Neues vom Wirtschaftskrieg (291): Angst vor globaler Ölkrise
Katar warnt vor einer Weltwirtschaftskrise als Folge des Angriffs auf Iran. Der Ölpreis explodiert, deshalb gibt es eine Krisensitzung der G-7. Und die USA erlauben Indien den Kauf von russischem Öl.
- Katar warnt vor Weltwirtschaftkrise. Qatar has warned that the US-Israeli war on Iran could “bring down” the world’s economies. The country’s energy minister said the Israeli-US attacks in the region and Iran’s retaliation could shut down all Gulf energy exporters within days and drive oil to $150 a barrel. “This will bring down the economies of the world,” Saad al-Kaabi told the Financial Times. “If this war continues for a few weeks, GDP growth around the world will be impacted. Everybody’s energy price is going to go higher. There will be shortages of some products and there will be a chain reaction of factories that cannot supply.” (Middle East Eye) – Die Warnung ist berechtigt, wie die Marktpanik und die Reaktion der G-7 zeigt (siehe unten). In Asien wurden bereits Notmaßnahmen verhängt, wie das “Handelsblatt” meldet.
- Ölpreis explodiert, Krisensitzung der G-7. Der Iran-Krieg hat die Ölpreise über die Marke von 100 US-Dollar katapultiert und schürt Sorgen vor Rückschlägen beim Wirtschaftswachstum. Für Entspannung sorgte ein Bericht, wonach die G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten erwägen, ihre nationalen Erdölreserven einzusetzen, um den Preisanstieg am Ölmarkt zu bremsen (dpa). Der Anstieg der Ölpreise über 100 Dollar löste einen Ausverkauf an den Börsen aus – insbesondere an den asiatischen Börsen. Anleger sind besorgt, dass die Inflation steigt und die Konjunktur leidet, sollte sich der Ölpreis länger auf dem hohen Niveau bewegen.
- USA erlauben Indien Kauf von russischem Öl. Die USA erlauben indischen Raffinerien für einen begrenzten Zeitraum den Kauf von russischem Öl. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte auf der Plattform X, sein Ministerium habe eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, damit weiterhin genügend Öl auf den Weltmarkt gelangt. Die Maßnahme gilt nur für Lieferungen, die bereits auf Tanker verladen worden sind, aber noch nicht ausgeliefert wurden (Berliner Zeitung). – Die EU schweigt dazu. Statt ihrerseits Energie-Sanktionen zu lockern, behauptet die EU-Kommission, es gebe keine Anzeichen für eine Krise…
Siehe auch Angriff auf Iran erschüttert Weltmärkte sowie Zwischen Flächenbrand und Weltwirtschaftskrise – Mehr zum Wirtschaftskrieg hier
P.S. Die G7-Staaten haben eine Freigabe ihrer Ölreserven vorerst abgelehnt. “Wir sind noch nicht soweit”, sagte der französische Finanzminister Lescure nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien. In den kommenden Wochen sei eine Freigabe aber denkbar.

10. März 2026 @ 12:50
…Blutsauger zum Teufel zu jagen und den ganzen militärischen Schrott mitzunehmen. Wir brauchten uns dann auch nicht fürchten, Ziel von Erst- und Enthauptungsschlägen zu werden…
Dann brauchen wir uns noch vor dem Furor der wildgewordenen Hegemonialmacht zu fürchten, denn die bombt uns im Zweifel gründlich in Grund und Boden, allein schon um der Achse der “Verachtenswerten” (o-ton Rubio) das Geschäft zu versauen.
Merke: den Führern der USA geht es schlichterdings nur um Macht und eigene Geschäfte, nicht um “Menschlichkeit” oder ein gedeihliches Nebeneinander. Einzig gültiges Prinzip ihrer US-Strategie lautet “the winner takes it all”. Dabei ist es aus psychologischer Sicht völlig unerheblich, ob das “all” noch brauchbar ist oder nicht. Hauptsache kein anderer kann Nutzen ziehen. Das sind keine Blutsauger (selbst die achten ja auf ihre Nahrungsquellen) sondern blindwütige — da fehlt mir ein passender sprachlicher Ausdruck…
10. März 2026 @ 09:22
“USA erlauben …” soso! 🙁 Der Rest der Welt erlauben der USA … so herum ist’s richtig!
Schickt die Amis nach Hause, kruzifixsackerlzement! 🙁
10. März 2026 @ 12:35
Ich bin auch ein Verfechter von MAGA – im Sinne von:
MAGA = Make America Go Away!
10. März 2026 @ 09:00
Warum lassen wir uns ausgerechnet von den Verantwortlichen und Auslösern der meisten Krisen und Kriegen auf der Welt immer noch am Nasenring durch die Manege ziehen? Es ist höchste Zeit die Blutsauger zum Teufel zu jagen und den ganzen militärischen Schrott mitzunehmen. Wir brauchten uns dann auch nicht fürchten, Ziel von Erst- und Enthauptungsschlägen zu werden. Wir könnten dann auch wieder genügend preisgünstige Energie und Geld für Wichtigeres als Rüstungsgüter haben. Der Verkäufer der Energie hätte sicher keinen Bock, seinen Kunden anzugreifen.
9. März 2026 @ 19:33
Für die offensichtlichste Lösung sind die Verantwortlichen zu ignorant und zu dumm: repariert die Pipeline und kauft Gas und Öl von Russland!
10. März 2026 @ 01:23
Wo kämen wir denn da hin, wenn die Verantwortlichen mal pragmatisch und vernünftig entscheiden würden? Dann hat uns Uncle Sam doch nicht mehr lieb!
Über NordStream Gas aus Russland beziehen dürfen wir erst wieder, wenn die Pipeline den USA gehört und diese einen saftigen Aufschlag kassieren können! Nachdem sie auf Kosten der EUropäer repariert worden ist, natürlich.
9. März 2026 @ 16:26
Ist es tatsächlich schon soweit, dass die Amis bestimmen, wer, wo, was kaufen darf?
9. März 2026 @ 16:19
Staatseigene Unternehmen haben auf Befüllung umgestellt, da sie dank langfristiger Verträge vorerst weiterhin Gas zum aktuellen Preis beziehen können. Zudem pumpen Länder russisches Gas in unterirdische Gasspeicher.
Die Befüllung europäischer Speicher stagniert bei 29 %. Witterungsfenster ermöglichen es den EU-Ländern, ihre Reserven wieder aufzufüllen. Laut GIE betrug die Gasentnahme am 7. März 163 Millionen Kubikmeter, die Einspeisung hingegen 147 Millionen Kubikmeter.
Deutsche Staatsunternehmen beziehen erhebliche Gasmengen im Rahmen langfristiger Verträge, die eine Preiserhöhung bis zum nächsten Monat ausschließen. Dies betrifft auch den Vertrag mit Yamal LNG, der von der deutschen SEFE gehalten wird. Die Bundesregierung verstaatlichte dieses Unternehmen, damals noch Gazprom Germania, im April 2022, stellte die Gaskäufe von Yamal jedoch nicht ein. Die vertraglichen Verpflichtungen belaufen sich auf 4 Milliarden Kubikmeter LNG pro Jahr, die das deutsche Unternehmen über Terminals in Frankreich und den Niederlanden bezieht.
9. März 2026 @ 16:16
Hoffentlich verhalten sich die G7 nicht so kriecherisch wie sonst und fordern die Beendigung dieses völkerrechtswidrigen Kriegs. Glaube ich zwar nicht, aber genau das müsste passieren. Mit Sanktionsandrohung gegen die USA und Israel.