Nicht nur Trump will eine Mauer bauen

Alle Welt regt sich über Trumps geplante Mauer zu Mexiko auf – zu Recht. Doch Trump steht nicht allein – leider. Auch die EU-Staaten im Baltikum errichten Zäune und Barrieren.

Vor allem Litauen plant neue Grenzbefestigungen. Wegen der Spannungen mit Russland will das Land die russische Exklave Kaliningrad mit einem zwei Meter hohen Zaun umgeben.

Die Arbeiten sollten im Frühjahr beginnen und vor Jahresende abgeschlossen sein, sagte Innenminister Misiunas. Die EU werde mit rund 25 Mill. Euro den Großteil der Kosten übernehmen, der litauische Anteil liege bei 3,6 Mill. Euro, hieß es.

Der Zaun werde “Panzer nicht aufhalten”, sagte Misiunas. “Aber er wird so konstruiert sein, dass es schwierig wird, darüber zu klettern.” Anders gesagt: Er soll mögliche Migranten aus Kaliningrad aufhalten.

Passend dazu verabschiedete Litauen eine neue Sicherheitsstrategie. An erster Stelle aufgelistet wird dabei eine “konventionelle militärische Bedrohung” – offenbar rechnet man dann doch mit Panzern aus Russland.

Aber keine Sorge: Hilfe naht. Die Nato verlegt ja schon Panzer ins Baltikum. Und bald kommt ja auch noch die Bundeswehr. Die kann dann den neuen Zaun “absichern” – und gleichzeitig auf Trump schimpfen?

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17 Responses to Nicht nur Trump will eine Mauer bauen

  1. S.B. 18. Januar 2017 at 17:23 #

    Die Bundeswehr “beschützt” eine Mauer. Das wäre wirklich der letzte Beweis, dass Stiefmutti die “große Transformation” geschafft hat. Das wäre ein echter Treppenwitz der Geschichte. Ein wirklich schlechter obendrein.

  2. Peter Nemschak 18. Januar 2017 at 18:50 #

    Die Abneigung gegen Migranten scheint überall bei den Bevölkerungen in den USA und Europa manifest zu sein. Daher gibt es keinen Widerstand gegen Zäune. Ob sie im Ernstfall helfen, steht auf einem anderen Blatt. Der Nord/Südkonflikt wird der entwickelten Welt noch einigen Kummer bereiten.

    • ebo 18. Januar 2017 at 18:56 #

      Pardon, hier geht es gegen Russland…

      • Peter Nemschak 18. Januar 2017 at 19:03 #

        Na und ? Russland ist geopolitisch Konkurrent auch von Europa, dessen Union er zerstören will? Sie haben seltsame Sympathien.

      • ebo 18. Januar 2017 at 19:06 #

        Mit Panzern fährt man wohl kaum gegen Migranten auf. SIE haben seltsame Sympathien. Wenn es so weiter geht, endet Kaliningrad wie einst Berlin – als eine Insel, umgeben von Mauern und Zäunen

      • S.B. 18. Januar 2017 at 21:22 #

        @Peter Nemschak: Sie nun wieder mit Ihrer Russenphobie… 😉

  3. Peter Nemschak 18. Januar 2017 at 20:19 #

    Der Kalte Krieg zwischen dem Westen und Russland war latent immer vorhanden auch wenn manche das Ende der Geschichte gesehen haben wollen und hat nunmehr ein anderes Gesicht bekommen.. An den geopolitischen Ambitionen der Großmächte hat sich nichts geändert, auch wenn sie in anderem Gewand auftreten. Der Untergang des realen Sozialismus hat daran nichts geändert. Ihre Weltsicht ist optimistischer als die meine. Womit begründen Sie ihren Optimismus ?.

    • ebo 18. Januar 2017 at 20:41 #

      Haben Sie schon einmal gehört, dass die Enklave Kaliningrad irgend jemand bedroht? Wenn nein, dann braucht es keinen Zaun.

      • S.B. 18. Januar 2017 at 21:29 #

        @ebo: Für Peter Nemschak ist alles (nord-) östlich von Polen eine Bedrohung für den “freien Westen”. Und zwar bis zur Westküste von Nordamerika. Alle anderen Länder sind im Zuge der Globalisierung unsere Freunde. Man nennt das auch schwarz-weiß-Schema. 😉

      • ebo 18. Januar 2017 at 21:33 #

        Scheint mir auch langsam…

      • Peter Nemschak 19. Januar 2017 at 08:54 #

        Hier geht es um lokale Identitäten nicht um die Bedrohung durch die Enklave Kaliningrad. Die historischen Empfindlichkeiten der Balten sind verständlich. Dass auf einer ganz anderen Ebene Russland, aber auch China und die USA kein Interesse an einer starken EU haben, sollte allen klar sein. Eine Anbiederung an Russland aus bloßer Angst, weil das westliche Verteidigungsbündnis von Trump in Frage gestellt wird, ist nicht zielführend. Richtig wäre eine politisch, wirtschaftlich und militärisch starke EU. All jene, die mit Werten argumentieren seien daran erinnert, dass zwischen Russland und dem Westen historisch ein fundamentaler Unterschied hinsichtlich der Rolle des Menschen in der Gesellschaft besteht: Kollektivismus vs. Individualismus.Das hat man in Syrien deutlich gesehen, als Russland die wahllos getötete Zivilbevölkerung als reine machtpolitische Manövriermasse .benutzt hat. Solange Russland von der Vorstellung besessen ist, dass der Westen an allem schuld sei, wird eine Normalisierung schwierig sein.

      • S.B. 19. Januar 2017 at 09:35 #

        @Peter Nemschak:

        ” Eine Anbiederung an Russland aus bloßer Angst, weil das westliche Verteidigungsbündnis von Trump in Frage gestellt wird, ist nicht zielführend. ”

        Das Gleiche gilt für alle anderen Länder, einschließlich der USA. Die insoweit fast schon sklavisch zu nennende Anbiederung insbesondere Deutschlands und infolge auch der EU an die Amis, haben Sie noch nie kritisch beurteilt.

        “All jene, die mit Werten argumentieren seien daran erinnert, dass zwischen Russland und dem Westen historisch ein fundamentaler Unterschied hinsichtlich der Rolle des Menschen in der Gesellschaft besteht: Kollektivismus vs. Individualismus.”

        Der Individualismus hat im Westen schon lange ausgedient. Hier hat der Kollektivismus seit dem Ende des Ostblocks genauso Einzug gehalten, wie er nach Ihrem Vortrag in Russland vorherrscht. Oder was meinen Sie, warum “wir” zu allem möglichen gezwungen werden und Merkel mit so einem dämlichen Spruch wie “Wir schaffen das” beklatscht wurde und wird?

        “Das hat man in Syrien deutlich gesehen, als Russland die wahllos getötete Zivilbevölkerung als reine machtpolitische Manövriermasse .benutzt hat. ”

        Die wahllos getötete Zivilbevölkerung in Mossul spielt bei Ihnen selbstverständlich keine Rolle. Da töten ja auch nur die Amis, welche die ganze Sch…e im nahen Osten und Nordafrika überhaupt erst verursacht haben. Und zwar unter aktiver Unterstützung oder zumindest Billigung von D und der EU.

        “Solange Russland von der Vorstellung besessen ist, dass der Westen an allem schuld sei, wird eine Normalisierung schwierig sein.”

        Solange solche Leute wie Sie von der Vorstellung besessen sind, Russland sei an allem Schuld und die Amis sind die Guten, wird eine objektive Sicht- und Herangehensweise an die international zu bewältigenden Probleme sehr, sehr schwierig sein.

  4. Peter Nemschak 19. Januar 2017 at 11:52 #

    .@S.B. Die EU hat sich nicht an die USA angebiedert, war aber grob fahrlässig, die veränderte Sicherheitslage nicht wahrzunehmen. Mehr als 70 Jahre kein Krieg in Westeuropa haben das Wahrnehmungsvermögen von Gefahr geschwächt, nicht nur bei den Politikern sondern auch bei den europäischen Völkern. Durch den überstürzten Abzug der USA aus dem Irak – es wurde keine neue politische Ordnung nach Saddam geschaffen – und die Konsequenzenlosigkeit nach Überschreiten der roten Linie durch Assad wurde Russland geradezu eingeladen die Krim zu besetzen und in Syrien einzugreifen. Die USA haben ein machtpolitisches Vakuum verursacht, das die EU verschlafen hat. Nur eigene Stärke garantiert Sicherheit sollte die Lehre sein. Das sollte die EU beherzigen und Trump sollte schnell geostrategisch dazu lernen – im Interesse der USA. Ein anständiger Mensch wie Obama zu sein, reicht nicht aus, um eine Weltmacht zu führen. Nicht Idealismus und Illusionen über die Gesellschaft (Obamacare, das die Nation nicht wollte und Obamas politisches Kapital kostete) sondern nüchterner Sinn für die machtpolitischen Realitäten, gepaart mit Durchsetzungsstärke garantieren Sicherheit und Frieden.

    • S.B. 19. Januar 2017 at 14:30 #

      @Peter Nemschak:

      Sie haben vergessen zu erwähnen, dass die USA aufgrund einer offensichtlichen Lüge (Fake-News) schon völkerrechtswidrig im Irak einmarschiert sind. Was hatten die dort zu suchen? Die mit empathischen Bezeichnungen versehenen “Revolutionen” in Ägypten, Tunesien und der Ukraine sind ebenfalls nicht ohne Zutun der USA gelaufen. Was haben die da zu suchen? Überall gab und gibt es hinterher ein Machtvakuum, zumindest aber eine ganz erhebliche Destabilisierung dieser Länder. Sie meinen doch nicht, das wäre alles Zufall?

      Und wie kommen Sie zu der Erkenntnis, Obama wäre ein “anständiger Mensch”? Der Typ ist das Paradebeispiel für einen Politiker, der alles anfängt, aber nichts fertig bringt. Nennen Sie das anständig?

      “…sondern nüchterner Sinn für die machtpolitischen Realitäten, gepaart mit Durchsetzungsstärke garantieren Sicherheit und Frieden.”

      Garantiert sind Sicherheit und Frieden leider nirgends, wie ein Blick auf die Weltkarte zeigt. Die Europäer sind gerade mitten dabei, ihre Sicherheit zu opfern, indem sie ihre Grenzen sperrangelweit für jeden Dahergelaufenen unkontrolliert offen stehen lassen.

  5. Ute Plass 19. Januar 2017 at 14:14 #

    @Nemschak: “Nicht Idealismus und Illusionen über die Gesellschaft (Obamacare, das die Nation nicht wollte und Obamas politisches Kapital kostete) sondern nüchterner Sinn für die machtpolitischen Realitäten, gepaart mit Durchsetzungsstärke garantieren Sicherheit und Frieden.”
    Und wie erklären Sie sich, dass Ihre anempfohlene Strategie Menschen weltweit
    zur Flucht zwingt und diesen alles andere als Frieden und Sicherheit gebracht hat?

    Manche Ihrer Beiträge lesen sich wie die eines Waffenhändlers. 🙁

    Höhere Rüstungsausgaben wegen Trump? Es ist an der Zeit, die Weichen neu zu stellen
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=36679#more-36679

  6. Reinard 19. Januar 2017 at 22:51 #

    Wir waren schon mal weiter: http://blog.hr-schmitz.de/?p=4885

  7. felix1 2. Februar 2017 at 12:43 #

    @Nemschak:
    sie offenbaren ein ziemlich einseitiges weltbild ohne wissen um weitreichende historische wahrheiten. zur erleuchtung zu den wohltaten ihrer amerikanischen freunde empfehle ich beispielhaft die lektüre von:
    http://www.us-politik.ch
    https://einarschlereth.blogspot.de/2017/02/wer-waren-die-us-ungeheuer-die-auf.html#more

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