Neues vom Wirtschaftskrieg (262): Moldau leidet unter Gasstop
Deutschland importiert mehr Uran aus Russland. Das Ende des Gastransits durch die Ukraine bedeutet nicht das Ende russischer Gaslieferungen nach Europa. Und Moldau und Transnistrien kämpfen mit Folgen des Gasstops.
- Moldau und Transnistrien kämpfen mit Folgen des Gasstops. Seit dem 1. Januar 2025 kämpft die Republik Moldau, einschließlich der prorussischen abtrünnigen Region Transnistrien, mit den Folgen des Endes der Gaslieferungen durch den russischen Versorger Gazprom. Das Land steht vor einer möglichen neuen Energiekrise. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt berichten die Behörden in Transnistrien am Montag (6. Januar), dass etwa 72.000 Privathaushalte ohne Gas und 1.500 Wohnhäuser ohne Heizung oder Wasser sind. (Euractiv) Hier wird ganz offensichtlich ein Energiekrieg auf dem Rücken des EU-Beitrittskandidaten Moldau ausgetragen. Die EU unterstützt lediglich Moldau, nicht aber die abtrünnige Region Transnistrien. Zugleich deckt sie die Ukraine, die den Gasstop mit verursacht hat…
- Das Ende des Gastransits durch die Ukraine bedeutet nicht das Ende russischer Gaslieferungen nach Europa. Wie aktuelle Daten zeigen, hat das wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine vielfach sanktionierte Russland seine Anstrengungen erhöht, Kapazitäten zur Verflüssigung von Erdgas auszubauen und mehr Gas mit Schiffen zu exportieren. Das und die Tatsache, dass Erdgas im Gegensatz zu Rohöl und Kohle nicht sanktioniert ist, kommt Russland zumindest teilweise entgegen. In dem soeben zu Ende gegangenen Jahr 2024 hat Europa so viel LNG aus Russland bezogen wie noch nie. (Der Standard) – Das ist zwar keine Überraschung, aber dennoch bemerkenswert. Statt dem billigen russischen Naturgas importieren wir nun LNG aus Russland und raffiniertes russisches Öl aus Indien – und zahlen mehr!
- Deutschland importiert mehr Uran aus Russland. Im vergangenen Jahr sind 68,8 Tonnen Uran aus Russland zur Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen geliefert worden. Trotz des russischen Kriegs gegen die Ukraine wuchs die Menge um rund 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das niedersächsische Umweltministerium auf Anfrage mitteilte. Insgesamt seien 284,7 Tonnen des radioaktiven Stoffes nach Lingen gekommen. Das russische Uran machte etwa 24 Prozent davon aus. (FAZ) – Komisch – ich dachte, Deutschland sei aus der Atomkraft ausgestiegen!?
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Michael
7. Januar 2025 @ 15:51
Was heißt Moldau oder Transnistrien oder Rumänien oder Slovenien oder … oder …!? Ganz Europa leidet unter dem Wirtschaftskrieg gegen Russland und nur in den USA sprudeln die Profite! Wann kommt endlich der historisch notwendige und unausweichliche Bruch mit den USA und die Hinwendung nach Eurasien!?
Arthur Dent
7. Januar 2025 @ 23:07
@Michael
Ganz ehrlich – Moldau, Transnistrien, Slovenien – ich muss im Atlas (oder Google Maps) nachsehen, wo die Länder liegen.
Ich denke, bei der amerikanischen Grundschullehrerin oder dem Busfahrer werden die sprudelnden Profite auch nicht ankommen.
Arthur Dent
7. Januar 2025 @ 15:04
Ohne Wasser, Gas und Strom auszukommen gehört praktisch zum Mindset der Kriegstüchtigkeit. Oder dass die Behandlung einer Schussverletzung im Krankenhaus wieder Vorfahrt vor der Blinddarmentzündung hat. Den gesammelten militärischen Stuss kann man auf german foreign policy com. lesen.
Und das Kiew mit dem russischen Gastransit Spielchen spielt, auf Seniora.org
umbhaki
7. Januar 2025 @ 22:41
Apropos Mindset. Da passt ein aktueller Artikel von gfp wie die Faust auf’s Auge:
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9812
KK
7. Januar 2025 @ 13:54
Wenn Erdgas aus Russland nicht sanktioniert ist, warum zum Teufel kauft Deutschland dann das teure und umweltschädliche (Fracking-)LNG zB aus den USA und karrt es deutlich umweltbelastender mit Tankern über die Weltmeere?
Sage keiner, “weil wir es können” – denn die Kassen sind leer, die des Staates und die der Bürger. Und auch die in weiten Teilen der Wirtschaft.