Neues vom Wirtschaftskrieg (293) – Iran verkauft mehr Öl als vor dem Krieg

Die westlichen Sanktionen gegen Huawei verpuffen. Russland bricht die amerikanische Kuba-Blockade. Und Iran verkauft mehr Öl als vor den Angriffen der USA – “das Regime gewinnt den Energiekrieg”.

  • Iran verkauft mehr Öl als vor dem Krieg. For half a century the Middle East’s petro-monarchies have cast themselves as reliable suppliers of low-cost petroleum. The third Gulf war, now in its fifth week, has shattered that image. With the Strait of Hormuz largely closed, 15% of the world’s oil cannot reach its customers. All Gulf states have slashed output and seen export proceeds plunge. All bar one. As its tankers keep plying the strait (see chart 1), Iran is now earning nearly twice as much from oil sales each day as it did before American and Israeli bombs started falling on February 28th. It may be pummelled on the battlefield, but the regime is winning the energy war. (Economist) Das erinnert an die Lage nach Beginn des Ukrainekriegs. Wegen steigender Preise vor allem beim Gas hat auch Russland 2022 im großen Stil abkassiert. Allerdings dürfte Iran sich nicht allzu lange freuen – denn US-Präsident Trump will sie das iranische Öl sichern. Dies ist eines, wenn nicht das zentrale Kriegsziel der USA…
  • Russland bricht die Kuba-Blockade. Trotz der faktischen Ölblockade durch die USA soll laut dem Kreml ein russischer Öltanker im Hafen von Matanzas in Kuba angekommen sein. Russland wolle weiterhin daran arbeiten, die karibische Insel mit Öl zu versorgen, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow mit. Zuvor hatte die New York Times berichtet, dass die USA offenbar ihre Blockade lockern und einen Tanker aus Russland auf dem Weg zur Karibik passieren ließen. Nach Angaben von Peskow sehe es Russland “als seine Pflicht an, nicht tatenlos zuzusehen und unseren kubanischen Freunden die notwendige Hilfe zu leisten”. (Tagesschau) Trump lässt es geschehen. Unklar ist, ob er noch zu sehr mit dem Irankrieg beschäftigt ist, oder ob er auf seinen “Freund” Putin Rücksicht nimmt. Klar ist dagegen, daß die EU nicht einmal den Versuch unternommen hat, Kuba zu helfen…
  • Sanktionen gegen Huawei verpuffen. Der chinesische Technologiekonzern Huawei erwirtschaftet trotz westlicher Sanktionen Milliarden-Gewinne. Im Geschäftsjahr 2025 erhöhte das Unternehmen den Umsatz von umgerechnet rund 108,5 Milliarden auf etwa 111 Milliarden Euro und steigerte den Nettogewinn von knapp 7,9 Milliarden auf etwa 8,6 Milliarden Euro. (…) Die Strategie der USA, den Huawei-Konzern von westlicher Technologie abzuschneiden, gilt angesichts aktueller Durchbrüche jedoch als gescheitert. Auf dem chinesischen Smartphonemarkt hat Huawei den US-Rivalen Apple wieder von der Spitzenposition verdrängt. (dpa) Deutschland und die EU halten an der gescheiterten Sanktionspolitik fest – angeblich aus Sicherheitsgründen. Damit schießen wir uns selbst ins Knie...

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P.S. Und was tut sich in der EU? Kallas fordert neue Russland-Sanktionen, zusammen mit den USA. Und Frankreich hat den Kapitän eines Öltankers der russischen “Schattenflotte” in Abwesenheit zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Kapitän erklärte, das französische Gericht sei nicht zuständig, da die Marine den Tanker in internationalen Gewässern aufgebracht habe…