Die “Wiederbewaffnung” beginnt – nicht gegen, sondern für Trump

Die EU-Staaten haben beschlossen, bis zu 150 Mrd. Euro für die Beschaffung von Waffen bereitzustellen. Damit beginnt die “Wiederbewaffnung” Europas im Schlepptau der USA

„Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, sagte Kommissionspräsidentin von der Leyen nach dem EU-Beschluss, der am Dienstag in Brüssel gefallen ist.

Sie hatte die Aufrüstung mit Russlands Krieg in der Ukraine, aber auch mit der unberechenbaren US-Außenpolitik begründet. Allerdings sucht die EU jetzt schon wieder die Nähe von US-Präsident Trump.

Das neue, schuldenfinanzierte Programm mit dem Namen SAFE („Security Action for Europe“) ist für den Aufbau einer unabhängigen europäischen Rüstungsindustrie, aber auch für die Ukraine bestimmt.

Einige EU-Staaten wollen neues Kriegsgerät direkt an Kiew weiterreichen. Sie können dafür günstige Kredite der EU in Anspruch nehmen. 

Für Deutschland ist SAFE nicht interessant, da es sich Geld selbst zu günstigen Konditionen am Markt beschaffen kann. Kanzler Merz hat bereits eine massive Aufrüstung angekündigt.

Er will die Verteidigungsausgaben auf bis zu fünf Prozent der Wirtschaftsleistung steigern – genau so, wie dies Trump fordert. Er setzt sich nicht von Trump ab, sondern folgt ihm!

Damit fällt die offizielle Begründung für SAFE – wir müssen von den USA unabhängig werden – in sich zusammen. Ob es die erhoffte militärische Schubkraft entwickeln kann, ist ebenfalls offen.

Denn die Konditionen sind selbst für EU-Verhältnisse überaus kompliziert. Deshalb dürfte SAFE auch erst gegen Jahresende starten – wenn alles gut geht…

Mehr zur Aufrüstung der EU hier

Das Trump-Argument zieht nicht mehr so recht, doch nun kommt EZB-Chefin Lagarde mit einem neuen: Militärische Macht sei eine Vorbedingung für den Aufstieg des Euro zu einer Weltwährung, erklärte sie. Na dann – sollten wir sofort noch mehr Panzer bei Rheinmetall bestellen  😉