“Portugal, Vorbild für Europas Linke”

Noch ist nicht klar, ob es in Portugal eine neue Linksregierung geben wird – oder eine Koalition der Sozialisten mit einer bürgerlichen Partei. Dennoch wird das kleine Land zum Vorbild stilisiert – für die Linke in ganz EUropa.

So schreibt das liberale “NRC Handelsblad” aus Den Haag:

Die Regierung Costa machte aus dem Sorgenkind der EU eine Vorbildnation für Sozialisten aus anderen europäischen Ländern. … Portugal ist in Zeiten von Brexit, aufkommendem Populismus, unvorhersehbarem Terrorismus und Separatismus in Katalonien eine ausgeglichene Nation, in der sich ausländische Gäste wohl fühlen.

Quelle: Eurotopics

Auch die spanische Zeitung “El Periódico de Catalunya” ist voll des Lobes für Premier Costa:

Sein Verhandlungsgeschick im Parlament hat dem Land Stabilität verschafft, in Brüssel hat er damit an Ansehen gewonnen und er konnte die Legislaturperiode zu Ende bringen. Zusammenfassend gesagt konnte sich seine Politik bei den Wählern ohne große Gegenargumente sehen lassen.

Sogar die kritischen “Nachdenkseiten” stilisieren Portugal zum Vorbild:

Sozialdemokraten können Wahlen gewinnen und sogar die Rechte kleinhalten, wenn sie ihrem Charakter und ihrem Programm einigermaßen treu bleiben. Siehe Portugal.

Quelle: Nachdenkseiten

Obwohl ich manches teile, wäre ich in meinem Urteil vorsichtiger. Portugal ist ein kleines Land am äußersten westlichen Rand Europas, das mehr von Spanien und Südamerika abhängt als von Deutschland.

Deshalb taugt es auch nicht wirklich als Beispiel für andere Staaten, die ihre Wirtschaft und ihre Politik ganz auf das größte EU-Land abgestellt haben. Vor allem für Benelux und Osteuropa gelten andere Regeln.

Festzuhalten bleibt aber, dass es Alternativen zur Austeritätspolitik gibt, sogar für kleine Krisenländer wie Portugal. Wer es wagt, sich von Brüssel und Berlin abzusetzen, wird sogar vom Wähler belohnt. Und allein das ist schon eine gute Nachricht!

 
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