Sommerserie zu “heißen” EU-Themen: Wo bleibt die Emanzipation von Trump?

US-Präsident Trump fordert Europa heraus. Erst mit dem Zoll- und Handelskrieg, dann mit seinem Griff nach Grönland. Die Europäer in EU und Nato haben sich halbherzig gewehrt und mehr “europäische Autonomie” versprochen. Was ist daraus geworden?

Offenbar nicht allzu viel. Autonomie sei ein “Buzzword”, schreibt die Europaabgeordnete in t’Veld . Die Bürger seien aufgewacht und forderten mehr Eigenständigkeit, doch die Politik hinke hinterher und stärke sogar noch die Abhängigkeit von den USA und der Nato.

Beim letzten Nato-Gipfel biederte sich Generalsekretär Rutte mit der “Trump Trillion” an, die die Europäer bezahlen. Kanzler Merz beschwörte die transatlantische Zusammenarbeit und versprach, Trump auch bei den Aufräumarbeiten nach dem Irankrieg zu helfen.

Doch Trump dankt es den Europäern schlecht. Kaum hat er einen neuen Phantasie-Zoll für “Zwangsarbeit” verhängt, droht er schon wieder mit neuen Strafzöllen wegen des EU-Bußgelds gegen Google. Außerdem sinnt er auf Vergeltung für Spaniens Weigerung, Stützpunkte für den Irankrieg bereitzustellen.

Während die Europäer den USA zunehmend kritisch gegenüberstehen – laut Eurobarometer haben 74 Prozent der EU-Bürger eine negative Meinung von den Vereinigten Staaten –, scheint die politische Führung in Brüssel und Berlin den Kopf einzuziehen. Von Autonomie ist dies EU noch weit entfernt…

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