Neues vom Wirtschaftskrieg (278): Russland-Gas fließt künftig nach China

US-Zölle sind illegal – die EU setzt sie trotzdem um. Brüssel schiebt Strafe gegen Google auf – mit Rücksicht auf Trump. Und das Gas aus Russland, das früher Deutschland und der EU zugute kam, fließt künftig nach China.

  • Gas aus Russland fließt künftig nach China. Russia and China gave their blessing to the Power of Siberia 2 pipeline but have yet to agree on pricing, Gazprom said on Tuesday, underscoring President Xi Jinping’s disregard for Western demands that he row back from a deepening partnership with Moscow. The pipeline, which could one day deliver an additional 50 billion cubic metres (bcm) of gas per year to China through Mongolia from the Arctic gas fields of Yamal, hands the world’s largest energy consumer greater options to hedge against future reliance on U.S. liquefied natural gas. (Reuters) Damit rücken nicht nur Russland und China enger zusammen, womit sie sich weiter von den USA lösen können. Der Deal ist auch eine Klatsche für die EU und Deutschland. Denn bisher floß das günstige russische Gas nach EUropa – damit ist es nun wohl definitiv vorbei.
  • Brüssel schiebt Strafe gegen Google aus – mit Rücksicht auf Trump. Die EU-Kommission hat Insidern zufolge eine erwartete Kartellstrafe gegen die Google-Mutter Alphabet wegen des Handelsstreits mit den USA verschoben. Die Wettbewerbshüter warteten auf eine Senkung der US-Zölle auf europäische Autos, bevor sie die Maßnahmen wegen Googles Werbegeschäft verhängten, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic habe das Vorgehen von Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera hinterfragt und damit die eigentlich für Montag geplante Verkündung des Strafmaßes aufgehalten. Einer der Insider sagte, die Verzögerung werde voraussichtlich höchsten einen Monat dauern. (Reuters, n-tv) Die deutsche Monopolkommission bezeichnete die Verzögerung als einen alarmierenden Präzedenzfall für die Unabhängigkeit der europäischen Wettbewerbsaufsicht.
  • US-Zölle sind illegal – EU setzt sie trotzdem um. Donald Trumps Handelspolitik steht vor einer ungewissen Zukunft. Ein Berufungsgericht in Washington erklärte einen großen Teil seiner Zölle für unrechtmäßig. (…) Nach Auffassung des Berufungsgerichts hat Trump mit seinen globalen Gegenzöllen seine Kompetenzen als Präsident überschritten. Ende Juli verhängte Trump Einfuhrgebühren gegen mehrere Dutzend Handelspartner der USA, um sie für angeblich unfaire Handelspraktiken zu bestrafen. Diese Zölle stehen nach dem Urteil nun infrage. Das gilt auch für die 15-prozentigen Zölle auf europäische Importe, auf die sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in ihrem Handelsdeal geeinigt haben (Süddeutsche) Die EU setzt den Handelsdeal trotzdem um – mehr dazu hier

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