Selenskyjs gefährliche “Sanktionen”, Dobrindts Bunker & raus aus ESC?
Die Watchlist EUropa vom 19. Mai 2026 – Heute mit Nachrichten und Analysen zur Eskalation zwischen der Ukraine und Russland, zu den kriegsaffinen Plänen des deutschen Innenministers und zum Frust beim ehemals wichtigsten Musikwettbewerb in Europa.
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Die EU hat Gesprächen mit Russland über den Ukraine-Krieg eine Absage erteilt. Nun eskaliert der Konflikt, weit über Kiew und Moskau hinaus. Neue “Sanktionen” könnten auch Deutschland in den Krieg ziehen.
Angriffe auf Öl- und Gasterminals, aber auch auf Städte wie Moskau bezeichnet der ukrainische Präsident Selenskyj neuerdings als “Sanktionen”. “This time, Ukrainian long-range sanctions reached the Moscow region”, erklärte Selenskyj am Sonntag nach Drohnenattacken im Raum Moskau.
Die Angriffe auf zivile Ziele in der russischen Hauptstadt, bei denen es mehrere Tote gab, seien „völlig gerechtfertigt“, behauptet Selenskyj. Es handele sich um Vergeltung für die jüngsten massiven russischen Angriffe auf Kiew. „Wir sagen den Russen ganz klar: Ihr Staat muss diesen Krieg beenden“.
Ausweitung der Kampfzone
Diese Botschaft ginge vielleicht noch in Ordnung – würden die ukrainischen Angriffe nicht mit deutscher und europäischer Hilfe ausgeführt, und führten sie nicht zu einer Ausweitung der Kampfzone weit über die beiden beteiligten Länder hinaus. Verantwortlich für diese gefährliche Ausweitung ist Selenskyj.
So wurde in der vergangenen Woche eine schwimmende ukrainische Kamikazedrohne vor der griechischen Urlaubs-Insel Lefkada entdeckt. Kurz darauf gab es Drohnen-Alarm in Helsinki. In Lettland führten (angeblich abgelenkte) ukrainische Drohnen sogar zum Sturz der Regierung!
Mittlerweile sind das gesamte Baltikum, das Schwarze Meer und Teile des Mittelmeers zur Kampfzone für ukrainische Militär-“Sanktionen” geworden. Die Nato und die EU, die hier eigentlich für Sicherheit sorgen sollten, greifen nicht ein – klammheimlich billigen sie die hybride Offensive.
Putin in die Enge getrieben?
Deutschland und Frankreich liefern sogar weit reichende Waffen und Zieldaten. Kriegsminister Pistorius hat nun auch noch eine deutsch-ukrainische Gemeinschaftsproduktion von Drohnen angekündigt. Daraufhin drohte Russland mit Angriffen auf deutsche Drohnenfabriken.
Bisher wurde das kaum ernst genommen. Doch nun warnen Sicherheitsexperten, daß ein russischer Angriff auf Europa wahrscheinlicher werde. Kremlchef Putin fühle sich in die Enge getrieben, deshalb bleibe ihm nur die Eskalation. Sogar von Atomwaffen ist wieder die Rede, z.B. hier (Link zu Youtube).
Das muß man nicht für bare Münze nehmen – ebensowenig wie die Spekulationen über eine angeblichen russischen Angriff im Jahr 2029. Festzuhalten bleibt aber, daß Selenskyjs neue Taktik die Lage noch gefährlicher macht – auch und gerade für Deutschland…
Siehe auch “Selenskyjs Übermut wird zur Gefahr für EUropa” und “Diplomatie fehlt”: Merkel verreißt die Ukraine-Politik der EU
Meine two Cents: Die EU sucht angeblich einen Vermittler, um doch noch in Gespräche mit Moskau einzusteigen. Doch bisher wurden alle Namen – Schröder, Merz, Kallas – sofort wieder verworfen. Solange man sich nicht einigen kann bzw. will, sollte die EU lieber einen Emissär nach Kiew schicken, der Selenskyj zur Vernunft bringt. Sonst ist es irgendwann zu spät…
P.S. Nato-Kampfjets haben über Estland eine mutmaßlich ukrainische Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen Landes eingedrungen war. Nach Angaben von Verteidigungsminister Pevkur handelt es sich um den ersten Abschuss dieser Art. Die Nato schießt eine UKR-Drohne ab – das ist nicht nur pikant, sondern auch brisant…
News & Updates
Dobrindts Bunker. Nach der EU stellt sich nun auch Deutschland auf den Kriegs- und Katastrophenfall ein. Bundesinnenminister Dobrindt plant ein Milliardenprogramm, um Bunker zu bauen, Feldbetten zu beschaffen und eine bundesweite Warn-App einzuführen. “Wir rüsten auf beim Bevölkerungsschutz und der zivilen Verteidigung”, sagte der CSU-Politiker. Bereits im vergangenen Jahr hatte Dobrindt einen “Pakt für Zivilschutz” angekündigt. Demnach sollen bis 2029 zehn Mrd. Euro investiert werden. – Schon wieder 2029 – nicht zufällig ist das genau das Jahr, in dem die Bundeswehr mit Krieg gegen Russland rechnet (siehe oben). Besser wäre es, 10 Mrd. Euro in die Diplomatie und die Kriegsverhinderung zu investieren! – Siehe auch “Kriegs-Vorbereitungen: Brüssel empfiehlt den Bunker“
D-Day zum Trump-Deal. Wird der umstrittene Handelsdeal mit US-Präsident Trump doch noch ratifiziert – und wenn ja, zu welchen Konditionen? Darüber wollen Unterhändler der EU am Dienstag in Straßburg entscheiden. Der sog. Trilog gilt als letzte Chance, um ein neuerliches Ultimatum von Trump einzuhalten. Es läuft Anfang Juli ab – wenn die EU bis dahin nicht spurt und alle Zölle auf US-Exporte abschafft, soll es Strafzölle gegen Autos aus der EU und Deutschland setzen… – Meine Kolumne im Makroskop: “Ein bißchen Frieden im Handelskrieg mit Trump”
Gaza-Hilfsflotte. Israel hat erneut Boote der Gaza-Hilfsflotte angegriffen und gekapert. Diesmal griff die israelische Marine vor der Küste des EU-Mitglieds Zyperns zu; dabei wurde u.a. die Schwester der irländischen Präsidentin Connolly gekidnappt. Dennoch gab es keine offiziellen Proteste der EU – sie schützt ihre eigenen Leute nicht!
Das Letzte
Raus aus dem ESC. Spanien, Irland und die Niederländer sind schon raus, Belgien könnte 2027 auch fern bleiben. Nur Deutschland hält bisher eisern zum “European Song Contest” ESC – trotz der Manipulationen durch Israel, der doppelten Standards und unklaren Regeln. Doch nun werden auch im Land der Israel-treuen Staatsdoktrin erste Rufe nach einem Abschied vom ESC laut. Allerdings nicht wegen Israel, sondern wegen der miesen Performance der deutschen “Acts”. Die Mehrheit der BILD-Leser sei gegen einer erneute ESC-Teilnahme, schreibt das Springer-Blatt. 93 Prozent hätten sich für einen freiwilligen Verzicht entschieden. Ist das nun eine gute Nachricht – oder ein verspäteter Aprilscherz? Die “Nachdenkseiten” tendieren offenbar zur zweiten Option – und witzeln: “Mehrheit der BILD-Leser gegen eine erneute Weltkriegsteilnahme“. Da wäre ich mir allerdings auch nicht sicher…
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19. Mai 2026 @ 13:06
“Deutschland … liefer(t) sogar weit reichende Waffen und Zieldaten.” Kommt jetzt endlich der Taurus zum Einsatz? Was den Zivilschutz angeht: Katastrophenschutz, Kliaschutz, Vorsorge: Ja! Schon mal (Achtung, Metapher) vorsorglich Gasmasken an die Bevölkerung austeilen: Nein!
19. Mai 2026 @ 11:44
Wer nicht mindestens auf einem Auge blind ist und die Vorgeschichte vor 2022 nicht ganz ignoriert, konnte doch deutlich sehen, dass dieser Krieg vom Westen getriggert wurde. Ich erinnere mich noch genau daran, dass auch in unseren Medien der russische Einmarsch kaum erwartet werden konnte. Täglich zeigt der Westen auch, dass ein schnelles Ende dieses Krieges nicht in seinem Interesse liegt, auch wenn das unseren Haushalt und zuvorderst unseren Sozialstaat ruiniert. Da helfen auch die dümmlichen Äußerungen der größten Heuchler nicht, Russland könnte den Krieg sofort beenden. Bei anderen aktuellen Konflikten fallen diesen Leuten solche dämlichen Sprüche nicht ein. Damit zeigen sie ihre ganze verachtenswerte Doppelmoral deutlich. Fällt in der Ukraine ein Ziegel vom Dach, wird das sofort zum Großangriff und Kriegsverbrechen hochstilisiert. Wenn andererseits täglich massenhafte Vertreibungen und Völkermord stattfindet, ist meist in unseren den Medien nur in einen Nebensatz zu finden. Das ist genau das, was mich immer mehr ankotzt und für mich die Verantwortlichen dafür absolut unwählbar für die Zukunft macht.
19. Mai 2026 @ 11:15
Die deutsche Regierung will die russische Vergeltung unbedingt. Frei nach der Logik des Überfalls auf den Sender Gleiwitz darf danach offiziell zurückgeschossen werden. Damit hat sich dann die self-fulfillig-prohphecy bewahrheitet, dass der Russe Europa angreifen wird und die Übernahme von Europa anstrebt.
Und genau das ist die Erklärung für die russische Zögerlichkeit: Schlagen sie erst einmal auf Nato-Territorium zurück, ist der Rubikon überschritten und die Schleusen Richtung Wettrüstung und Krieg sind unwiderbringlich geöffnet. Bis jetzt müssen unsere EU-Regierungen noch mit Widerstand in Bevölkerung und Politik rechnen, danach wäre ihnen eine satte Mehrheit an Kriegsbefürwortern ziemlich sicher, zumindest bis die Schäden und Verlustzahlen bei uns in die Höhe gehen.
Das ist die tragische Dynamik des Krieges, der uns unsere fürsorgliche Führungselite ausgeliefert hat.
19. Mai 2026 @ 12:46
Russland wird vom Westen nicht mehr gefürchtet. Es hat also nur die Wahl zwischen Rückzug aus der Ukraine mit einer bedeutungslosen Zukunft in Sibirien und dem erweiterten Suizid durch MAD. Diese schreckliche Lage ist ein historisches Versagen der russischen Führung. Mit dem Zugriff auf die Krim und den Donbass hat sich Russland seine Zukunft und sein Standing als Global Player verbaut. Der Preis dafür steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
19. Mai 2026 @ 13:42
Ich würde Ihnen zustimmen, wenn Sie das Versagen auf allen Seiten des eisernen Vorhanges feststellen würden. Es nur den Russen zuzuschieben greift zu kurz. Die wesentlichen Rüstungskontrollverträge wurden durch den Westen hintertrieben und gebrochen. Die nach dem Mauerfall gegebenen zusagen ebenso. Von daher sucht unsere Seite dasselbe idiotische Schicksal.
19. Mai 2026 @ 14:38
Russland wird getestet. Über den Stellvertreter Ukraine. Der Ausgang ist weiter ungewiß, aber ein happy end zeichnet sich nicht ab – womöglich für niemanden.
19. Mai 2026 @ 09:51
@“Mehrheit der BILD-Leser gegen eine ERNEUTE Weltkriegsteilnahme“
– Bedeutet: Abstimmen tun die, die bereits “teilgenommen” haben: heute im Alter 85+ Jahre. – Doch, was meine Mutter, ein Kellerkind, und ihre Generation dazu sagt, da bin ich mir sicher!
19. Mai 2026 @ 08:08
Russlands Kriegsführung, verbunden mit leeren Drohungen und hohlen Warnungen, ist geradezu eine Einladung zur Ausweitung der Kampfzone. Wann har Russland dem Westen das letzte Mal richtig Angst eingejagt? Verdammt lang her. Russland lässt sich von westlichen Drohnenschwärmen in Brand setzen. Nichts scheint den Kreml aus der Ruhe zu bringen. Man wurstelt weiter im Donbass und versucht verzeifelt, den eroberten Landkorridor zur heiligen Krim zu sichern. Dass Selenski und seine Sponsoren unter diesen Umständen die Kampfzone ausweiten, ist nachvollziehbar. Schliesslich wollen sie Russland grillen. Die dosierte Eskalation scheint bestens zu funktionieren. Es wird Zeit, dass der Kreml kapituliert und sich die Mühe der Mikroeroberungen spart. Dieser Krieg lohnt sich für Russland schon lange nicht mehr.