“Patriot” für die Ukraine: Merz brüskiert Macron

Kanzler Merz hat den Deal für “Patriot”-Lieferungen an die Ukraine offenbar im Alleingang eingefädelt. Er will auch noch mehr Waffen bei US-Präsident Trump bestellen – sehr zum Ärger von Frankreich.

Folgt man “Politico”, so hat nicht etwa Nato-Generalsekretär Rutte den Deal mit Trump eingefädelt, sondern Merz. Der Kanzler habe auch schon vorab finanzielle Zusagen gemacht:

Merz said he has been in touch with Trump several times in recent days and has assured him that Germany “will play a decisive role” in the effort to supply Kyiv with U.S. weapons. 

Die Lieferung an die Ukraine sei im deutschen Interesse, so Merz. Offenbar ist dieses Interesse so groß, dass Berlin sogar Waffen für ein Land bezahlt, das weder in der EU noch in der Nato ist!

Ukraine über alles – das ist die Botschaft. Denn für andere Länder würde Merz das garantiert nicht tun – selbst wenn sie in der EU sind. Er nimmt nicht einmal Rücksicht auf große Mitglieder wie Frankreich!

In Paris wird dieser Deal nämlich nicht unterstützt. Präsident Macron ist auf Unabhängigkeit und strategische Autonomie bedacht – Merz hingegen macht sich und die EU noch abhängiger von Trump.

Paris will not join the initiative to buy U.S. weapons for that reason, according to two French officials with knowledge of the issue. 

Merz hat Macron brüskiert – und das ist kein Einzelfall. Auch beim geplanten gemeinsamen Kampfflugzug der nächsten Generation (FCAS) liegen Berlin und Paris über kreuz.

Daß Merz nun auch noch amerikanische F-16 in die Ukraine liefern will, dürfte die Sache nicht besser machen…

Siehe auch Merz führt EUropa in eine fatale Abhängigkeit von Trump