation…
4. August 2026 @ 08:34
Einen Hauch von Autonomie verspürte man seinerzeit mal bei dem Normandie-Format in Bezug auf die Minsk-Abkommen, was sich ja dann später als Fake herausstellte. Mit diesen deklarierten Anspruch damals, Europa von Lissabon bis zum Ural zu einer human geregelten Zone zu machen, hätte Europa Chancen gehabt, seine humane und wirtschaftliche Position in der Welt zu behalten. Nun hat sich Europa mit ausdrücklicher Hilfe von DNA-Nachkommen der Machthaber des 3. Reiches zur Lachnummer in der Welt entwickelt. Mit den derzeit vorhandenen Strukturen wird sich dieser Trend noch verstärken.