Oberster EU-General will keine eigene Armee – “Kriegstüchtigkeit” geht vor

Alle reden von einer europäischen Armee – wegen Putin, aber auch wegen Trump. Doch ausgerechnet der oberste EU-General hält nichts davon. Er hat andere Prioritäten – es geht um “hybriden Krieg” und “Kriegstüchtigkeit”.

Wichtiger als eine EU-Armee sei die Schließung von Fähigkeitslücken und ein „gesamtgesellschaftlicher Ansatz“ – die Vorbereitung der Zivilgesellschaft auf Abschreckung, Verteidigung und Krieg, sagte der Chef des EU-Militärausschusses. S. Clancy, in Brüssel.

„Wir müssen jetzt in den Grauzonen arbeiten“, so Clancy. Die Europäer müßten sich dem „hybriden Krieg“ Russlands stellen und auf eine umfassende Verteidigung der gesamten Gesellschaft („Society Readiness“) hinarbeiten.

Der Vier-Sterne-General aus Irland widersprach damit dem Chef der größten Fraktion im Europaparlament, Weber. Der CSU-Politiker hat sich wiederholt für eine europäische Armee ausgesprochen.

Stehendes Heer von 100.000 Mann?

Bei einem Treffen seiner konservativen Europäischen Volkspartei Ende Januar in Zagreb sagte er, mögliche Friedenstruppen für die Ukraine könnten „Keimzelle einer europäischen Armee“ sein.

Auch in der EU-Kommission werden europäische Truppen diskutiert. So schlug Verteidigungskommissar Kubilius vor, die EU-Mitglieder sollten über die Gründung einer gemeinsamen Armee nachdenken.

In einer Rede in Schweden sprach Kubilius Mitte Januar von einer „stehenden europäischen Streitmacht mit 100.000 Soldaten“, um Europa im Falle eines Abzugs der US-Truppen zu schützen.

Der oberste Militär der EU hat dem nun eine Absage erteilt: Für den Schutz Europas sei weiter die Nato zuständig…

Weiterlesen in der “Berliner Zeitung” ( Paywall). Siehe auch “Das gefährliche Gerede vom hybriden Krieg”