So will Bono die EU attraktiver machen

Was lässt sich gegen den grassierenden Vertrauensverlust in die EU tun? Darüber hat der irische Popstar Bono am Mittwoch im Europaparlament in Brüssel nachgedacht. Das Ergebnis ist überraschend.

Man müsse die EU “romantischer” machen, sagte Bono nach einem Gespräch mit Parlamentspräsident Tajani. “Europa ist eine Idee, die zum Gefühl werden muss, und als Künstler fühle ich mich dem verpflichtet.”

“Europe is a thought that needs to become a feeling, and I am, as an artist, in service of that.”

So weit, so gut. Gegen positive Gefühle für Europa hat keiner etwas einzuwenden, nicht einmal die selbst ernannten Patrioten und Nationalisten. Doch wir reden über die real existierende EU – mit Brexit und vielen anderen Problemen.

Doch den Brexit nahm Boni nicht einmal in den Mund. Auch die anderen Krisen sparte er aus. Ihm geht es um die Rolle der Künstler – und da schaut er (ausgerechnet) auf Amerika und (natürlich) auf Hollywood.

If you think about the mythology of America and you think about Hollywood and how Hollywood perpetuated the idea of the American dream… when you think about artists involved in the project that is Europe, it’s not that many.

Künstler aller EU-Länder, vereinigt Euch! Doch damit das klappt, müsste man erst einmal den “europäischen Traum” erfinden. Und dann ein europäisches Hollywood schaffen. Aber ist das nicht vielleicht schon das falsche Modell?

Brauchen wir wirklich eine “romantische” Vorstellung von der EU – reicht nicht ein realistisches Projekt für Europa?

Siehe auch “Nicht Netflix-tauglich”

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