Signal droht mit Rückzug aus der EU
Die Chefin der Signal-App hat EU-Pläne kritisiert, wonach Messenger künftig “Hintertüren” haben sollen, um die Suche nach kriminellen Inhalten zu ermöglichen. „Wenn wir vor die Wahl gestellt würden, entweder die Integrität unserer Verschlüsselung und unsere Datenschutzgarantien zu untergraben oder Europa zu verlassen, würden wir leider die Entscheidung treffen, den Markt zu verlassen“, sagte Meredith Whittaker der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund ist der Streit um die sog. Chatkontrolle. Die EU berät seit drei Jahren über ein Gesetz, mit dem der Kampf gegen Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs neu geregelt werden soll. Der Vorschlag sieht vor, dass Messenger wie Signal, aber auch WhatsApp, Telegram oder Threema ermöglichen sollen, dass die Inhalte noch vor der Verschlüsselung geprüft werden können.

3. Oktober 2025 @ 13:08
… dass die Inhalte noch vor der Verschlüsselung geprüft werden können…
“Vor der Verschlüsselung” sollen also z. B. bei Signal “die Inhalte” geprüft werden. Von wem, einem EU-Verfassungsschutz oder EU-Geheimdienst? Wie? Bei der riesigen Menge von “Inhalten”? Mit wieviel Prüfungsverzögerung kämen dann wohl Inhalte beim Empfänger an?
Dem “User” bliebe nur die Rückkehr zur analogen Schneckenpost? Oder werden Signal und Co. dann gleich von Geheimdiensten übernommen… Ich verstehe es nicht, erklärt es bitte nochmal für mich Dummie…
3. Oktober 2025 @ 09:40
denk ich an die EU, fallen mir inzwischen sofort böse Zusammenhänge ein „Diebstahl = russisches Vermögen“, „Doppelmoral = Russland / Israel“, „Überwachungsstaat = Zensur und starke Einschränkung der Meinungsfreiheit“
Was ist aus den sogenannten Grundwerten geworden?
2. Oktober 2025 @ 16:13
Disclaimer: Ich bin kein großer Freund von Messengern und habe mich auch nicht im Detail mit der Technologie beschäftigt. Aber wenn ich mich korrekt erinnere, arbeiten die genannten Tools mit End-to-End-Verschlüsselung. Das bedeutet: Die Verschlüsselung findet auf den Endgeräten statt.
Folglich:
— Entweder wird die App auf dem Smartphone massiv aufgebläht, um lokal allerlei Überprüfungen vorzunehmen. Dabei würde sich dann die Frage stellen, was die App macht, wenn sie irgendwelchen Schweinkram entdeckt hat. Erscheint ein Pop-up „Verschick ich nicht, du Ferkel!“ und/oder eine Meldung an die Polizei?
— Die End-2-End-Verschlüsselung wird aufgebrochen, damit der Inhalt auf dem Weg zwischen Sender und Empfänger geprüft werden kann. Damit wäre sie nicht mehr End‑to‑End: End of Privacy!
2. Oktober 2025 @ 18:03
Eine Backdoor heisst, jemand kann auf Deinem Gerät oder zumindest in der Software herumfummeln, ohne dass Du das mitbekommst. Im worst case könnte man Dir auch messages unterschieben, die Du nie geschrieben hast – das perfekte Mittel gegen “Delegitimierer der Demokratie” oder wie die das nennen…
2. Oktober 2025 @ 18:29
Richtig: Die Fragen sind
— Wer darf spicken: Verfassungsschutz oder App-Anbieter?
— Wo wird gespickt: Auf dem Smartphone, unterwegs, auf dem Server des Anbieters?
— Wie wird mit verdächtigem Inhalt umgegangen: erhobener Zeigefinger, nicht verschicken, Meldung an die Behörden oder gleich SEK?
2. Oktober 2025 @ 14:45
Pädophilie ist nur der Schlüssel zur Öffnung des Vorhängeschlosses in Gestalt des Artikel 10 GG… gewollt ist mit “an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit” (wie es immer so schön heisst) etwas viel weitreichenderes.